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11.08.2017

Kunstwerk des Monats: Deckengemälde von Alois Wünsche-Mitterecker in der Pfarrkirche Allersberg

pde-Foto: Diözesanmuseum

Eichstätt/Allersberg. (pde) – Das monumentale Deckengemälde in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Allersberg präsentiert der Fachbereich Kultur- und Denkmalpflege des Bistums Eichstätt als Kunstwerk des Monats August. Vorgestellt wird das Werk des Eichstätter Künstlers Alois Wünsche-Mitterecker auf der Homepage des Domschatz- und Diözesanmuseums.

Alois Wünsche-Mitterecker (geb.1903 in Gleisdorf/Steiermark, gestorben 1975 in Eichstätt) ist vor allem bekannt wegen des Figurenfeldes im Hessental bei Eichstätt, das als sein Hauptwerk von 1958 bis 1975 entstanden ist. Er fertigte aber auch zahlreiche Werke in der damals beliebten Technik der Steinätzung für öffentliche Gebäude in Deutschland. Ein nicht nur wegen des riesigen Formats besonders spektakuläres Werk des Künstlers ist in der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt in Allersberg zu sehen.

Das Fresko bedeckt das gesamt Langhausgewölbe und hat eine Fläche von ca. 200 qm. Das Thema des Freskos ist gemäß dem Kirchenpatrozinium die Aufnahme Mariens in den Himmel. Wünsche-Mitterecker komponierte das Bild wie in der Blütezeit der Deckenmalerei im 18. Jahrhundert mit einer konsequenten Zentralperspektive. Als Vermittlung vom irdischen Geschehen in das himmlische dient eine Balustrade, die den gesamten Bildrand umläuft. Die Hinführung zum Hauptgeschehen bildet eine imposante Treppenanlage, auf deren Podest der geöffnete Sarkophag Mariens steht. In gleißend goldenem Licht wird die Muttergottes emporgehoben und zur Heiligsten Dreifaltigkeit geführt. Dieses Ereignis verfolgen die Apostel, aber auch zahlreiche zeitgenössische Personen. Darunter sind der Auftraggeber, Pfarrer Fetsch, der ehemalige Eichstätter Bischof Joseph Schröffer, das Eichstätter Domkapitel und örtliche Honoratioren. Ihnen sind aus dem jeweiligen Ort markante Gebäudeansichten beigegeben. Weitere Figuren sind die Diözesanpatrone und Engel. Der Bereich über der Empore ist tradtionellerweise der Musik gewidmet.

Die Allersberger Pfarrkirche, die 1708-1710 unter der Leitung von Giovanni Battista Camessina erbaut wurde, musste nach dem zweiten Weltkrieg instandgesetzt und restauriert werden. Auf Empfehlung des Landesamtes für Denkmalpflege wurde Alois Wünsche-Mitterecker im Jahr 1950 mit der Ausführung von Deckengemälden im Chor und im Langhaus beauftragt. Es entstand in relativ kurzer Zeit eine Malerei, die im gesamten 20. Jahrhundert nichts Vergleichbares aufzuweisen hat.

Wünsche-Mitterecker führt teilweise atemberaubende Perspektiven vor und sucht damit Anlehnung an die alten Meister. „Seine besondere Leistung besteht einerseits darin, in einer Zeit, in der die Deckenmalerei nur noch ein Nischenfach gewesen ist, ein derart großes Format zu bewältigen, und andererseits nicht als historistischer nachahmender Künstler aufzutreten, sondern seinen eigenen, expressiv geprägten Stil zum Tragen zu bringen“, so Dr. Emanuel Braun, der Leiter des Eichstätter Diözesanmuseums.

Seit 1983 wird im Bereich des Bistums Eichstätt in akribischer Detailarbeit der Bestand an Kunstwerken dokumentiert. Die systematisch durchgeführte Arbeit der Fachleute soll in den nächsten Jahren abgeschlossen werden. Erfasst wird alles, was den Kriterien eines Kunstdenkmals entspricht – vom Gebäude bis zum liturgischen Gerät. Bei der Forschung und Erfassung im Bereich des Bistums Eichstätt kommt es immer wieder zu überraschenden Erkenntnissen. Mit der Reihe „Kunstwerk des Monats“ werden auf der Homepage des Domschatz- und Diözesanmuseums einige dieser in der Öffentlichkeit bisher wenig bekannten Entdeckungen vorgestellt: www.dioezesanmuseum-eichstaett.de.