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27.06.2018

Handelsbilanz zur Finanz- und Vermögenslage der Diözese Eichstätt: Bistum steht solide da

Eichstätt. (pde) – Das Bistum Eichstätt legt mit seinem Finanzbericht für das Jahr 2017 eine testierte Bilanz nach Handelsgesetzbuch (HGB) zu seinen Finanz- und Vermögensverhältnissen vor. Mit einer Bilanzsumme von rund 609,3 Millionen Euro und einer Eigenkapitalquote von 64,6 Prozent zum 31. Dezember 2017 ist das Bistum insgesamt finanziell nachhaltig für die Zukunft gerüstet: „Wir sind solide aufgestellt, haben aber gleichzeitig zukünftig hohe finanzielle Verpflichtungen zu stemmen“, erklärt der leitende Finanzdirektor des Bistums, Florian Bohn. Mit der Veröffentlichung des Jahresabschlusses nach HGB erfüllt die Diözese ein Ziel, das sie sich im Prozess der Transparenzoffensive gesetzt hat.

Die Bilanz der Diözese enthält auf der Seite der Aktiva Sachanlagen von rund 126,0 Millionen Euro, wovon der Großteil Grundstücke und Immobilien umfasst. Die Finanzanlagen belaufen sich auf 344,2 Millionen Euro. Für diese Anlagen regeln verschiedene Diözesangesetze eine risikoarme, ethisch-nachhaltige Anlagestrategie, die im Einklang mit der katholischen (Sozial-)Lehre steht. Die Anlagen werden von professionellen Vermögensverwaltern vorgenommen und vom Finanzdirektor der Diözese verantwortet. Das Umlaufvermögen der Diözese beträgt rund 133,7 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine im Geschäftsjahr 2017 um rund 40,3 Millionen Euro gestiegene Bilanzsumme von rund 609,3 Millionen Euro.

Insgesamt kann das Bistum auf der Passiv-Seite der Bilanz ein Eigenkapital von rund 393,4 Millionen Euro ausweisen. Große Teile davon sind bereits mittel- und langfristig für zukünftige Ausgaben eingeplant. In den kommenden Jahren sind davon rund 150 Millionen Euro für Bau und Renovierung von Kirchen, Pfarrheimen, diözesanen Schulen, Kindertagesstätten oder anderen kirchlichen Gebäuden vorgesehen. Für die Pensionen und Renten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hält die Diözese insgesamt 80 Millionen Euro vor. 30 Millionen Euro sind in der Diözese Eichstätt für die Zukunft der Pastoral auf die Seite gelegt worden, mit denen u.a. Einrichtungen und Projekte in der missionarischen und innovativen Pastoral oder geistliche Zentren gefördert werden sollen. Den gleichen Betrag hat die Diözese für strukturelle Nachhaltigkeit, d. h. für die Erneuerungen von Strukturen und Prozessen im Bistum, als Rücklage angesetzt. Insgesamt 30 Millionen Euro reserviert das Bistum als Rücklage für Stiftungen. Rücklagen zur freien Verwendung sind mit 23 Millionen Euro in der Diözese angesetzt. Sie sind der sprichwörtliche „Notgroschen“, den das Bistum zur Verfügung hat, um z.B. sinkende Kirchensteuereinnahmen zu kompensieren oder unvorhergesehene Ausgaben zu decken. Als Kapital im engeren Sinne verbleiben damit 50 Millionen Euro.

Aufgrund der guten Konjunkturlage kann das Bistum Eichstätt 2017 insgesamt Einnahmen von rund 183,5 Millionen Euro in seiner Gewinn- und Verlustrechnung verzeichnen. Neben Zuschüssen und Spenden sind die Kirchensteuern mit rund 121,7 Millionen Euro die wichtigste Einnahmequelle für die Diözese. Diesen Einnahmen stehen Aufwendungen von rund 183,4 Millionen Euro gegenüber. Mit 79,3 Millionen Euro sind die Ausgaben für Personal in Seelsorge und Verwaltung der größte Posten der Aufwendungen. Mit diversen weiteren Erträgen aus Beteiligungen und Finanzanlagen ergibt sich ein Jahresüberschuss von 1,8 Millionen Euro für das Bistum.

Die Bilanz, mit der die Diözese Eichstätt dank der Umstellung der Rechnungslegung nach HGB einen besseren und langfristigen Überblick über ihre wirtschaftliche Lage hat, legt das Bistum im Rahmen ihrer Transparenzoffensive vor. Diesen Prozess haben die deutschen Bischöfe gemeinsam angestoßen, um offenzulegen, wie die Kirche mit den ihr anvertrauten Geldern umgeht. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sieht darin eine große Verantwortung: „Wir werden in naher Zukunft in einer schwieriger werdenden Lage der Kirche mit weniger Geld und Mitteln dennoch viel bewerkstelligen und neue Antworten auf neue Fragen geben müssen.“ Das kann aber nur gelingen, wenn die Diözese einen Überblick über ihre finanzielle Lage hat und in der Finanzverwaltung kompetent aufgestellt ist.

Im Rahmen der Transparenzoffensive wurde weiterhin das Vermögen des Bischöflichen Stuhls und der Emeritenanstalt der Diözese Eichstätt als eigenständige Rechtsträger bilanziert. Zweck des Bischöflichen Stuhls ist es, den Bischof von Eichstätt bei der Erfüllung seiner Aufgaben und Wahrnehmung seiner Rechte zu unterstützen. Die Bilanzsumme des Bischöflichen Stuhls betrug zum 31. Dezember 2017 10,1 Millionen Euro. Die Emeritenanstalt der Diözese Eichstätt sichert die Ruhestandsversorgung von Geistlichen. Die Bilanzsumme der Emeritenanstalt belief sich zum 31. Dezember 2017 auf 124,2 Millionen Euro.

Weiterhin legen verschiedene Stiftungen in der Diözese Eichstätt Jahresabschlüsse nach Handelsgesetzbuch vor. Das Vermögen der Stiftung Karpos von rund 10,3 Millionen zum 31. Dezember 2017 Euro ist fast ausschließlich durch Eigenkapital finanziert. Die Stiftung hat den Zweck, den kirchlichen Verkündigungsauftrag in seiner gesamten Breite zu fördern und zu unterstützen. Die St.-Willibald-Stiftung unterstützt vielfältige kirchliche Aufgaben im Bistum Eichstätt und hat zum 31. Dezember 2017 ein ihr dauerhaft zur Verfügung stehendes Kapital von rund 21,3 Millionen Euro. Zu den Aufgaben der St. Willibald-Stiftung gehört die treuhänderische Verwaltung des Vermögens der unselbständigen Stiftung Ingolstädter Messbund. Zweck dieser Stiftung ist die Unterstützung des weltlichen Auftrags der Diözese Eichstätt z.B. mit der Förderung des Marianischen Messbundes. Dafür hat die Stiftung ein dauerhaft zur Verfügung stehendes Kapital zum 31. Dezember 2017 von 1,1 Millionen Euro.

Der ausführliche Finanzbericht der Diözese und die der weiteren Rechtsträger, die bereits eine Bilanz vorgelegt haben, sind auf www.bistum-eichstaett.de/transparenzoffensive/ abrufbar.

Das Bischöfliche Seminar St. Willibald Eichstätt, das Domkapitel Eichstätt und die Domkustodie Eichstätt werden in den kommenden Jahren ebenfalls testierte Jahresabschlüsse vorlegen.

Für Fragen der Gläubigen zur Bilanz oder zur Verwendung der Mittel hat die Diözese Eichstätt ab sofort eine Hotline geschaltet. Unter Tel. (08421) 50-779 können sich Interessierte von Montag bis Freitag zwischen 8.30 und 16.30 Uhr informieren.