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In den Pfarreien für gutes Klima sorgen

Die Heizungsanlage in Stein muss demnächst saniert werden. Ein Projekt, für die neuen Umweltbeauftragten der Pfarrei St. Albertus Magnus, Agathe Herrmann-Schmidt und Robert Storch. Foto: pr
Die Heizungsanlage in Stein muss demnächst saniert werden. Ein Projekt, für die neuen Umweltbeauftragten der Pfarrei St. Albertus Magnus, Agathe Herrmann-Schmidt und Robert Storch. Foto: pr

Referat Schöpfung und Klimaschutz sucht Umweltbeauftragte/Strom vom Kirchendach

In den Pfarreien der Diözese gibt es derzeit 257 Umweltbeauftragte. Die meisten davon sind in den Pfarrgemeinderäten aktiv (146), die anderen in den Kirchenverwaltungen. Erst kürzlich hatte Bischof Gregor Maria Hanke den 250. und 251. Umweltbeauftragten offiziell begrüßt. Beim Neujahrsempfang des Diözesanrats gab es ein Buchgeschenk für Agathe Herrmann-Schmidt und Robert Storch (die KiZ berichtete). Beide sind in der Pfarrei St. Albertus Magnus in Stein aktiv.

Wasserleck entdeckt

Wie Herrmann-Schmidt erklärt, habe sie als Kirchenpflegerin bei den Abrechnungen festgestellt: Wir geben viel Geld für Energie aus. Als neue Umweltbeauftragte der Kirchenstiftung nahm sie an den Kursen der Aktion Sparflamme teil. Dass sich die Schulungen gelohnt haben, zeigte sich schnell: Herrmann-Schmidt machte es sich zur Aufgabe, monatlich alle Zählerstände abzulesen und zu erfassen. Nur so konnte sie im vergangenen Jahr ein Leck in einer Wasserleitung rechtzeitig feststellen. Der Kirchplatz wurde aufgebaggert, das Rohr repariert. „Ohne das monatliche Ablesen hätten wir den Schaden sicher erst viel viel später bemerkt“, sagt die Umweltbeauftragte. In ihrer neuen Rolle in der Pfarrei „schaut man auf viel mehr Details“. So stellte sich bei der Erneuerung eines Warmwasserboilers die Frage: Brauchen wir wieder ein 60 Liter-Gerät wie bisher? Berechnungen ergaben: Es reicht auch ein 30 Liter-Gerät, das weniger Strom verbraucht. Es sei weder für die Kasse der Kirchenstiftung noch für die Umwelt gut, „wenn wir veraltete Technik nutzen“.

Ihr Kollege vom Pfarrgemeinderat hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Bei der Aufstellung des Haushaltsplans „haben wir gesehen, dass die Energiekosten einen großen Anteil ausmachen“, erzählt Robert Storch der Kirchenzeitung auf Anfrage. Seine Motivation sich als Umweltbeauftragter zu engagieren, sei jedoch nicht nur im Geld-Einsparen zu sehen. Es sei ebenso wichtig, ein Bewusstsein für Umweltschutz und umweltrelevante Themen zu schaffen. Zusammen mit Herrmann-Schmidt plane er daher in der Fastenzeit eine kleine Ausstellung in der Pfarrkirche. Auf Plakatwänden sollen verschiedene Zitate aus der Umweltenzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus gezeigt werden. Seit Oktober 2015 ist Storch im Amt und will heuer an der Aktion Sparflamme teilnehmen (siehe gelber Kasten).

Schon seit vielen Jahren beschäftigt sich Klaus Mühlen mit Umweltschutz. Zum einen hauptberuflich als Ingenieur der Versorgungstechnik, zum anderen ehrenamtlich in der Pfarrei St. Josef in Schwarzenbruck. Auf dem Dach der Kirche produziert seit gut zwei Jahren eine Photovoltaik-Anlage Strom und im Inneren sorgt eine moderne Fußbodenheizung für Wärme. Als vor gut drei Jahren eine Kirchenrenovierung anstand, schaltete sich Mühlen in die Überlegungen mit ein. Mit seinen Vorschlägen „habe ich beim Pfarrer offene Türen eingerannt“, blickt er zurück. „Mittlerweile erzeugen wir mehr Energie, als wir selber verbrauchen“, zeigt sich der Umweltbeauftragte stolz. Mühlen weiß, dass sich in vielen Pfarreien „nicht alles umsetzen lässt“, was wünschenswert wäre. Oft spielen Kosten und auch Denkmalschutz eine Rolle. Doch auch so gebe es im Bereich Umweltschutz viele Projekte, die sich realisieren ließen. Und auch wenn der aktuelle Ölpreis gerade nicht für eine Sanierung der alten Heizung spricht: „Man sollte sich trotzdem Gedanken machen“, rät Mühlen. Er plädiert für eine moderne Heizungsanlage.

Vor Ort handeln

Wer sich für Umweltthemen interessiert und in seiner Pfarrei aktiv werden möchte, kann sich an das Referat Schöpfung und Klimaschutz der Diözese wenden. Umweltreferentin Lisa Amon will das Team der 257 Umweltbeauftragten, darunter 67 Frauen, noch ausbauen. Eine Anmeldung ist über die Homepage des Referats möglich. Die Umweltbeauftragten erhalten Informationen zu Vorträgen und auch Fortbildungen. Die Klimaoffensive 2030 des Bistums sei ohne engagierte Mitstreiter in den Pfarrei „nicht zu stemmen“, sagt Amon.

Referat Schöpfung und Klimaschutz, Tel. 08421 50-662 oder unter www.bistum-eichstaett.de/umwelt.

Andrea Franzetti, Kirchenzeitung Nr. 6 vom 7. Februar 2016

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