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27.05.2003

Neue Aufgabe für Padre Christoph Mikolajetz - Der gebürtige Nürnberger wurde vor 10 Jahren in Bolivien zum Priester geweiht

Eichstätt/Nürnberg. (pde) - Seit wenigen Monaten ist der aus der Nürnberger Pfarrei „Zum Guten Hirten“ stammende Priester Christoph Mikolajetz in Santa Cruz, der zweitgrößten bolivianischen Stadt mit über 1,6 Mio Einwohnern, tätig. Der Bischof der Diözese Sucre, für die er vor zehn Jahren zum Priester geweiht worden ist, hat ihn im Rahmen eines Personalhilfeprogrammes nun in die Diözese Santa Cruz geschickt. Bisher war Mikolajetz für die zwei Orte Azurduy und Tarvita mit zusammen 18.000 Einwohnern zuständig. Diese beiden Orte liegen am Ostabfall der Anden in einer Höhe von etwa 2.500 m, der sogenannten Tälerregion. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von Orten in Höhenlagen von max. 3.500 m bis hinunter auf 1.000 m über Meeresspiegel. Vom Gemeindesitz aus war er in den Norden rund 110 km unterwegs und im Süden waren es über 90 km, wobei dort die Strecke zum Teil nur mit dem Pferd zu bewältigen war.

Jetzt ist Mikolajetz am Stadtrand von Santa Cruz, in einer neu entstehenden Gemeinde mit etwa 15.000 Einwohnern, davon etwa 80 Prozent Katholiken, tätig. Die Einwohner dieses neuen Siedlungsgebietes stammen vor allem aus der Region, in der er bisher tätig war. Zur besseren pastoralen Betreuung der Gemeinde und zur Intensivierung der Gemeindemission plant Mikolajetz nun Katechisten aus den Gebieten der Tälerregion ins Tiefland zu sich einzuladen, um dort die Saison-Arbeiter besser zu betreuen. Ein besonderes Problem, so berichtet Mikolajetz, stellen die Aktivitäten der Sekten dar, die sich in vielfältiger Art und Weise auch bereits in seinem Gemeindegebiet ausgebreitet haben.

Eine dringende Aufgabe in dieser von Armut geprägten Region ist es für Mikolajetz, zunächst einmal die Nahrungsmittelversorgung für die Menschen sicher zu stellen. Darum organisiert er auch eine Art Armenspeisung, unter Mithilfe der Armen selbst. Sehr erfreut ist Mikolajetz über das Wirken von 13 kleinen Basisgemeinden in seiner Gemeinde und über die rege Kinder- und Jugendarbeit. Allein in den wenigen Wochen seiner Tätigkeit konnte er feststellen, dass jeweils über 200 Kinder zur Kommunion und Firmvorbereitung kommen. Wobei besonders die Firmvorbereitung mit eineinhalbjähriger Dauer für die ab 16-Jährigen eine sehr große Herausforderung darstellt. Neben einem Kaplan erfährt Mikolajetz zusätzliche Unterstützung von zwei einheimischen Schwestern vom Orden der „Heiligen Schutzengel“, einer bolivianischen Kongregation, die dort in Basisgesundheitsprojekten wertvolle Hilfen leistet.

Mikolajetz praktizierte in den vergangenen zehn Jahren in seiner Sozial-Pastoral einen Ansatz, der von fünf Buchstaben gekennzeichnet war, dem A, E, I, O und U. Jeweils ein W vor dem Buchstaben gestellt, ergibt es bereits die wichtigsten Kennzeichen seiner Arbeit. „Wa“ steht für Wasser und die Versorgung der Bewohner mit sauberem Trinkwasser. „We“ steht für Wege und das Errichten von Brücken und begehbaren Verkehrswegen zu den abgelegensten Dörfern. „Wi“ steht für Wissen und Bildung. „Wo“, Wohnungen: Ohne ein sicheres Dach über dem Kopf, das vor Kälte und Regen schützt lässt sich kein humanes Leben vorstellen. Wu“ steht für Wurzeln. Mikolajetz hat aufgrund seiner umfassenden Kenntnisse der Bevölkerung in den Anden gezeigt, wie sie mit dem Anbau verschiedener angepasster Getreidesorten und dem Anbau von Obst ihre Nahrungssituation verbessern können.

Unter neuen Vorzeichen wird er diese Arbeit nun auch in der Großstadt fortsetzen, wobei es hier natürlich auch neuer Ideen bedarf. Wer Christopf Mikolajetz unterstützen möchte, kann dies tun über die Missionsprokur der Jesuiten in Nürnberg. Kontonummer: 5115582 bei der Liga Bank, BLZ: 750 903 00, Verwendungszweck „Mikolajetz 7913.“

 



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