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Gremien zur Aufarbeitung und Anerkennungsleistungen

Mit der „Gemeinsamen Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“ und der „Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids“ setzen die deutschen Bischöfe die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche nach der Veröffentlichung der MHG-Studie konsequent fort. Sie wollen damit sicherstellen, dass die Vergehen in diesem Zusammenhang grundlegend und vergleichbar in allen deutschen (Erz-)Diözesen betrachtet werden. Dazu dienen Strukturen zur transparenten und unabhängigen Aufarbeitung, in die auch ausdrücklich Betroffene eingebunden werden sollen. 

Ein wesentlicher Kernaspekt in der „Gemeinsamen Erklärung“ ist die Einrichtung einer Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in jeder Diözese. Zu Beginn des Jahres 2021 wird die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Diözese Eichstätt ihre Arbeit aufnehmen. Das Bistum lädt Betroffene ein, dieses Gremium zu komplettieren und ihre Sichtweise einzubringen. Auch für einen Betroffenenbeirat ist die Diözese Eichstätt offen und bittet um Mitwirkung von Betroffenen. „Wir können den Missbrauch nur mit dieser Perspektive richtig beurteilen und verstehen, wo wir Strukturen verändern müssen, um die Prävention zu stärken“, sagt Generalvikar P. Michael Huber.

Die Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch ist ein wesentlicher Kernaspekt in der „Gemeinsamen Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“ der deutschen Bischöfe. Sie soll in jedem Bistum aus Vertretern der Diözese, aus der Wissenschaft, Justiz und der öffentlichen Verwaltung sowie aus dem Kreis der Betroffenen zusammengestellt sein. Die „Gemeinsame Erklärung“ sieht ebenfalls die Einrichtung eines Betroffenenbeirats vor. Dieser soll sich im Bistum Eichstätt mit den entsprechenden Missbrauchs- und Präventionsbeauftragten und der eingerichteten Aufarbeitungskommission austauschen und den Aufarbeitungsprozess kritisch begleiten. „Betroffene sollen in der Aufarbeitungskommission und im Beirat eine Stimme bekommen. Wir laden sie zur Mitwirkung ein, damit wir jede Perspektive in der Aufarbeitung berücksichtigen“, erklärt Generalvikar P. Michael Huber.

Anerkennung des Leids
Neben den vielfältigen Maßnahmen zur Aufarbeitung und zur Unterstützung von Betroffenen haben die deutschen Bischöfe auch ein einheitliches Modell der kirchlichen Anerkennungsleistungen für das durch sexuellen Missbrauch erlittene Unrecht gemeinsam beschlossen. Die so möglichen, zentral festgelegten Einmalzahlungen lehnen sich in der Höhe an Schmerzensgelder der staatlichen Gerichte in vergleichbaren Fällen an. „Diese Anerkennungsleistungen sind ein wichtiges Zeichen für die Betroffenen, dass die Kirche das ihnen zugefügte Leid sehr ernst nimmt. Die verbrecherischen Handlungen des sexuellen Missbrauchs hätten nie geschehen dürfen. Wir sehen uns daher in der Pflicht, alles zu tun, um derartige Taten in Zukunft zu verhindern“, so Bischof Gregor Maria Hanke. Das Bistum Eichstätt plant, die Anerkennungsleistungen nicht aus laufenden Kirchensteuermitteln, sondern aus dem Rücklagevermögen zu finanzieren. Bisher hat die Diözese Eichstätt insgesamt 50.000 Euro an Anerkennungsleistungen an zehn Betroffene gezahlt. 

Mehr Informationen zu den einheitlichen Anerkennungsleistungen und zur „Gemeinsamen Erklärung“ finden sich auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz.
 

Thema Sexueller Missbrauch

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