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23.02.2022

Diözesanhaushalt 2022: Vorausschauende Reformen zur Sicherung der Glaubensverkündigung

Grafik: Vincent Herb/pde

Eichstätt. (pde) – In seinem Wirtschaftsplan für das Jahr 2022 setzt das Bistum Eichstätt auf nachhaltige Planungen für eine Zukunft mit geringer werdenden finanziellen Mitteln. Die Immobilien- und Personalstruktur soll dabei in den nächsten Jahren auf dem Prüfstand stehen. „Trotz finanzieller Herausforderungen geht es weiter darum, Jesu Botschaft auf bewährten aber auch auf neuen Wegen zu verkünden“, sagt Amtschef Thomas Schäfers. „Dabei müssen wir gemeinsam Wege in die Zukunft aufzeigen, notwendige – zum Teil wohl auch schmerzhafte – Veränderungen angehen, und in Verantwortung für kommende Generationen die besten Lösungen finden.“ Diese Wege will die Diözese im Rahmen ihres Strategieprozesses beschreiten. Dabei wird sich das Bistum mit verschiedenen Projekten in den Schwerpunkten Wachstum, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zukunftsweisend aufstellen.

Insgesamt rechnet die Diözese mit einem Minus von rund 12 Millionen Euro und verbessert damit ihr voraussichtlich negatives Jahresergebnis von 18,7 Millionen Euro aus dem Plan des Vorjahres. Diese Prognosen ergeben sich vor dem Hintergrund der schwächeren konjunkturellen Entwicklung aufgrund der Corona-Pandemie und des Rückgangs der Gläubigen. Für das Jahr 2022 erwartet das Bistum Eichstätt 107,4 Millionen Euro an Kirchensteuereinnahmen wie etwa auch im Vorjahr.

Der Wirtschaftsplan des Bistums Eichstätt umfasst ein Volumen von 182,4 Millionen Euro. Rund 94,1 Millionen Euro sind für Personalaufwendungen eingeplant. „In den kommenden Jahren müssen wir unsere Personalstrukturen überprüfen und vorausschauend planen, wie wir diese Kosten mit Blick auf unsere Kernaufgaben und im Sinne unserer Mitarbeitenden senken können“, sagt Amtschef Schäfers zum umfangreichsten Posten der Ausgaben.

Etwa die Hälfte der Personalkosten ist für die Löhne und Gehälter der pastoralen Mitarbeitenden reserviert. Dazu zählen beispielsweise Priester und seelsorgliche Mitarbeitende in den Pfarreien oder in speziellen Bereichen der Pastoral wie der Notfall- und Krankenseelsorge oder der Ehe-, Familien- und Kinderpastoral. 27 Prozent der geplanten Personalaufwendungen sind für die Lehrkräfte und Angestellten der diözesanen Schulen vorgesehen. Die verbleibenden knapp 24 Prozent werden für das Verwaltungspersonal im Bischöflichen Ordinariat vorgehalten und zum Beispiel für das Generalvikariat, die Diözesanbuchhaltung oder die Personalabteilung und weitere Bereiche eingeplant. Insgesamt sind hier auch rund 3,7 Millionen Euro für die Rückstellung für Beihilfeversicherung von Priestern und Lehrkräften im kirchlichen Dienst eingeplant. Die seitens der Diözese tarifrechtlich zugesagte Beihilfe deckt dabei teilweise Gesundheitskosten in unterschiedlichem Umfang, ähnlich wie im Beamtensystem.

Zuschüsse vergibt die Diözese 2022 in Höhe von rund 50,2 Millionen Euro. An die Emeritenanstalt des Bistums Eichstätt gehen davon 18,3 Millionen Euro. Dies ist notwendig, weil die Emeritenanstalt aufgrund des stetig niedrigen Zinsniveaus ihre Rückstellungen aufstocken muss. Die Emeritenanstalt ist für die Ruhestandsversorgung von Geistlichen verantwortlich.

7,7 Millionen Euro der Zuschüsse sind für Verbände wie zum Beispiel die Malteser, den Sozialdienst katholischer Frauen oder den Caritasverband für die Diözese Eichstätt reserviert oder im Katastrophenfonds des Bistums hinterlegt. Den Kirchenstiftungen kommen rund 8,8 Millionen Euro im Rahmen der Pfarreienfinanzierung zu Gute. Trotz des Baustopps seit 2021 sind für die Kirchenstiftungen Bauzuschüsse mit einem Volumen von rund 3,5 Millionen Euro vorgesehen. Im Zuge des Baustopps wird die Diözese bis Ende 2024 nur noch in Ausnahmefällen Bauanträge genehmigen, die beispielsweise Sicherheits- oder Brandschutzmaßnahmen betreffen. Mit der Erarbeitung von Pastoral- und Immobilienkonzepten in allen Pastoralräumen setzt hier der Strategieprozess an, um die pastorale Ausrichtung mit der Infrastruktur zu verzahnen. „Wir wollen als Kirche weiterhin sinnvoll in der Zukunft wirken können. Dazu bedarf es Anpassungen in der Immobilienstruktur, die zu groß geworden ist. Diese sind sicher schmerzhaft, aber notwendig, um die Pastoral sicherstellen zu können“, erklärt Generalvikar P. Michael Huber.

Neben den Einnahmen aus Kirchensteuern erwirtschaftet die Diözese auch Erträge in verschiedenen Einrichtungen oder Dienstleistungen, wie dem Rechenzentrum oder ihren Tagungshäusern. Diese Einnahmen sind mit 19,3 Millionen Euro eingeplant. Außerdem erhält das Bistum Zuschüsse von Dritten in Höhe von rund 33,7 Millionen Euro. Der größte Teil davon ist von staatlicher Seite für die kirchlichen Schulen zu erwarten.

Der Wirtschaftsplan der Diözese Eichstätt wird nach Grundsätzen des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt, sodass Verwaltungs- und Vermögenshaushalt zusammen erfasst werden.

Ausführliche Informationen zum Wirtschaftsplan mit geplanten Aufwendungen und Einnahmen 2022 unter www.bistum-eichstaett.de/haushalt.

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