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07.07.2021

Auf den Spuren der Diözesanheiligen: „Walburga-Projekt“ in der Willibaldswoche

Frauenreferentin Martha Gottschalk, alias „Walburga“, spricht mit Pilgern vor dem Münster Heidenheim. Foto: Johannes Heim/pde

Eichstätt/Heidenheim. (pde) – Mit einem kreativen Wanderangebot blickt die Frauenpastoral auf die Gründerzeit der Diözese Eichstätt und bringt Bewegung in die Willibaldswoche. Im Gewand der heiligen Walburga begleitet Referentin Martha Gottschalk Wallfahrer auf dem ökumenischen Pilgerweg von Heidenheim nach Eichstätt.

In der Willibaldswoche steht – wie der Name der Festwoche ahnen lässt – ein Mann im Mittelpunkt: Willibald, ein angelsächsischer Missionar, der im Mittelalter lebte, die halbe Welt bereiste und um 740 nach Eichstätt kam. Doch der erste Bischof von Eichstätt war nicht alleine bei seiner „Mission Bayern“. Beim Aufbau kirchlicher Strukturen standen ihm seine Geschwister Wunibald und Walburga zur Seite. Vor allem letztere sollte in der Willibaldswoche nicht fehlen, dachte sich Marta Gottschalk. Als heilige Walburga verkleidet, mit einem selbstgeschnitzten Pilgerstab in der Hand, führt sie bis 11. Juli Wallfahrergruppen auf einer historischen Pilgerwanderung in mehreren Etappen vom Kloster Heidenheim, wo die Heiligen als Missionare wirkten, nach Eichstätt.

Inspiriert habe sie die Lebensgeschichte der heiligen Walburga, die kurz vor 750 nach Germanien kam und Aufnahme in einem Kloster in der Nähe von Heidenheim bei ihrer Verwandten Lioba fand. Nach dem Tod Wunibalds übernahm Walburga die Leitung des familieneigenen Klosters und errichtete noch ein zusätzliches Frauenkloster. Als Äbtissin stand sie bis zu ihrem Tod an der Spitze des Doppelklosters. „Ich habe mich auf die Suche gemacht, wie wohl das Leben im 8. Jahrhundert war, als Willibald und Walburga unterwegs waren, und habe eine ganz spannende Welt entdeckt. Meine Mission ist es, davon zu erzählen, neugierig zu machen“, erklärt Gottschalk. Gerade hat sie eine Gruppe aus der Nürnberger Pfarrei St. Walburga begleitet.

Mit ihrem Wanderprojekt erzählt die Frauenreferentin eine Familiengeschichte: „Walburga, Äbtissin in Heidenheim, besucht ihren Bruder Willibald, der Bischof in Eichstätt ist“. Ob es diesen Gang je gegeben habe, sei nicht bekannt. Aber es sei gut vorstellbar, dass sie in Verbindung bleiben wollten, und das ging damals am besten, wenn man sich gegenseitig besucht hat. Auf dem rund 50 Kilometer langen Weg gibt es immer wieder Stationen zum Innehalten. Gottschalk erzählt aus dem Leben und Wirken der drei Bistumsheiligen Willibald, Wunibald und Walburga, gibt Impulse und beantwortet Fragen zur damaligen Zeit: „Was haben sie gegessen, welche Kleidung haben sie getragen? Wie haben sie ihren Alltag organisiert, wie funktionierte das Leben?“ In den Gesprächen geht es aber auch darum, welchen Glauben die Missionare in dieser Gegend vorgefunden haben. „Was haben die Germanen geglaubt? Auf welche Bräuche sind Willibald und Walburga gestoßen und welche Befreiung haben sie mit dem Evangelium zu den Menschen getragen?“ Auch der „Transfergedanke“, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden, spiele eine Rolle: „Wie wurde Glaube damals und wie wird er heute verkündet?“

Für die Etappe von Rebdorf zum Kloster St. Walburg in Eichstätt haben sich eine Schulklasse und eine Jugendgruppe angemeldet. Sonderlich überraschen dürfte es die jungen Menschen nicht, dass die zeitgenössische „Walburga“ auch ein Smartphone im Rucksack mit sich trägt und damit Stationen ihres Weges auf dem Instagram-Account „walburga_projekt“ dokumentiert. In einem Eintrag ist zu lesen: „Die Frauen aus Nürnberg sind schnell nach Hause gefahren. Sie müssen noch arbeiten, bin ich froh, dass ich im Kloster bin. Das Nachtgebet ist gebetet und auf der Erde liegt Segen der Nacht. Lasst uns in Verbindung bleiben, Ihr Frauen.“ Die moderne Informationstechnik hat auch einen ganz praktischen Nutzen: Kurzentschlossene und Neugierige können sich noch bei Walburga melden, wenn sie eine Wegstrecke mitgehen wollen. Auch für die Abschlussaktion „mit Eseln und zu Fuß von Heidenheim nach Hechlingen am See“ am Sonntag, 11. Juli, sind noch Plätze frei.

Alle Informationen zur Willibaldswoche – auch die Handynummer von Frauenreferentin Martha Gottschalk, alias „heilige Walburga“ – gibt es unter www.willibaldswoche.de.

Willibaldswoche

Die Willibaldswoche findet seit 2009 jährlich statt. Anlass der Begegnungs- und Wallfahrtswoche für die Gläubige der Diözese Eichstätt ist der Gedenktag des Bistumsgründers Willibald, dessen Todestag der 7. Juli 787 war.

Kontakt

Bischöfliches Ordinariat Eichstätt
Hauptabteilung III: Pastorale Dienste
Walburgiberg 2,
85072 Eichstätt,
Tel. (08421) 50-601
Fax (08421) 50-609, oder 50-628
E-Mail: willibaldswoche(at)bistum-eichstaett(dot)de