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25.02.2013

Bischof Hanke: Gender-Theorie gefährdet den Wertekanon der Gesellschaft – Christen dürfen sich nicht in innerkirchlichen Diskussionen verheddern

Walburgafest 2013

Eichstätt, 25.2.2013. (pde) – Die Kirche kann es sich angesichts gewaltiger Herausforderungen und Umbrüche in der Gesellschaft nicht leisten, die Kräfte durch innerkirchliche Diskussionen zu binden und der Welt das Zeugnis des Gottesglaubens schuldig zu bleiben. Beim Fest der Eichstätter Diözesanpatronin Walburga appellierte Bischof Gregor Maria Hanke an die Christen, sich nicht in der Beschäftigung mit sich selbst zu verheddern, sondern nach der „Grundfigur des Christseins“ zu suchen.

Neben der drohenden Abschaffung der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens verwies der Bischof von Eichstätt auf die seit einigen Jahren in der westlichen Welt um sich greifende Gender-Diskussion mit der Forderung, Homo-Paare gleichberechtigt zur Ehe von Mann und Frau zu behandeln. Die Gender-Theorie gefährde den Wertekanon der Gesellschaft und stehe im Widerspruch zum jüdisch-christlichen Menschenbild. Nicht nur der Abschied vom biblischen Menschenbild solle damit eingeläutet werden, sondern auch vom besonderen Schutz der Ehe zwischen Mann und Frau sowie der auf dieser Ehe gegründeten Familie. „Die Differenzierung des Menschen in Mann und Frau verstehen wir Gläubige als Gabe Gottes, als Reichtum des Lebens.“

Die Umbrüche in der Gesellschaft verursachen zusehends mehr Druck auf das christliche Milieu, stellte der Bischof in seiner Predigt fest. Weil die katholische Kirche zu Werten stehe, die der Mainstream bereits relativiert habe, gerate sie öffentlich in Kritik. „Tatsächlich vorhandene Problemfelder werden medial immer neu aufbereitet“. Gute Nachrichten, die zur ganzen Wahrheit gehören, seien nicht gefragt, „etwa dass wir als katholische Kirche in Deutschland nach Aussagen bedeutender Fachleute führend sind bei Prävention von sexuellem Missbrauch“.

Weil unter Christen vieles unklar sei, gebe es immer wieder Kontroversen, in die sich Machtansprüche wie auch die Angst vor Ohnmacht in der Kirche als Motive untermischen. Das Ergebnis sei der Protest gegen die sogenannte Amtskirche, der Aufruf zum Ungehorsam. „Hierin gleichen sich Liberale und Traditionalisten; nur die Inhalte sind verschieden“. Doch die Forderung nach „Reform“ setze die „Form“ voraus. Man müsse fragen, ob heute noch klar sei, nach welchem Bild sich Kirche zu formen habe: nach den gesellschaftlichen Trends und Entwicklungen oder nach den Vorgaben der Tradition.

In Krisen der Kirchengeschichte waren es immer wieder Frauen, die Wege in die Zukunft anstießen, so der Bischof bei dem Festgottesdienst in der Abteikirche St. Walburg: beginnend bei Maria und den Frauen unter dem Kreuz sowie im Pfingstsaal über Maria Magdalena am Ostermorgen bis hin zu Hildegard von Bingen, Katharina von Siena und Mutter Teresa von Kalkutta. „Es ist oft das Charisma, das sich in Krisenzeiten als Brücke des Heiligen Geistes für die Zukunft der Kirche erweist.“ Sowohl dem sakramentalen Dienstamt des Priesters wie auch dem gemeinsamen Priestertum aller Getauften gelte die Berufung in die Heiligkeit. Werde dies übersehen und die Berufung und Sendung aus den Augen verloren, dann herrsche der Kampf um Anrechte und Macht. In seiner Predigt sprach sich der Bischof dafür aus, das Engagement der Frauen in der Kirche noch stärker in den kirchlichen Verantwortungsstrukturen außerhalb des sakramentalen Amtes abzubilden.

Der Liebe zu Christus nichts vorziehen: Unter diesem Wort der Benediktsregel habe das Leben der heiligen Walburga gestanden, die in ihrem Doppelkloster manche Demütigung gerade von Männern der Klostergemeinde hinnehmen musste. „Sie ließ sich nicht auf Widerstreit ein. Walburga kämpfte gegen nichts und niemanden, sondern nur für Christus.“

 



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