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29.09.2010

„Vergelt’s Gott für dieses Zeugnis“ - 150 Jahre Mallersdorfer Schwestern in Greding

Seit 150 Jahren leben und wirken die Mallersdorfer Schwestern in Greding. Dies feierten unter anderem Schwester M. Robertis Graf, der frühere Caritasdirektor Johannes Schmidt, die Generaloberin aus Mallersdorf, Schwester M. Hiltrud Baumer, Bischof Gregor

Seit 150 Jahren leben und wirken die Mallersdorfer Schwestern in Greding. Dies feierten unter anderem Schwester M. Robertis Graf, der frühere Caritasdirektor Johannes Schmidt, die Generaloberin aus Mallersdorf, Schwester M. Hiltrud Baumer, Bischof Gregor Maria Hanke, Schwester M. Libania Wagner, Schwester Christharder Donaubauer und Caritasdirektor Rainer Brummer (von links). Foto: Caritas/Ferstl

Greding (caritas) - Das 150-jährige Jubiläum ihrer Arbeit in Greding haben die Mallersdorfer Schwestern am heutigen Mittwoch gefeiert. Sie taten dies bei einem Pontifikalgottesdienst und Festakt im Caritas-Altenheim St. Magdalena gemeinsam mit zahlreichen Ordensschwestern, Bewohnern und Mitarbeitern des Hauses sowie Verantwortlichen aus Politik und Kirche. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke (OSB), sagte in seiner Predigt: „Nach rein weltlichen Maßstäben müssten wir nach 150 Jahren eine Bilanz präsentieren. Doch es geht an diesem Festtag nicht um die Leistung, sondern um das Zeugnis, das die Schwestern hier gegeben haben.“ In einer Zeit gesellschaftlicher Perfektion, in der auch im Sozialbereich der Staat zunehmend die Dinge in die Hand genommen habe, sei es wichtig, nicht nur kompetent zu pflegen, sondern „Zeugnis für eine andere Wirklichkeit, für eine Kontrastgesellschaft“ zu geben. Dafür, dass die Mallersdorfer Schwestern dies so lange Zeit in Greding getan haben, sagte der Bischof ihnen „Vergelt’s Gott für dieses Zeugnis“. Er sprach den Schwestern zudem Mut zu, sich nicht vom Rückgang an Ordensnachwuchs irritieren zu lassen: „Gott schaut nicht auf die Quantität, sondern auf die geistliche Qualität.“

Arbeit in Greding älter als heutiger Ordenssitz

Derzeit leisten mit Schwester M. Libania Wagner und Schwester M. Robertis Graf zwei Schwestern ehrenamtliche Arbeit im Altenheim, zum Beispiel in der Sterbebegleitung und durch Mithilfe bei den Gottesdiensten. Caritasdirektor Rainer Brummer dankte diesen beim Festakt dafür, „dass Sie mit viel Einsatz und Herzblut die Fahne hier in Greding hochgehalten haben und dies hoffentlich auch weiterhin tun werden, soweit es gesundheitlich möglich ist“. Die Generaloberin der „Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie zu Mallersdorf“, Schwester M. Hiltrud Baumer, verwies darauf, dass die Arbeit der Schwestern in Greding 1860 bereits fünf Jahre nach Gründung ihrer Ordensgemeinschaft durch den Priester Paul Josef Nardini 1855 in Pirmasens gestartet wurde. Sie sei gar zwei Jahre älter als der heutige Ordenssitz in Mallersdorf, nach dem die Ordensfrauen kurz als „Mallersdorfer Schwestern“ bezeichnet werden. Die Generaloberin würdigte, dass die Schwestern sich stets „auf die Hilfsbereitschaft der Gredinger Bürger verlassen konnten“.

Der frühere Caritasdirektor Johannes Schmidt, der heute in einem Nebengebäude des Altenheims lebt und Hausgeistlicher der Einrichtung ist, erwähnte in einem Kurzvortrag über die Geschichte der Schwestern in Greding, dass es durchaus auch kritische Situationen gegeben habe. Deren Engagement hätte bereits in der Anfangszeit aufgrund von Finanzierungsproblemen scheitern können. Doch die Königliche Regierung von Mittelfranken habe 1864 aus gutem Grund für den Verbleib der Ordensfrauen in Greding plädiert. Denn diese, so Schmidt, hätten in so manchem Chaos „Ordnung geschaffen, und das tun sie bis heute“. Der ehemalige Caritasdirektor berichtete auch, dass die Schwestern neben Alten- und Krankenpflege längere Zeit darüber hinaus zahlreiche Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren betreut hätten. 1936 habe sich eine Schwester mit einer Hilfskraft um 60 Kinder gekümmert. „Man kann sich vorstellen, was dafür an Kraft nötig war“, sagte Schmidt.

„Es wäre schade, wenn diese Arbeit hier nicht fortgeführt werden könnte“

Gredings Bürgermeister Manfred Preischl dankte den Schwestern dafür, dass er selbst im Kindergarten von den Mallersdorfer Schwestern einen persönlichen „Grundschliff“ erhalten habe und von ihnen später auch einmal bei einem Krankenhausaufenthalt gepflegt worden sei. Die Schwestern hätten stets vorbildhaft nach ihrem Leitspruch „Die Liebe drängt uns“ gelebt, meinte Preischl. Nach den Worten des stellvertretenden Rother Landrates Max Netter waren die 150 Jahre der Schwestern „ein Segen für Greding“. Netter sagte, „es wäre schade, wenn diese Arbeit hier nicht fortgeführt werden könnte“. Gredings Stadtpfarrer Richard Herrmann dankte den Schwestern auch für deren Engagement in der Pfarrei. „Ihr öffentliches Auftreten in Ordenstracht und ihr Leben nach den evangelischen Räten ist immer ein Zeichen gewesen, das über den Lebenssinn in dieser Welt hinausweist“, so Herrmann. Die Leiterin des Caritas-Altenheimes, Andrea Steinhilber, überreichte der Gredinger Ordensoberin Schwester M. Libania Wagner zum Dank eine weiße Rose.  Beim Festgottesdienst und Festakt spielte die Gruppe „Gsanglmusi“ volkstümliche Stücke.



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