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02.04.2020

Coronavirus: Wie Eichstätter Partnerdiözesen die Pandemie erleben

Maher-Mitarbeiterin

Eine Mitarbeiterin von Maher klärt Slum-Bewohner über die Corona-Pandemie auf. Foto: Maher

Eichstätt. (pde) – Steigende Angst, geistliche Nähe, Polizeikontrolle in Kirchen und Multivitamin für das Immunsystem: Mit Sorge, Gebet und zum Teil ungewöhnlichen Maßnahmen begegnen die Menschen die Coronakrise in den Eichstätter Partnerdiözesen Leitmeritz (Tschechien), Gitega (Burundi) und Poona (Indien). Eindrücke aus dem Pandemie-Alltag in den drei Ländern hat das Referat Weltkirche der Diözese Eichstätt erhalten.

Die landesweite Quarantäne, die Mitte März in Tschechien verhängt wurde, habe erhebliche Einschränkungen mit sich gebracht, berichtet der Leitmeritzer Bischof Jan Baxant in einem Brief. Aber nicht nur das. „Eine ungeahnte Gelegenheit bietet sich uns, unsere eigenen Augen und Herzen zu öffnen“. In seiner bischöflichen Residenz fühle er sich wie in einer telefonischen Beratungsstelle: „Priester rufen mich an, stellen Fragen, bitten um Rat, wie dies oder jenes seelsorgerisch zu lösen ist“, erzählt Baxant. Er bekomme hunderte E-Mails mit sowohl ermunternden als auch kritischen Worten. „Ich spüre jedoch, dass wir uns untereinander geistlich näher sind“. Er sei auch informiert worden, dass die Polizei kontrolliere, ob die Quarantäne in den Kirchen eingehalten wird. Den Gläubigen im Bistum Eichstätt dankt Baxant für die Freundschaft, die nicht nur formell durch die Partnerschaft zwischen den beiden Diözesen besiegelt, sondern „wahr, ehrlich, menschlich und christlich“ gemeint sei. „Gerne beten wir für Sie. Ich bitte Sie, uns in Ihre Gebete einzuschließen.“

Abbe Privat Nduhirubusa, Pfarrer der Pfarrei Bugendana in der Eichstätter Partnerdiözese Gitega, beschreibt die Situation in seinem Heimatland so: „Wie in der ganzen Welt, zittern die Menschen in Burundi wegen der Coronavirus-Krankheit.“ Grundsätzlich gelte für alle Gäste aus dem Ausland eine verpflichtende und kostenpflichtige 14-tägige Quarantäne in staatlich festgelegten Einrichtungen. „Seit jemand positiv getestet worden ist, ist in diesem Land keine Versammlung mehr möglich, auch keine heilige Messe“, so Privat.

Burundi sei sehr anfällig, was das Gesundheitssystem betrifft. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt in dem afrikanischen Land auf 10.000 Menschen nur ein Arzt. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 42 Ärzte. „Wir erwachen jeden Tag mit steigendem Fieber und Angst“, schreibt Abbe Privat. „Wird jemand mit dem Coronavirus angesteckt, weiß man nicht, ob das Personal und die Medikamente zur Behandlung der verursachten Nebenkrankheiten vorhanden sind. Gott möge uns davon befreien.“

Sorge um ihre Gesundheit angesichts der Corona-Pandemie machen sich auch die Menschen in der Partnerdiözese Poona in Indien. So hat die Organisation „Maher“, die hilfsbedürftigen Frauen, Kindern und Männern ein Zuhause bietet, bereits vor einem Monat Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Die Mitarbeiter wurden geschult, um sich selbst und die Bewohner der Einrichtung zu schützen. Besuche sind verboten. „Multivitamin-Tabletten und -sirup wurden verabreicht, um das Immunsystem aller in unseren Häusern lebenden Personen zu stärken“, schreibt Schwester Lucy Kurien. In allen Zentren von „Maher“ und in Slums wurden Sensibilisierungsprogramme mit Straßenspielen, Videos und Diashows durchgeführt. Für den Notfall hält „Maher“ separate Räume und Betten für die Corona-Kranken bereit. „Wir hoffen und beten, dass die Situation bald unter Kontrolle ist“, fügt Schwester Lucy hinzu.

 



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