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26.02.2009

Hochfest der heiligen Walburga in Eichstätt - „Mit Geduld und Demut die Trennmauern in dieser Welt stören“

Eichstätt. (pde) - „Wir brauchen Frauen und Männer, die in der Haltung der Geduld und Demut die Trennmauern zwischen den Menschen in dieser Welt stören!“ Der Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB stellte den zahlreich erschienenen Gläubigen in seiner Predigt zum Hochfest der heiligen Walburga in der Grabeskirche der Diözesanpatronin die heilige Äbtissin als Vorbild vor Augen. Er erinnerte an eine Begebenheit aus dem Leben der Heiligen, bei der ein Kirchendiener der Äbtissin eine von ihm zu leistende Pflichterfüllung verweigerte und sie dadurch öffentlich demütigte. Diese ließ sich jedoch nicht aus der Fassung bringen, sondern zog sich in den Schlafbereich der Nonnen zurück, wo „bis zum Weckzeichen am frühen Morgen ein helles und wunderbares Licht erstrahlte“.

Bischof Hanke erläuterte in seiner Predigt die geistliche Bedeutung, die dieser Schlafbereich aufweise. Er sei nicht nur Rückzugsraum, sondern ein Ort, der Kraft gibt. Auch der Ordensvater Benedikt zog sich nach einem Erlebnis fürchterlichen Scheiterns in eine Höhle zurück, „um im Angesichte Gottes ganz bei sich zu sein.“

In der Erfahrung der heiligen Walburga sieht der Eichstätter Bischof eine Parallele im Alltagsleben. Das verweigernde „Ich will nicht“, etwa von Arbeitskollegen oder in der Familie ausgesprochen, könne wie die Errichtung einer trennenden Mauer sein. Modern ausgedrückt gehe es jetzt darum, wie sich Heilung von Frustration ereignen könne und man selbst trotz Verletzungen und Demütigungen seine menschliche und geistliche Integrität behalten könne. Dazu benötige es einen Raum der geistlichen Heimat, „der wirklich trägt und schützt, weil es ein Ort der Nähe Gottes und der Begegnung mit ihm ist.“ Dorthin könne man sich zurückziehen, „um aus der Haltung der Geduld und Demut heraus, die aus der Kraft Gottes erwachse, die Trennmauern dieser Welt zu stören!“

Das Hochfest der Bistumsheiligen Walburga feierte die Diözese Eichstätt am 26. Februar, also einen Tag später als gewöhnlich, da der Gedenktag in diesem Jahr auf den Aschermittwoch gefallen ist. Bischof Dr. Gregor Maria Hanke zelebrierte den Pontifikalgottesdienst in der Pfarr- und Abteikirche St. Walburg. Anschließend lud der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in das Pfarrheim ein, wo die Ausstellung „Aquarelle aus Natur und Heimat“ gezeigt wurde. Die Bilder stammten von Anni Lehenmeier (Frauenbund Egweil) und Brigitte Rose (Frauenbund Beilngries). Die heilige Walburga wird weit über die Bistumsgrenzen verehrt. Ihr wird Hilfe bei schwerer Krankheit, Augenleiden, Säuglingskrankheiten und Schwangerschaftsproblemen zugeschrieben. Der 25. Februar 779 gilt als der Todestag der Heiligen.

Videoclip der kompletten Predigt



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