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08.07.2020

„Getrieben von der Sehnsucht nach Gott“: Vesper zum Willibaldsfest in Eichstätt

Der heilige Willibald als Pilger, eine Darstellung im Willibaldschor des Eichstätter Doms. pde- Foto: Geraldo Hoffmann

Eichstätt. (pde) – „Es war nicht Reise- und Abenteuerlust oder bloße Neugierde, die den heiligen Willibald antrieben, sondern die Sehnsucht nach Gott“: Bei einer Vesper zum Willibaldsfest am Dienstag, 7. Juli, in der Eichstätter Schutzengelkirche bezeichnete Bischof Gregor Maria Hanke den Bistumspatron als „ein Mensch der Bewegung“. Ein Mensch der Sehnsucht setze sich nicht zur Ruhe, sondern breche immer wieder auf. Willibald war nach den Worten des Bischofs „getrieben von der Sehnsucht nach Gott, von der Suche nach Gott“.

Hanke zeichnete in seiner Ansprache bei dem Abendgebet den Lebensweg des ersten Bischofs von Eichstätt nach. Geboren in Südengland, brach er mit seinem Vater und seinem Bruder Wunibald in jungen Jahren zu einer Pilgerreise über Rom in das Heilige Land auf. „Dort wanderte, meditierte und betete er auf den Spuren Jesu, um dann weiterzuziehen über Syrien nach Konstantinopel – das war das damalige New York, die Weltmetropole“, erzählte Hanke. In Konstantinopel lebte Willibald zweieinhalb Jahre in einer Klause in der Apostelkirche und führte ein religiöses Leben ohne feste Bindung. Als die kirchenpolitische Lage sich dort zugespitzt habe und viele Mönche die Klöster in Richtung Süditalien verließen, sei auch Willibald nach Süditalien gezogen, um Benediktinermönch in Montecassino zu werden. Als Mönch habe ihn sein Verwandter Bonifatius in die Mission nach Eichstätt geholt. Hier wirkte er von 740 bis zu seinem Tod am 7. Juli, vermutlich im Jahr 787. „Auch mit modernen Fortbewegungsmitteln wäre der Pilgerweg des heiligen Willibald nach Eichstätt ein gewaltiges Unterfangen. Um wie viel mehr muss es dies gewesen sein im frühen 8. Jahrhundert“, sagte der Eichstätter Bischof.

Willibalds Leben zeige zugleich, dass der Pilgerweg des Glaubens kein Solospiel sei. „Wer in die Beziehung mit Christus eintritt, kann dies nicht als Solist tun. Er braucht die Weggemeinschaft“, betonte Hanke. So sei es auch bei Willibald gewesen: aufgewachsen in einer religiösen Familie, erzogen in einer klösterlichen Gemeinschaft, aufgebrochen auf die Pilgerreise mit dem Vater und dem Bruder. Auf den Spuren Jesu habe er die intensive Gemeinschaft mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen erfahren. Sein Aufenthalt in Konstantinopel sei von der Gemeinschaft des Gebets und der Liturgie geprägt gewesen, bevor er schließlich in die gebundene Gemeinschaft des Klosters von Montecassino eingetreten sei. „Der Weg der Nachfolge Jesu braucht die Gemeinschaft, denn nur im Du kann ich Christus im Gesicht des Nächsten entdecken, seinen Herzschlag mitten in dieser Welt vernehmen.“

Einen persönlichen Gruß und ein Segensgebet zum Namenstag hatte Bischof Hanke 1.113 Personen im Bistum Eichstätt, die „Willibald“, „Willi“ oder „Willy“ heißen, per Post zukommen lassen.

Eine Aufzeichnung des Livestreams der Willibaldsvesper sowie weitere Informationen sind abrufbar unter www.willibaldswoche.de.



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