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16.11.2018

Neues Buch zur Geschichte der Abtei St. Walburg erschienen

Übergabe des neuen Buches über die Geschichte des Klosters St. Walburg im Ordinariat (pde-Foto: Fabian Gentner)

Buchpräsentation: Übergabe des Germania Sacra-Bandes „Die Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt“ an Bischof Gregor Maria Hanke. Im Bild (v.l.): Äbtissin Franziska M. Kloos OSB, Sr. Dr. Maria Magalena Zunker OSB, Dr. Nathalie Kruppa (Germania Sacra Göttingen), Bischof Gregor Maria Hanke. pde-Foto: Fabian Gentner

Eichstätt. (pde) – Eine ausführliche Geschichte der Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt hat Schwester Maria Magdalena Zunker OSB geschrieben. Der 864 Seiten umfassende Band der Reihe „Germania Sacra“ wurde am Freitag, 16. November, im Bischöflichen Ordinariat Eichstätt vorgestellt.

„Die Abtei St. Walburg gehört nicht unbedingt zu den herausragenden der im Mittelalter gegründeten Benediktinerinnenabteien Süddeutschlands“, schreibt die Autorin in ihrem Vorwort. Besitzausstattung und soziale Stellung waren und blieben eher bescheiden. Im politischen Bereich spielte das Kloster nie eine bedeutende Rolle. Auch mit namhaften literarischen und künstlerischen Werke haben sich die St. Walburger Nonnen nicht hervorgetan.

Die Bedeutung der Abtei liege vielmehr in zwei Gegebenheiten, die sie besonders prägten: Seit der Gründung am 24. Juli 1035 durch Graf Leodegar von Graisbach-Lechsgemünd bis heute – also seit 983 Jahre – leben ununterbrochen Benediktinerinnen in St. Walburg. Weder bei der Säkularisation im Jahre 1806 noch in der fast drei Jahrzehnte dauernden Aufhebung der Abtei ließen sich die Nonnen vertreiben. Bei der Wiedererrichtung des Klosters durch König Ludwig I. von Bayern im Jahre 1835 lebten immer noch 13 Schwestern in St. Walburg, heute sind es 29. Der steten Präsenz der Benediktinerinnen ist es auch zu verdanken, dass ein Großteil der Kunstschätze und der Inneneinrichtung, des historischen Buchbestands und nicht zuletzt der Archivalien vor Ort erhalten blieb.

Eine zweite Besonderheit der Abtei ist dem Buch zufolge in den von ihr wahrgenommenen Aufgaben als Hüterin des Grabes der heiligen Walburga zu sehen. Das Kloster am Grab der Heiligen entwickelte sich bald zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte. „Durch alle Jahrhunderte blieb der Walburgakult ein prägendes Element der Klostergeschichte und nahm eine zentrale Stellung im Leben der Eichstätter Benediktinerinnen ein“, so die Verfasserin.

Schwester Maria Magdalena, seit 2002 Archivarin des Klosters, hat in den vergangenen zwölf Jahren in akribischer Arbeit Archivalien insbesondere des Klosterarchivs, des Eichstätter Diözesanarchivs, des Nürnberger Staatsarchivs und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München erforscht und dabei reiches Quellenmaterial zur Personen-, Kloster-, Besitz- und Wirtschaftsgeschichte und auch der Wallfahrtsgeschichte erschlossen. So sind zum Beispiel Daten und teils auch Biogramme aller für St. Walburg nachweisbarer Nonnen von der Gründung bis zur Säkularisation im Buch zu lesen. Sie zeigen ein lebendiges Bild der Vielfalt von Persönlichkeiten, die über Jahrhunderte das Kloster durch ihr Wirken in Gebet und Arbeit geprägt haben.

Der Germania Sacra-Band „Die Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt“ ist ein Handbuch, das vor allem Kirchenhistoriker aber auch Heimatforscher ansprechen dürfte. Die Autorin selbst sieht in ihrem Werk noch eine tiefere Bedeutung. „Ich empfinde meine Arbeit als Historikerin des Klosters auch als eine Verpflichtung all den Schwestern gegenüber, die vor mir in diesem Kloster gelebt haben, besonders derjenigen, die während der harten Jahre der Säkularisation von 1806 bis zur Wiedererrichtung im Jahre 1835 ihrer Berufung zum monastischen Leben in St. Walburg treu geblieben sind“, sagt Schwester Maria Magdalena. „Es ist ein Erbe, das es auch für die Zukunft zu bewahren gilt, das identitätsstiftend für die jetzigen und die künftigen Schwestern ist.“

Die Benediktinerinnenabtei St. Walburg in Eichstätt. Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Eichstätt 2, De Gruyter Akademie Forschung, 2018, 864 Seiten, ISBN-10: 3110596407, Preis: 169,96 Euro.



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