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28.07.2006

Wolfram Menschick komponiert für den Papstbesuch - Werke des früheren Eichstätter Domkapellmeisters erklingen bei Gottesdiensten in Regensburg und Altötting

Eichstätt. (pde) – Wenn im September Papst Benedikt XVI. nach Bayern kommt, wird Chormusik von Wolfram Menschick zu hören sein. Der 68-jährige Musikprofessor und frühere Domkapellmeister der Diözese Eichstätt hat eigens für den Papstbesuch eine Vesper geschrieben und das „Gloria“ und „Sanctus“ seiner meist gesungenen Vertonung der „Missa De Angelis“ mit Bläsersätzen ergänzt. „Dadurch, dass ich den Papst persönlich kenne, ist das für mich eine besondere Freude und Ehre“, betont Menschick.

Die beiden Kommissionen, die den Papstbesuch in den Diözesen Passau und Regensburg vorbereiten, hatten Wolfram Menschick beauftragt, feierliche Chormusik für diesen besonderen Anlass zu komponieren. Menschick zögerte keinen Moment: „Selbstverständlich mache ich das für Papst Benedikt“ lautete seine Antwort. Wolfram Menschick kennt Joseph Ratzinger aus der Zeit, als dieser noch Kardinal in München war. Die beiden trafen sich öfter bei Konzerten. Kaum waren die Anrufe der Kommissionen eingegangen, machte sich der 68-Jährige auch schon an die Arbeit: „Ich weiß ja, dass die Chöre darauf warten“. Über Nacht waren die ersten Chorsätze fertig. Blockaden im Kopf kennt der Komponist kaum. „In der Regel fällt mir immer was ein.“

Die „Marienvesper für Frauenchor, Gemeinde und Orgel“ wird am 11. September in der Basilika von Altötting erklingen. Das „Gloria“ und „Sanctus“ aus der „Missa De Angelis“ sind bei der großen Papstmesse, die am 12. September auf dem Islinger Feld in Regensburg gefeiert wird, zu hören. „Ein riesiger Chor singt im Wechsel mit der Gemeinde, die von Bläsern unterstützt wird“, erläutert Menschick. Ob sich der Eichstätter Komponist und Papst Benedikt begegnen werden, ist ungewiss. „Ich kann’s nicht sagen“, so Menschick. In beiden Fällen handele es sich ja um Riesen-Veranstaltungen. Selbst an dem Vespergottesdienst in Altötting werden mehrere tausend Ordensleute und Priesterseminaristen teilnehmen. Ob da Zeit für einen persönlichen Händedruck bleibt, ist fraglich. „Es könnte sich höchstens zufällig ergeben“, meint Menschick.

Derzeit wird die Vesper vom Altöttinger Maria-Ward-Chor, einem reinen Frauenchor, einstudiert. „Sie proben wie die Wilden“, berichtet der 68-Jährige. „Sie haben es schon perfekt drauf.“ Am Anfang freilich habe die Chorleiterin etwas geschluckt, weil ihr manche Stellen zu gewagt erschienen. Doch diese Bedenken lösten sich bei den ersten Proben in Luft auf. „Für den Papst musste ich schon eine besondere Farbe reinbringen“, so Menschick. Er wird die Uraufführung des aus fünf mehrstimmigen Chorstücken und mehreren einstimmigen Antiphonen bestehenden Werkes als Zuhörer miterleben. Weil es aber beim Papstbesuch für jedes Amt auch ein „Double“ für Notfälle geben muss, steht Menschick in Altötting als Ersatzmann fürs Dirigentenpult bereit.

Weiß der Papst, dass der frühere Eichstätter Domkapellmeister eigens Stücke für seine Bayern-Visite komponierte? „Ich denke schon“, so Menschick. „Sein Bruder hat es ihm sicher erzählt.“ Mit Georg Ratzinger, dem früheren Domkapellmeister von Regensburg, steht Menschick in engem Kontakt. „Wir telefonieren immer wieder einmal und unterhalten uns über verschiedene Dinge.“ Zwischen den beiden Musikern besteht, wie sie selbst sagen, eine enge Seelenverwandtschaft. „Bezüglich der Musik haben wir gleiche Auffassungen“, erzählt Menschick. „Unsere Idealvorstellungen von Kirchenmusik sind sehr ähnlich.“ „Der Text muss durch die Musik stärker werden“, erläutert der frühere Eichstätter Domkapellmeister. „Die Musik darf den Text nicht niederbügeln. Man muss spüren, worum es geht.“ So könne man Gefühle wie „Angst“ mit engen Klängen umsetzen, wenn es um „Lüge“ geht, seien keine schönen Harmonien gefragt.

Diese Regel gilt auch für ein Oratorium, an dem Menschick derzeit arbeitet. Der Komponist bezeichnet das „Johannes-von-Gott-Oratorium“ selbst als sein „bisher größtes Werk“. Johannes von Gott ist der Gründer der „Barmherzigen Brüder“. Nächstes Jahr feiert der Orden ein Jubiläum, dann wird das Werk in Regensburg uraufgeführt. Menschick hat sich selbst den Termin 15. September zur Fertigstellung gesetzt. „Das ist ein Full-time-job. Daran arbeite ich zurzeit von morgens bis spät nachts.“ 35 Partiturseiten, etwa ein Achtel des Ganzen, hat er schon fertig gestellt. Und was ist, wenn im Kopf doch einmal eine Blockade ist? „Das passiert schon“, gibt Menschick zu. „Dann mache ich einfach eine Pause.“

 



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