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03.12.2015

Patriarch der syrisch-katholischen Kirche fordert deutschen Einsatz für Versöhnung in Syrien und Irak

Thomas Kremer (2. Von links) im Gespräch mit Patriarch Ignatius Youssef III. Younan (rechts). Links im Bild: Abouna Ignatius Offy aus Qaraqosh im Irak, ab 2016 Kollegiat des Collegium Orientale Eichstätt. pde-Foto: Rostyslav Myrosh/Cor

Eichstätt. (pde) – Die deutsche Regierung sollte sich stärker für die Versöhnung zwischen den verschiedenen Konfliktparteien in Syrien und im Irak engagieren. Diesen Wunsch äußert der Patriarch dersyrisch-katholischen Kirche, Ignatius Youssef III. Younan, in einem Gespräch mit dem Vizerektor des Collegium Orientale Eichstätt, Thomas Kremer, das im Blog „weitblick“ der Diözese Eichstätt veröffentlicht wurde.

Die Aufnahme vonsyrischen Flüchtlingen in Deutschland nannte er „eine schöne Geste von Freundschaft, Geschwisterlichkeit und Gastfreundschaft“. Aus humanitärer Sicht sei das sehr lobenswert. „Wir wünschen uns, dass die deutsche Regierung sich nicht darauf beschränkt, Flüchtlinge aufzunehmen, sondern dass sie sich mit allen Beteiligten guten Willens zusammentut, um die Konfliktparteien zu versöhnen“, sagte Younan.

Deutschland müsse noch einen Schritt weitergehen, um die wahren Ursachen für den Exodus von Hunderttausenden Syrern zu ergründen. „Die westlichen Länder haben die Konflikte geschürt und nicht geholfen, die Konfliktparteien zu versöhnen und im Dialog eine demokratische Lösung zu finden“, sagte das Oberhaupt der syrisch-katholischen Kirche. Die westeuropäischen Länder müssten sich noch stärker darin engagieren, den Ländern des Vorderen Orients zu helfen, eine stabile Situation in Frieden und Wohlstand wieder zu erlangen, insbesondere indem der gegenseitige Respekt wiederhergestellt werde. „Wenn Deutschland und Europa etwas zu sagen haben, sollten sie nicht nur die eigenen materiellen Interessen verfolgen und dabei die Prinzipien und Werte vergessen, auf denen Europa gegründet worden ist“, mahnte Younan.

Patriarch Ignatius Youssef III. Younan war Ende November zu Besuch in der Diözese Eichstätt. Das ausführliche Gespräch mit Thomas Kremer ist unter weitblick.bistum-eichstaett.de abrufbar.