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29.11.2002

400 Jahre Bischof Franz von Sales - Festgottesdienst am 8. Dezember in Eichstätt

Eichstätt. (pde) - Am 8. Dezember 2002 sind es genau 400 Jahre, dass Franz von Sales zum Bischof der Diözese Genf mit Sitz in Annecy, Frankreich, geweiht wurde. Der Heilige ist einer der Kirchenlehrer sowie Patron der Journalisten und Schriftsteller. Auch die Taubstummen und Gehörlosen verehren ihn als ihren Patron, ebenso die Städte Genf, Annecy und Chambery. Vor allem die Laien in der Kirche wurden durch ihn ermutigt, ihr Christsein in der Welt zu leben. Franz von Sales gilt daher bis heute als Pionier und Förderer der Laienspiritualität.

Am 8. Dezember 2002 feiern die Oblaten des hl. Franz von Sales im Salesianum Rosental in Eichstätt das 400-jährige Bischofsjubiläum ihres Ordenspatrons. Zur Festmesse, die in der Kapelle des Salesianums um 10.45 Uhr beginnt, wurde der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, ein Mitglied der Ordensgemeinschaft, eingeladen. Die musikalische Gestaltung übernimmt die Gruppe "Mittendrin" der Pfarrei Heilige Familie. Die Ordensgemeinschaft lädt alle ein, zusammen mit ihnen das große Jubiläum zu feiern.

Aus Anlass des Weihejubiläums gab die Internationale Kommission für Salesianische Studien das Buch „Salesianisch Leiten“ heraus, erschienen im Franz Sales Verlag, Eichstätt. In diesem Buch wird dargelegt, wie Franz von Sales das Leitungsamt in der Kirche verstanden hat. Es wird deutlich, dass für den Kirchenlehrer ein leitendes Amt in der Kirche vor allem eines bedeutete: der Dienst für die Menschen.

Sein Leben

Franz von Sales lebte von 1567 bis 1622 in Savoyen südlich von Genf, in jener Ecke also, wo heute die Grenzen von Frankreich, Italien und der Schweiz zusammentreffen. Dort erheben sich die französischen Alpen mit dem Mont Blanc als höchste Spitze. Schiorte wie Grenoble oder Chamonix sind weltweit bekannt.

Franz von Sales gilt als einer der großen Erneuerer der Kirche am Beginn des 17. Jahrhunderts, in der Zeit der Gegenreformation nach dem Konzil von Trient. Mit seinem Buch „Anleitung zum frommen Leben“, im deutschen Sprachraum vor allem unter dem Titel „Philothea“ bekannt, verfasste er einen Bestseller, der bis heute in den Top Ten der christlichen Weltliteratur zu finden ist. In diesem Buch reagierte er auf die Frage: „Wie kann ich als Christ in der Welt meinen Glauben leben?“ Dazu gab er ganz praktische Hinweise.

1610 gründete er zusammen mit der später ebenso heilig gesprochenen Johanna Franziska von Chantal die Ordensgemeinschaft der Schwestern der Heimsuchung Mariens, bekannt auch unter dem Namen Salesianerinnen. Seine Heiligsprechung erfolgte im Jahr 1665 und 1877 – also vor 125 Jahren – wurde er zum Kirchenlehrer erhoben. Während seiner 20-jährigen Amtszeit als Bischof weihte Franz von Sales ca. 800 Männer zu Priestern, also im Schnitt 40 pro Jahr, nach eigenen Einschätzungen hielt er ungefähr 3000 Predigten, er besuchte alle Pfarrgemeinden seiner Diözese – über 300, selbst die entlegendsten Bergdörfer, wohin noch nie zuvor ein Bischof seinen Fuß gesetzt hat. Er reformierte Klöster, sorgte für ein funktionierendes Bildungswesen und kümmerte sich um die arme und notleidende Bevölkerung. Nicht zuletzt wegen seines immensen Arbeitspensums, hervorgerufen durch seinen Grundsatz, allen alles werden zu wollen, starb er am 28. Dezember 1622 bereits mit 55 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Salesianische Familie

Leben, Lehre und Werk des hl. Franz von Sales sind noch heute in der katholischen Kirche in zahlreichen Ordensgemeinschaften und Gruppierungen lebendig. Neben den von Franz von Sales selbst gegründeten Schwestern der Heimsuchung sind vor allem die Don Bosco Salesianer weltweit bekannt. Außerdem gibt es noch die Oblatinnen und Oblaten des hl. Franz von Sales, die Missionare des hl. Franz von Sales, das Säkularinstitut des hl. Franz von Sales und die Gemeinschaft des hl. Franz von Sales. Derzeit zählen 21 verschiedene von Rom anerkannte Gemeinschaften zur „salesianischen Ordensfamilie“, für 27 weitere Gruppierungen laufen gegenwärtig die Verfahren um die kirchliche Anerkennung. Der salesianische Einfluss ist also auch noch nach 400 Jahren bedeutsam. Einige große Heilige und Selige sind aus den salesianischen Gemeinschaften hervorgegangen, wie etwa Johanna Franziska von Chantal, Margaretha Maria Alacoque, Johannes Don Bosco oder Leonie Aviat.

P. Herbert Winklehner OSFS

Kostenloses Bildmaterial über die Bischofsweihe des hl. Franz von Sales ist via E-Mail im Franz Sales Verlag erhältlich: info@franz-sales-verlag.de

 



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