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19.04.2003

Osterpredigt von Bischof Mixa: Licht der Osterkerze als Zeichen gegen die Finsternis in der Welt - Die Wirklichkeit von Krieg und Unrecht in Afrika und Lateinamerika nicht übersehen

Eichstätt, 19.04.03. (pde) – Der Osterglaube an Jesus Christus als den Sieger über alles Böse und den Tod hat nach den Worten von Bischof Dr. Walter Mixa gerade in diesen Tagen besondere Aktualität. Der leidende Jesus habe sich „buchstäblich mit dem Dreck dieser Erde, mit unseren menschlichen Qualen und Tränen“ verbunden. Die entscheidende Aussage von Ostern aber sei, dass dieser gequälte und grausam getötete Mensch zugleich der lebendige Christus sei, sagte der Bischof von Eichstätt und Katholische Militärbischof bei der Feier der Osternacht im Eichstätter Dom.

Man könne und dürfe die Bilder und die Nachrichten der letzten Wochen von den kriegerischen Handlungen im Irak nicht vergessen: Ein grausamer Diktator, der ein Volk über Jahre ganz und gar seinem Willen zu unterwerfen versuchte, und dann die Kriegserklärung ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrates durch die Vereinigten Staaten von Amerika mit der Unterstützung von Großbritannien und einigen anderen Staaten, Brände und Zerstörung, Tote auf beiden Seiten, Schwerstverletzte, verantwortungslose Plünderungen. Diese Geschehnisse seien ebenso mit dem Bild „Finsternis“ zu umschreiben wie die vielen anderen Arten von Finsternis in der Welt, die von vielen gar nicht mehr wahrgenommen werden. Der Bischof verwies auf die blutigen Stammeskriege in den verschiedenen Teilen Afrikas mit unzähligen Toten und schrecklichen Folgen wie großen Hungersnöten. Ungerechte, diktatorische Staatsstrukturen in Mittel- und Südamerika führten zur Ausbeutung und Verarmung des Landes und der Bevölkerung. Weltweit gebe es 40 Millionen Abtreibungen während eines Jahres. Zu diesen vielen Formen von Dunkelheit kämen die eigenen Ängste und Sorgen im persönlichen Leben, die Erfahrung von Schuld und Versagen, nicht zu lösende zwischenmenschliche Krisen, Traurigkeit um das Sterben von lieben Menschen. „Alle diese Wirklichkeiten können und dürfen nicht verleugnet oder überspielt werden“, betonte Mixa in seiner vom Bayerischen Rundfunk live übertragenen Predigt.

Doch gerade Ostern zeige, dass Gott als Schöpfer des Himmels und der Erde diese seine Welt und das menschliche Leben nicht einfach sich selbst überlässt. Gott mische sich nicht nur ein, sondern er vermische sich unwiderruflich mit dem menschlichen Leben in all seinen Höhen und Tiefen. In der Taufe sei der Mensch „verbunden für das Leben und über den Tod hinaus mit der bedingungslosen Liebe des gekreuzigten Jesus von Nazareth, mit dem unbesiegbaren Leben des auferstandenen Christus“. Deshalb könnten Christen in den verschiedenen persönlichen Dunkelheiten des Lebens, in den nicht zu verleugnenden Finsternissen dieser Welt im Zeichen der brennenden Osterkerze bekennen: „Jesus lebt und wir leben mit ihm, komme, was kommen mag in der Zukunft des irdischen Lebens“.

 



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