Zum Inhalt springen
23.10.2007

Neuwahlen und Bilanz beim Förderkreis „Netzwerk Leben“ - Professor Schleißheimer geehrt

Prof. Zöpfl (links) und Prof. Schleißheimer

Prof. Zöpfl (links) und Prof. Schleißheimer

Eichstätt. (pde) - Prof. Dr. Helmut Zöpfl ist als 1. Vorsitzender des Förderkreises Netzwerk Leben im Bistum Eichstätt in sein Amt wiedergewählt worden. Bei der Mitgliederversammlung des Förderkreises wurde auch Peter Nothaft als 2. Vorsitzender in seinem Amt bestätigt, ebenso wie die Vorstandsmitglieder Dorothea Göbl und Klaus Forster. Neu im Vorstand ist Professor Dr. Stephan Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Vorstandsmitglieder sind kraft Satzung außerdem der Bischöfliche Beauftragte Domkapitular Rainer Brummer und die Diözesanreferentin für das Netzwerk Leben, Teresa Loichen. Der Mitgliederversammlung war ein Gespräch mit Bischof Gregor Maria Hanke vorausgegangen. Dabei wurden Fragen der Bioethik, die Handlungsmöglichkeiten im Rahmen der Woche für das Leben sowie die Förderung diakonischen Handelns als Beitrag zum Lebensschutz erörtert. In der Bilanz der zurückliegenden Arbeitsperiode wurde nochmals auf die gelungenen Projekte der beiden interdisziplinären Tagungen sowie des Kinofilms „Mein kleines Kind“ verwiesen. Große Beachtung auch über Fachkreise hinaus fanden sowohl die Fachtagung „60 Jahre nach dem Nürnberger Ärzteprozess – Konsequenzen für Gesundheitspolitik und Gesellschaft“ als auch die Konferenz „Unerfüllter Kinderwunsch – Wirklichkeit und Bewertung der assistierten Reproduktionsmedizin“.

Besonders ehrte der Förderkreis sein Mitglied Prof. Dr. Bernhard Schleißheimer, der vor kurzem sein 85. Lebensjahr vollendet hat. Prof. Zöpfl würdigte Schleißheimers Einsatz für eine Ethik, „die eine zeitgemäße Antwort auf die alte und immer aktuelle Frage nach dem guten Leben gibt“. Nicht das unbedingte Gelingen stehe dabei im Vordergrund, sondern auf das Wollen und das Handeln komme es an. In der Auseinandersetzung mit der griechisch-abendländischen Tradition und mit zeitgenössischen Philosophen habe Schleißheimer besonders in seinem Werk „Ethik heute“ ein Konzept entwickelt, das in Zeiten der Postmoderne, der Globalisierung und zunehmender Multikulturalität nicht nur zeitgemäß, sondern dringlicher denn je sei. Für Schleißheimer sei über alle Sprach- und Kulturbarrieren hinweg die Vernunft die einzige verbindende Grundlage der Menschen: „Auch wenn sie heute keine absolut zuverlässige Instanz ist, so ist sie ohne Alternative“. Neben der Vernunft basiere Schleißheimers Ethik auf der Freiheit des Menschen und der Verantwortlichkeit der Person. Neue Herausforderungen der Gegenwart etwa gegenüber der Umwelt oder im Gesundheitsbereich erfordern - so habe Schleißheimer immer wieder deutlich gemacht - konkrete Tugenden: Toleranz, Gelassenheit, Mut, Offenheit oder Achtung vor dem Leben.

Bernhard Schleißheimer, Jahrgang 1922, lehrte von 1962 bis zu seiner Emeritierung 1987 an der Hochschule in Eichstätt. Er war Professor für Philosophie, Rektor der Pädagogischen Hochschule Eichstätt (1970 bis 1972) und Vizepräsident der Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt (1977 bis 1979). Für seine Verdienste wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und dem päpstlichen Silvesterorden ausgezeichnet. In seiner Laudatio verwies Zöpfl auf die herausragenden Arbeitsschwerpunkte von Prof. Schleißheimer: philosophische Grundlagen der Pädagogik, die er ganz konkret in die Gestaltung der Lehrpläne mit einbrachte, und in den letzten Jahren vor allem die intensive Auseinandersetzung mit Fragen der Ethik.