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28.12.2015

Kirchenhistoriker Ernst Reiter wird 90 – Seelsorger, Wissenschaftler und Autor

Eichstätt. (pde) – Der Kirchenhistoriker Prof. em. Dr. Ernst Reiter vollendet am 5. Januar sein 90. Lebensjahr. Mehr als 27 Jahre lehrte der gebürtige Mittelfranke und Eichstätter Diözesanpriester an der Eichstätter Hochschule. Auch nach seiner Emeritierung blieb Ernst Reiter der Wissenschaft und der Seelsorge verbunden. Zahlreiche Veröffentlichungen haben ihn weit über den universitären Bereich hinaus als Autor bekannt gemacht, vor allem in seinen wissenschaftlichen Spezialgebieten: der Reformationsgeschichte, der Kirchengeschichte während des Dritten Reichs und der Eichstätter Diözesangeschichte.

Ernst Reiter wurde 1926 in Hilpoltstein geboren und am 29. Juni 1953 von Bischof Dr. Joseph Schröffer in Eichstätt zum Priester geweiht. Nach einer kurzen Zeit als Kooperator in Monheim war er von 1955 bis 1960 Direktor des Bischöflichen Knabenseminars St. Wunibald in Eichstätt und zugleich von 1958 bis 1960 Archivar des Ordinariatsarchivs. Zudem unterrichtete er von 1956 bis 1960 als Religionslehrer am Humanistischen Gymnasium in Eichstätt. 1960 wurde er zu weiterführenden Studien in Bonn beurlaubt, die er 1963 mit der Promotion abschloss. 1964 übernahm er die Professur für Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Eichstätt – der späteren Katholischen Universität –, zunächst vertretungsweise und ab 1968 bis zu seiner Emeritierung 1991 als Hochschulprofessor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte. Von 1968 bis 1976 war er Diözesanbeauftragter für Ökumene und von 1972 bis 1976 Vorsitzender der Ökumenischen Kommission des Bistums Eichstätt. Von 1983 bis 2015 war Prof. Reiter Spiritual für die Benediktinerinnen der Abtei St. Walburg in Eichstätt. 2010 wurde er von Bischof Gregor Maria Hanke in die Historikerkommission des Seligsprechungsverfahrens für Pater Jakob Rem berufen.