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04.11.2015

Studientag im Kloster Plankstetten: Religionen und Konfessionen im Ersten Weltkrieg

Plankstetten – Ein Studientag über Religionen und Konfessionen im Ersten Weltkrieg findet am Samstag, 7. November, in der Benediktinerabtei Plankstetten statt. Der Erste Weltkrieg, der ein Krieg der Nationen war, führte unvermeidlich zu einem Bruderkrieg. Der Krieg musste in den einzelnen Religionen und Konfessionen bewältigt werden; jeder der Soldaten betete darum und hoffte darauf, dass Gott mit ihm ist und er den Krieg heil übersteht. Der Krieg führte nicht nur in eine Existenz-, sondern auch in eine Glaubenskrise. Im Studientag soll dieser Aspekt aus Sicht der einzelnen Religionen und Konfessionen beleuchtet werden.

Der Studientag beginnt um 9 Uhr. Dr. Nicole Grom vom Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts spricht über jüdische Frontsoldaten. Ihr Referat trägt die Überschrift: „'Eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden' (Koh 3,8) – Zur Identitätssuche deutscher Soldaten jüdischen Glaubens zwischen Kriegsbegeisterung und Religiosität“.

Im Anschluss daran referiert Dr. Annette Jantzen, Aachen, über die religiöse Deutung des Ersten Weltkrieges durch Priester der römisch-katholischen Kirche: „Konfession, Nation, Region. Römisch-katholische Priester aus Frankreich und dem Reichsland Elsass und ihre religiöse Deutung des Krieges“.

Professor Dr. Oleh Turiy, Professor an der katholisch-ukrainischen Universität Lemberg, spricht über die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die Kirchen, die mit Rom uniert sind: „Griechisch-katholische Geistlichkeit in Galizien während des ersten Weltkrieges: Identitätskrise und pastorale Herausforderungen“.

Über das Halbmondlager bei Wünsdorf mit seiner Moschee und das Weinbergslager bei Zossen, die während des Ersten Weltkriegs als Sonderlager für die muslimischen Kriegsgefangenen eingerichtet wurden, spricht Dipl. Ing. Martin Gussone, Technische Universität Berlin. Sein Vortrag lautet: „Islam, Architektur und Propaganda – die „Benutzung der kriegsgefangenen Muhammedaner“ im Ersten Weltkrieg“.

Die Kirchengeschichtlerin Dr. Elena Belyakova, Moskau, erläutert in ihrem Vortrag die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die russisch-orthodoxe Kirche. Ihr Vortrag ist mit den Worten überschrieben: „Der erste Weltkrieg und die Krise der Staatskirche und der traditionellen Religiosität in Russland“.

Pfarrer Dr. Roland Liebenberg spricht über die Rolle der evangelischen Kirche und ihrer Theologie während des Ersten Weltkrieges. Sein Thema lautet: „Protestantische Kirche und Theologie im Ersten Weltkrieg“.

Veranstalter des Studientags sind die Benediktinerabtei Plankstetten, der Eichstätter Diözesangeschichtsverein und das Diözesanbildungswerk. Im vergangenen Jahr erinnerte der Studientag an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren.