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Transparenzoffensive in der Diözese Eichstätt

Transparenzoffensive

Die Diözese Eichstätt hat sich auch für das Jahr 2017 viel vorgenommen: Sie geht in die Transparenzoffensive. Hinter diesem Begriff steckt die Darstellung ihres Vermögens nach handelsrechtlichen Grundlagen wie man sie auch bei großen Konzernen findet und eine Erneuerung ihrer Organisationsstrukturen. Eine Aufstellung der Finanzen zeigt den Stand des Vermögens der Diözese, wie ihre Mittel verwendet werden und ermöglicht eine bessere und nachhaltigere Planbarkeit kirchlicher Projekte – auch für künftige Generationen.

Den Prozess der Transparenzoffensive haben die deutschen Bischöfe gemeinsam angestoßen, um offenzulegen wie die Kirche mit dem ihr anvertrauten Vermögen umgeht. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sieht darin eine große Verantwortung: „Wir werden in naher Zukunft in einer schwieriger werdenden Lage der Kirche mit weniger Geld und Mitteln dennoch viel bewerkstelligen und neue Antworten auf neue Fragen geben müssen.“ Das kann aber nur gelingen, wenn die Diözese einen Überblick über ihre finanzielle Lage hat. Nur so kann sie ihre pastoralen Aufgaben nachhaltig wahrnehmen. Dazu zählt in der Seelsorge, dass genügend Priester und pastorale Mitarbeiter für die Anliegen und Sorgen von Gläubigen ein offenes Ohr und eine helfende Hand haben können. Aber auch die Bildungsarbeit für Jugendliche oder Erwachsene gehört dazu, genauso wie die sozialen Dienste der Caritas für alte oder kranke Menschen und solche in schwierigen Situationen oder eine nachhaltige Umweltarbeit.

Die Diözese Eichstätt, wie auch alle anderen Diözesen in Deutschland, finanziert all diese wichtigen Dienste mit Vermögen, das ihr durch Kirchensteuern und Spenden von den Gläubigen anvertraut worden ist. Diese sollen im Zuge der Transparenzoffensive besser informiert werden, wohin „ihre“ Gelder fließen. Durch eine Erfassung der Finanzen nach Handelsgesetzbuch (HGB) wird diese Transparenz hergestellt und damit die Glaubwürdigkeit der Kirche gestärkt, aber auch der Vergleich der Finanzen mit anderen Bistümern wird möglich.

Projekt 1: Erstellung einer Bilanz nach Handelsgesetzbuch (HGB)

Zuerst muss dazu das Vermögen der Diözese Eichstätt erfasst und in eine Bilanz überführt werden. Die Diözese wird bei dieser Bestandsaufnahme ihres Vermögens von der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte unterstützt. Diese hilft z.B. dabei gemeinsam mit verschiedenen Experten den Wert von Grund, Gebäuden und Kunstwerken zu ermitteln, die in ihrem Besitz sind. Außerdem werden alle weiteren Ausgaben erfasst, die die Diözese hat, wie z.B. Kosten für Personal, Geräte oder Lizenzen. Aber auch alle längerfristigen Verpflichtungen werden aufgelistet. Dazu zählt z.B. die Versorgung von Priestern im Ruhestand oder Rücklagen für den Erhalt von Kirchen oder Pfarrheimen.

Dieser Prozess hat bereits Ende 2015 begonnen. Die Eröffnungsbilanz für interne Zwecke, die das Vermögen der Diözese Eichstätt zum 1. Januar 2017 darstellt, wird voraussichtlich im Sommer 2017 fertiggestellt sein. Die erstmals von externen Wirtschaftsprüfern geprüfte Abschlussbilanz für 2017 wird dann im zweiten Quartal 2018 der Öffentlichkeit präsentiert. Dazu wird begleitend ein Anhang, eine Gewinn- und Verlustrechnung und ein Lagebericht erstellt.

Vor der Bilanz: So legen Experten den Wert von Kirchenkunst fest

Projekt 2: Restrukturierung des Haushalts für künftige Generationen

Durch die Bilanzierung des Vermögens der Diözese Eichstätt kann auch ein nachhaltiger Haushaltsplan besser aufgestellt werden. Defizitäres Wirtschaften und ein ständiger Rückgriff auf Rücklagen wäre für die nachfolgenden Generationen der Kirche fatal – ihr finanzielles Polster für schwierige Zeiten würde aufgebraucht, wenn die kommenden Haushalte nicht ausgeglichen sind. Nur vorausschauendes Planen der Ausgaben, das sich an den zu erwartenden Einnahmen orientiert, stärkt die finanzielle Sicherung der Diözese Eichstätt. Die langfristigen Pläne dafür werden nach der Bilanzierung des Vermögens in Angriff genommen.

Projekt 3: Neue Strukturen und Regelwerke für bessere Planbarkeit

Neben dem Vermögen der Diözese Eichstätt wird im Rahmen der Transparenzoffensive auch ihre Organisationsstruktur in den Blick genommen, da sich damit die Chance bietet, diese zu verbessern. Dabei wurde bereits deutlich, dass die Aufgaben, die in der Diözese Eichstätt anfallen, aufgrund ihrer Größe sehr komplex sind. Neue Strukturen und Regelwerke können dabei helfen, diese effizienter und transparenter zu organisieren.

Dazu wurde z.B. eine Revision für das Ordinariat geschaffen – eine Abteilung, die die dortigen Finanzflüsse und Verwaltungsabläufe objektiv bewerten soll. Ihre Aufgaben wurden bereits in einer neuen Revisionsordnung präzisiert und festgehalten. Angestrebt wird auch, dass Aufsichtsgremien der Diözese Eichstätt, soweit möglich, in größerem Umfang als bisher mit externen Fachleuten besetzt werden. Diese können die Diözese aber nur dann bestmöglich beraten, wenn ihr Vermögen nach HGB bilanziert vorliegt, damit die Experten sich ein Bild davon machen können.

Als weiteres neues Regelwerk sind zudem auch schon die Bauregeln der Diözese Eichstätt entstanden. Sie machen die Entscheidungen transparenter, welche für kirchliche Aufgaben notwendigen Bauvorhaben in welcher Form in Angriff genommen werden können. In einem weiteren Schritt werden die Aufgaben der Ordinariatskonferenz sowie des Diözesansteuerausschusses und des Diözesanvermögensverwaltungrates in weiteren Regelwerken konkretisiert. Bei diesen Neuerungen wird das Bistum von der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl begleitet.

Projekt 4: Kirchliches Rechenzentrum

Auch das kirchliche Rechenzentrum, das seinen Sitz vor Ort in Eichstätt hat, aber auch
für die nordbayerischen Diözesen Würzburg und Bamberg Leistungen erbringt, rückt in der Transparenzoffensive in den Fokus. Wie Prozesse dort reibungsloser und noch effizienter gestaltet werden können, wird in einem weiteren Schritt geprüft. Dazu soll das bisherige Rechenzentrum zu einer IT-Service-Gesellschaft entwickelt werden, die Dienstleistungen für die Diözesen Eichstätt, Bamberg und Würzburg erbringt. Gespräche über eine Ausgestaltung einer solchen Gesellschaft laufen derzeit.

Transparenzoffensive: Kraftakt mit Chancen

Insgesamt sind die Aufgaben, vor die die Transparenzoffensive die Diözese Eichstätt
und vor allem ihre Mitarbeiter stellt, ein erheblicher Kraftakt: Besitz muss bewertet und erfasst werden, Rücklagen müssen bemessen werden, Ausgaben und Einnahmen nach HGB dokumentiert werden – das alles muss insbesondere die Abteilung Finanzen des Bischöflichen Ordinariats mit der Unterstützung von Wirtschaftsprüfern und Juristen leisten. Dadurch ergibt sich aber auch die Möglichkeit, die finanzielle Aufstellung der Diözese aufzuarbeiten, umfassend transparent zu machen und Mittel für künftige Projekte besser einsetzen zu können.

Information und Kontakt

Die Stabsstelle Medien und Öffentlichkeitsarbeit des Bistums Eichstätt bündelt alle Informationen rund um die Transparenzoffensive der Diözese und wird diese laufend aktualisieren. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Regina Greck.

Dr. Regina Greck, Redakteurin Finanzkommunikation, Stabsstelle Medien und Öffentlichkeitsarbeit,
Telefon 08421 50-680, -251, Telefax 08421 50-689, E-Mail: rgreck(at)bistum-eichstaett(dot)de



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Hotline

Für alle Fragen zu den neuen Bauregeln ist eine Hotline eingerichtet:

Tel. (08421) 50770

hotline-bauamt(at)bistum-eichstaett(dot)de

Hier stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diözesanbauamtes zu den Geschäftszeiten gerne zur Verfügung

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Was ist die Kirchensteuer? Was versteht man unter Staatsleistungen? Wie finanziert sich die Kirche? Was leisten Caritas und Ehrenamt? Viele Fragen werden zur Kirchenfinanzierung gestellt. Antworten auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz.