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10.04.2024

Caritas-Jahreskampagne: Wünsche für den Frieden publik gemacht

Für die Caritas-Jahreskampagne unter dem Motto „Frieden beginnt bei mir“ setzen sich unter anderen Einrichtungsleiter Michael Baum, die Leiterin der sozialen Betreuung, Maria Heiß, sowie die Seniorinnen Martha Dunkes und Sabina Stark (von links) ein. Foto: Peter Esser/Caritas

„Ich bin überrascht, wie viele mitgemacht haben.“ Michael Baum, Leiter des Caritas-Seniorenheimes St. Josef in Freystadt, zeigt sich damit zufrieden, wie die bundesweite Caritas-Jahreskampagne unter dem Motto „Frieden beginnt bei mir“ in seiner Einrichtung umgesetzt worden ist. In Betreuungsgruppen haben sich die Bewohnerinnen und Bewohner zusammen mit Mitarbeitenden des Hauses mit dem Thema auseinandergesetzt. Herausgekommen sind zahlreiche gebastelte Papier-Friedenstauben, die in mehreren Stationen im Haus nun an der Decke hängen sowie drei Stellwände mit knapp 50 Blättern mit aufgedruckten Friedenstauben im Wintergarten, auf denen Wünsche für den Frieden aufgeschrieben wurden.

Politische und persönliche Wünsche

Darunter finden sich sowohl politische Wünsche als auch solche für den Frieden im Kleinen. Politische Wünsche lauten zum Beispiel: „Es sollen keine Menschen mehr in Kriege ziehen müssen“, „Dass keine Kinder mehr für den Frieden im Krieg kämpfen müssen“, „Eine nachhaltigere Lebensweise, Dialog und Toleranz“ oder „Dass niemand auf der Welt hungern muss“. Für den Frieden im Kleinen stehen dort Sprüche wie „Harmonisches Miteinander in der Familie und in der Nachbarschaft“, „Jemanden so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte“, „Seine Meinung zurücknehmen und auch andere Meinungen akzeptieren“ und nicht zuletzt „Den Mitbewohner schätzen“.

Dass sich Einrichtungsleiter Michael Baum für das Thema stark gemacht hat, liegt nach seinen Worten daran, „dass es ja überall auf der ganzen Welt brennt und wir auch viele Seniorinnen und Senioren haben, die in Deutschland noch den Krieg miterlebt haben“. Zu diesen gehört unter anderen die 83-jährige Martha Dunkes. Sie erinnert sich noch daran, „dass wir uns im Garten auf den Boden geworfen haben, wenn die Flieger kamen“. Eine andere weniger schöne Erfahrung hat die 85-jährige Sabina Stark gemacht: Sie stammt aus dem früheren Dorf Pielenhofen, das einem Truppenübungsplatz zum Opfer fiel. Beide Bewohnerinnen wünschen sich nichts mehr als Ruhe und Frieden, wobei dieser für sie im Kleinen beginnt: „Es soll keinen Streit geben“, erklärt Sabina Stark. Martha Dunkes wünscht sich, „dass es bei uns im Haus so bleibt, wie es ist und auch in der Familie Frieden gibt“.

„Gegenseitiges Zuhören und Respektieren“

Diese Wünsche hätten nahezu alle Seniorinnen und Senioren in den Betreuungsgruppen geäußert, informiert Maria Heiß, die die soziale Betreuung im Haus leitet. Für sie bedeutet Frieden „gegenseitiges Zuhören und Respektieren sowie Streit und Konflikte ohne Gewalt lösen, aber auch Freiheit, Miteinander und Füreinander“. Selbst versucht sie Frieden zu stiften, „indem ich offene und ehrliche Gespräche mit Mitarbeitenden und Vorgesetzten führe und unter den Bewohnerinnen und Bewohnern Differenzen mit Geduld und Verständnis schlichte“. Ähnlich äußert sich Einrichtungsleiter Baum: „In unserem Caritas-Seniorenheim versuche ich, für unsere Bewohnerinnen und Bewohner eine Atmosphäre zu schaffen, damit diese alle miteinander friedlich leben können.“ Für ihn selbst ist Frieden eng mit Liebe verbunden. Ein Zustand des Friedens findet er beispielsweise dann vor, „wenn ich nach Hause komme und den Kindern beim Spielen zuschauen kann“.