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13.05.2024

Stephanie Kuppe: „Vermittlerin zwischen den Welten“

Foto: Peter Esser

Die Vorsitzende des Sachausschusses Seelsorge für Menschen mit Behinderung, Elfriede Späth-Werner (links), bedankte sich bei Stephanie Kuppe für ihren Vortrag. Foto: Peter Esser

Ingolstadt - Die Gebärdensprachdozentin und Taubblindenassistentin Stephanie Kuppe aus Thalmässing hat einen Vortrag über ihr Leben und ihren Beruf bei einer Sitzung des Sachausschusses Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Diözesanrat der Katholiken im Bistum Eichstätt im Paulussaal der Münsterpfarrei in Ingolstadt gehalten. Durch aktive Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien steht sie seit 2007 mit der Diözesanstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung – Inklusive Pastoral in Kontakt und somit am Beginn dieser Stelle, die auf 17 Jahre Bestehen zurückblicken darf. Dort ist sie geschätzte Beraterin und Mitarbeiterin im Bereich der Gehörlosen- und Taubblindenseelsorge, als Fachfrau aber auch in anderen Bereichen ehrenamtlich aktiv.

Cochlea-Implantat wurde zum Segen

Stephanie Kuppe wurde 1975 in Ingolstadt hörend geboren. Nach einem Unfall als Kleinkind verlor sie nahezu das Gehör, war aber später durch Hörgeräte wieder zur lautsprachlichen Kommunikation fähig.  Ihre Eltern waren gehörlos. Stephanie Kuppe kam in einen Kindergarten für hörgeschädigte Kinder in Augsburg, später auf eine Schwerhörigenschule in München und lebte dort im Internat. Nach Abschluss der Realschule für hörgeschädigte Menschen in München absolvierte sie an einer Berufsbildungsschule für Hörgeschädigte eine Ausbildung zur Mediengestalterin. Ihre beiden Kinder sind ebenfalls hörgeschädigt. Nach einem Hörsturz ertaubte Frau Kuppe. Sie ließ sich operativ ein Cochlea-Implantat (CI) einsetzen. „Das war für mich ein Segen auf einem harten Weg“, erklärte Stephanie Kuppe den Sachausschussmitgliedern. Sie könne wieder gut hören, wenngleich ein CI dennoch eine Einschränkung bedeute.

Einen tieferen Einblick in die Deutsche Gebärdensprache wollte sich Stephanie Kuppe verschaffen und absolvierte eine Ausbildung zur Gebärdensprachdozentin am Gehörloseninstitut Bayern. Seitdem ist selbstständig in diesem Beruf tätig. In wissenschaftlichen Instituten wie zum Beispiel der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, in Kindergärten, Schulen und Betrieben sowie für Privatleute arbeitet sie als Gebärdensprachdozentin. „Irgendwann habe ich dann einen taubblinden Mann kennengelernt und da wurde mir bewusst, dass meine Probleme im Vergleich mit seinen klein sind“, erzählte sie. Daraufhin machte sie noch eine Ausbildung zur Taubblindenassistentin in Nürnberg. „Das hat mir unheimlichen Spaß gemacht.“ Stephanie Kuppe schloss noch eine theologisch-pastorale Zusatzqualifikation zur Begleiterin in der Seelsorge für Menschen mit Behinderung und einen entsprechenden Aufbaukurs ab.

Beeindruckt vom Werdegang der Referentin

Die Mitglieder des Sachausschusses zeigten sich beeindruckt von Stephanie Kuppes Werdegang und lobten vor allem ihr Engagement in der Behindertenpastoral der Diözese. „Wenn sie bei Gehörlosen-Gottesdiensten dabei ist, kommen immer sehr viele Leute“, erklärte der Diözesanverantwortliche für die Behindertenpastoral, Pfarrer Alfred Grimm. Ihn und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt Stephanie Kuppe seit Gründung der Stelle ehrenamtlich im Bereich Hörbehinderte, Gehörlose, Hör-Sehbehinderte, Taubblinde mit ihren Angehörigen und Freunden. Die Vorsitzende des Sachausschusses, Elfriede Späth-Werner, sagte: „Sie sind eine Vermittlerin zwischen den Welten. Das ist ihre Berufung. Sie sind auch ganz wichtig für die Kirche!“

Elfriede Späth-Werner, die aus der Münsterpfarrei kommt, sagte noch, sie sei froh, dass ihre Pfarrei jetzt den barrierefreien Paulussaal als Pfarrsaal habe. Der bisherige Pfarrsaal sei nur über eine steile Treppe erreichbar gewesen. Pfarrer Bernhard Oswald dankte dem Sachausschuss für seine Arbeit.

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