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27.06.2012

Vereinfachung der Prozesse: Caritas setzt Arbeitsgruppe gegen Bürokratie ein

Den Aufwand für die Pflegedokumentation in Caritas-Altenheimen will eine Arbeitsgruppe des Caritasverbandes vermindern.

Eichstätt. (pde) - Den Aufwand für die Pflegedokumentation in Caritas-Altenheimen will eine Arbeitsgruppe des Caritasverbandes für die Diözese Eichstätt vermindern. Sie hat Formblätter entwickelt, die wesentlich unkomplizierter sind als die derzeit verwendeten. Der Arbeitsgruppe gehören sieben Pflegedienstleiterinnen und -leiter aus Caritas-Altenheimen sowie der Qualitätsbeauftragte des Caritasverbandes, Matthias Helfrich, an. Beteiligt sind die Altenheime Freystadt, Neumarkt, Nürnberg-Langwasser, Schwabach, Spalt, Stein und Weißenburg. Das Projekt wurde von der für die Caritas-Altenhilfe im Bistum Eichstätt verantwortlichen Abteilungsleiterin Hedwig Kenkel ins Leben gerufen: „Wir wollen den Pflege-Dokumentationsaufwand um die Hälfte verringern“, nennt diese als Ziel.

„Noch vor zehn Jahren belief sich der zeitliche Aufwand für die Dokumentation in der Pflege täglich auf etwa ein Zwanzigstel der Arbeitszeit. Heute gerät die Pflege in Gefahr, im Vergleich mit den schriftlichen Aufgaben den Kürzeren zu ziehen“, begründet Matthias Helfrich die Initiative. Es sei zwar unbestritten positiv, dass Pflege heutzutage professioneller als früher geleistet werde. Doch die Bürokratie habe überhand genommen. „Es gibt für kranke und pflegebedürftige Menschen derzeit zu viele Akten und Dokumentationsblätter“, meint Helfrich und ergänzt: „Es wäre den Betroffenen sicherlich lieber, wenn Pflegekräfte häufiger die Zeit hätten, ihnen einfach einmal die Hand zu halten.“

Dem Caritas-Qualitätsbeauftragten zufolge ist es sicherlich wichtig, den Pflegeverlauf gut zu planen und anhand von schriftlichen Dokumenten nachweisen zu können. „Der kranke und pflegebedürftige Mensch darf dabei aber nicht auf der Strecke bleiben.“ Manche Dokumentationsblätter seien ausschließlich eingeführt worden, um Expertenstandards und den Kriterien der Kontrollinstanzen Heimaufsicht und Medizinischer Dienst der Krankenversicherung gerecht zu werden. „Es geht so weit, dass gute Pflegekräfte sich freiwillig unter ihrem Qualifikationsniveau einstufen lassen, weil sie sich der weiter anwachsenden Papierflut nicht gewachsen sehen und lieber mehr am Menschen als am Papier arbeiten“, informiert der Caritasmitarbeiter.

Um den Aufwand der Pflegedokumentation zu verringern und diese übersichtlicher zu gestalten, will die Arbeitsgruppe derzeit parallel laufende Informationen bündeln: Zum Beispiel sollen in Zukunft das Erfassen von Daten für die individuellen Wünsche und Gewohnheiten der Bewohner aus ihrer Biografie heraus, die Anamnese – also der körperliche und psychische Zustand –, die Erkennung sowie die Bewertung von Risiken auf einem Blatt für einen Pflegeprozess zusammengefasst werden. Bisher sind dies verschiedene Blätter und somit auch Prozesse gewesen. Zu ihren neu entwickelten Papieren hat die Gruppe zudem handlungsleitende Hilfen erarbeitet, die den Dokumentationsprozess der Pflegekräfte erleichtern.

Zurzeit findet nach Auskunft von Matthias Helfrich ein Probelauf mit den neuen Unterlagen in allen 19 Caritas-Altenheimen im Bistum Eichstätt statt. Dieser wird im Herbst von der Arbeitsgruppe ausgewertet.



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