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28.06.2006

„Trend zur Landflucht“ macht Wohnungsbaugesellschaft zu schaffen - St. Gundekar-Werk reagiert auf rückläufige Bevölkerungsentwicklung – Neuer Geschäftsbericht liegt vor

Eichstätt/Schwabach. (pde) – Überalterung und Geburtenrückgang – mit diesen gesellschaftlichen Problemen hat zunehmend auch das St. Gundekar-Werk zu kämpfen. „Angesichts der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland wird in Zukunft zusätzlicher Wohnraum nur noch in regional exponierten Lagen gebraucht werden“, heißt es im aktuellen Geschäftsbericht der Wohnungs- und Städtebaugesellschaft der Diözese Eichstätt. „Es wird darauf ankommen, rechtzeitig auf die demographische Entwicklung zu reagieren und für die alternde Gesellschaft entsprechenden Wohnraum bereit zu halten.“ Mit dem Bau von 24 Seniorenwohnanlagen habe man die Weichen gestellt, um dieser zunehmenden Bevölkerungsschicht angemessene Lebensmöglichkeiten anzubieten.

Im Geschäftsbericht 2005, der nun vorliegt, zieht das St. Gundekar-Werk eine Bilanz über das vergangene Jahr. Betreut werden 4275 unternehmenseigene Mietwohnungen in 22 Städten und Gemeinden in der Diözese Eichstätt. „Lebensräume schaffen und verwalten sind unsere Stärken“, betont Geschäftsführer Peter-Stephan Englert. Zielsetzung sei es, Mietern und Eigentümern ein angenehmes Zuhause zu bieten und als „seriöser, solider und zuverlässiger Partner“ zur Verfügung zu stehen. Probleme sieht das St. Gundekar-Werk vor allem im ländlichen Raum. Hier gebe es nach wie vor einen „Trend zur Landflucht“. Kleinere, von Großstädten abseits liegende Kommunen seien besonders betroffen. „Unvermietbar oder nur zu niedrigen Preisen vermietbare Häuser und Wohnungen werden in diesen betroffenen Regionen die unausweichliche Konsequenz sein“, erläutert Geschäftsführer Englert. Anders sieht es in den Städten aus. Insbesondere der Raum Ingolstadt biete die besten langfristigen Prognosen für die Vermietbarkeit von Wohnraum. „Auch dem Großraum Nürnberg werden mittelfristig gute Entwicklungschancen eingeräumt.“

Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen einen Jahresüberschuss von 1,6 Millionen Euro. Steigende Erlöse seien für die Zukunft vor allem im Geschäftsfeld der Hausverwaltung zu erwarten. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand habe die Gesellschaft „die Chance, ihr Bewirtschaftungsergebnis laufend zu verbessern“.

Ingesamt setzt das St. Gundekar-Werk verstärkt auf Modernisierung und Instandhaltung der vorhandenen Bausubstanz. Neue Bauvorbereitungen wurden nicht begonnen. Die Wohnungs- und Städtebaugesellschaft erwarb im Geschäftsjahr 2005 keine neuen Grundstücke. Stattdessen wurden beispielsweise in Greding zwölf Mietwohnungen modernisiert. In einer Wohnanlage in Nürnberg-Eibach wurden die Fenster erneuert und durch Aufstockung und Ausbau der Trockenböden acht neue Wohnungen geschaffen. Die Mieten bleiben dennoch moderat und betragen jetzt in der Nürnberger Wohnanlage 4,75 Euro pro Quadratmeter, in Greding 4,30 Euro pro Quadratmeter. Größere Investitionen stehen im neuen Geschäftsjahr in Nürnberg-Eibach, Heilsbronn, Roth und Ingolstadt an.

Seit über 50 Jahren gibt es die Wohnungsbaugesellschaft der Diözese Eichstätt: Die Hauptverwaltung befindet sich seit der Gründung in Schwabach. Die Zugehörigkeit der Mitarbeiter zum Unternehmen ist durch hohe Betriebstreue gekennzeichnet, wird in dem Geschäftsbericht hervorgehoben. Von den 49 hauptberuflichen Betriebsangehörigen sind 14 Mitarbeiter länger als 10 Jahre, fünf Mitarbeiter länger als 20 Jahre, vier Mitarbeiter länger als 30 Jahre und zwei Mitarbeiter länger als 40 Jahre im Unternehmen tätig. Im Jahr 2005 waren sieben Auszubildende im kaufmännischen Bereich beim St. Gundekar-Werk beschäftigt.

 



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