Die Diözese Eichstätt setzt seit 2012 ein integriertes Klimaschutzkonzept um. Ziel der damaligen Klimaoffensive 2030 war es, die Kohlenstoffdioxid-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2010 zu halbieren. In den vergangenen Jahren konnten bereits zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden: Inzwischen beziehen gut die Hälfte der dem Bistum zugehörigen Kirchenstiftungen sowie verschiedene diözesane Einrichtungen Ökostrom. Zudem erstellt die Diözese systematisch CO₂-Bilanzen, hat Umweltmanagementsysteme in den Verwaltungen und Einrichtungen etabliert und setzt auf Bildungsangebote sowie Sensibilisierung, um Mitarbeitende und Gläubige für den Klimaschutz zu gewinnen.
Ab 2021 hat eine Steuerungsgruppe einen Fahrplan entwickelt, um die Treibhausgasneutralität langfristig zu erreichen – die sogenannte „Klimaoffensive 2035“. Dazu gehören Maßnahmen, die die CO₂-Emissionen weiter reduzieren und gleichzeitig einen nachhaltigen und solidarischen Lebensstil im Bistum fördern sollen. Ziel ist es, die Treibhausgasneutralität in allen Bereichen der Diözese zu erreichen.
Mit dem Gesamtprojekt “Klimaoffensive 2035” wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der sich in acht Themenbereiche (Strukturen schaffen, Gebäude, Mobilität, Beschaffung, Pastoral und Bildung, Land- und Forstwirtschaftliche Flächen, Öffentlichkeitsarbeit, Ethische Geldanlagen) mit insgesamt 35 Einzelprojekten aufbaut.
Diese Projekte unterscheiden sich in Charakter, Status und Einfluss auf das Erreichen der Treibhausgasneutralität des Bistums Eichstätt. Aufgrund einer Priorisierung werden die identifizierten Fokusprojekte bearbeitet.
Die Klimaoffensive ist damit ein zentraler Bestandteil der Umweltarbeit des Bistums Eichstätt, die Schöpfungsverantwortung, Bildung und Umweltengagement miteinander verbindet.
Die CO₂-Bilanz ist ein wichtiges Instrument, um die Klimawirkung eines Unternehmens oder einer Organisation sichtbar zu machen. Sie hilft dabei, Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen zu planen, umzusetzen und zu überprüfen.
Die Diözese Eichstätt nutzt dieses Instrument, um die Fortschritte ihrer Klimaoffensive zu dokumentieren. Ausgangspunkt sind die klimaschädlichen Emissionen des Jahres 2010. Die Datenerhebung erfolgt stets nach der jeweils aktuellen Fassung der Arbeitsanweisung „Zur Ermittlung der CO₂-Emissionen in Landeskirchen und Diözesen“ der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST).
Eine Zwischenbilanz zeigt: Bis 2019 konnte das Bistum seine Emissionen im Vergleich zum Ausgangsjahr 2010 um 16 Prozent – rund 2.379 Tonnen CO₂ – senken. Damit betrug der jährliche Gesamtausstoß an Kohlendioxid im Bistum Eichstätt 12.378 Tonnen, ohne den Bereich Beschaffung. Der CO2-Ausstoß verteilte sich wie folgt:
Ausgehend von diesen Zahlen strebt die Diözese an, bis zum Jahr 2035 rechnerisch treibhausgasneutral zu werden. Die nächste CO₂-Bilanz ist für das Jahr 2027 geplant.
Erhöhung des Ökostromanteils in den bistumseigenen Einrichtungen und Kirchenstiftungen der Diözese Eichstätt
Die Umstellung auf Ökostrom ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung der CO₂-Emissionen in der Diözese Eichstätt. Ziel ist es, den Anteil an Ökostrom in den kirchlichen Gebäuden und Einrichtungen stetig zu erhöhen und so aktiv zum Klimaschutz beizutragen.
Bereits im Rahmen der Klimaoffensive 2030 wurde eine Kampagne gestartet, um den Bezug von Ökostrom zu fördern. Seitdem werden die Verantwortlichen in den Kirchenstiftungen umfassend über das Thema informiert und bei einem möglichen Wechsel des Stromanbieters beraten.
Seit dem 1. Januar 2018 beziehen alle diözesanen Einrichtungen im Rahmen der EMAS-Zertifizierung des Bischöflichen Ordinariats 100 Prozent Ökostrom, zertifiziert mit dem Grüner Strom Label.
Die Bemühungen zur Erhöhung des Ökostromanteils in den Kirchenstiftungen werden planmäßig fortgesetzt. Bereits seit 2009 verhandeln die bayerischen (Erz-)Diözesen unter der Federführung des Erzbistums München und Freising gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Stromrahmenverträge. Von Anfang an beteiligt ist der Ökostromanbieter Naturstrom. Dabei arbeiten Umwelt- und Wirtschaftsfachleute eng zusammen, um Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit in einem attraktiven Angebot für die Pfarreien zu verbinden.
So wird sichergestellt, dass ausschließlich echter Ökostrom bezogen wird – zertifiziert mit dem „Grüner Strom Label“, das unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien fördert. Auf Grundlage diese Rahmenverträge stellen immer mehr Pfarreien und kirchliche Einrichtungen im Bistum Eichstätt auf sauberen Strom um.
Für Fragen zum Ökostrom-Rahmenvertrag im Bistum Eichstätt steht Nachhaltigkeitsreferentin Lisa Amon gerne zur Verfügung.
Konditionen der aktuellen Rahmenverträge für Kirchenstiftungen und Einrichtungen im Bistum Eichstätt
Der Blühpakt Bayern ist eine Initiative des Bayerischen Umweltministeriums, die 2018 gegründet wurde, mit dem Ziel, dem Artensterben, insbesondere bei Insekten, entgegenzuwirken. Durch Partnerschaften mit Verbänden, Kommunen, Unternehmen und Organisationen soll die Biodiversität durch naturnahe Gestaltung von Grünflächen, die Pflanzung heimischer Blumen und Sträucher sowie nachhaltige Pflege gefördert werden.
Am 20. Oktober 2025 wurde der Beitritt der katholischen Kirche in Bayern zum Blühpakt gemeinsam von Thorsten Glauber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, und Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising sowie Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz, unterzeichnet. Damit sind alle sieben bayerischen Diözesen – auch das Bistum Eichstätt – offiziell Partner im Bündnis für Natur und Artenvielfalt. Die katholische Kirche in Bayern übernimmt dabei nicht nur symbolisch, sondern mit klaren Vereinbarungen eine aktive Rolle im Kampf gegen den Biodiversitätsverlust. Kardinal Marx sagte bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung zum Beitritt der Freisinger Bischofskonferenz zur Blühpakt-Allianz:
Dass wir als Kirche unseren Beitrag dafür leisten, unsere kirchlichen Flächen auch im Sinne des Artenschutzes zu bewirtschaften, ist für uns nicht ein¬fach nur eine ökologisch gute Tat. Es gehört vielmehr zu unserem Glauben dazu: Wir glauben, dass Gott die ganze Schöpfung geschaffen hat und sie uns anvertraut ist. Wir sind eben gerade nicht nur die Herren über die Natur, sondern dabei auch ihre Hüter.”
Als Konkretisierung der Blühpakt-Allianz mit dem Bayerischen Umweltministerium wurde das Projekt „SchöpfungsGarten“ entwickelt. Es lädt alle Akteure der katholischen Kirche in Bayern und damit auch im Bistum Eichstätt dazu ein, biodiversitätsfreundliche Flächen zu gestalten, um heimische Pflanzen und Tiere, insbesondere Insekten, aktiv zu unterstützen.
Als Allianzpartner verpflichtet sich das Bistum Eichstätt, die Flächen um Kirchen, Pfarrheime und auf Friedhöfen ökologisch sinnvoll zu gestalten, blütenreiche Lebensräume zu schaffen und so einen aktiven Beitrag zum Insektenschutz zu leisten.
Außerdem soll durch Fortbildungen sowie das Engagement von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber der Schöpfung geweckt und weitergetragen werden.
Der Ausbau von Photovoltaik (PV) ist eine der wichtigsten Maßnahmen der Klimaoffensive 2035. Energie aus Sonnenstrom ist ein bedeutender Baustein bei der Transformation der Energieversorgung.
Das Bistum Eichstätt unterstützt die Pfarreien bei der Planung, Errichtung und Betrieb von PV-Anlagen. Sie haben Interesse? Dann kontaktieren Sie uns gerne.
Der Bereich der kirchlichen Immobilien und der Energieversorgung gehört im Bistum Eichstätt zu den Hauptverursachern von Treibhausgasemissionen. Öffentliche Förderprogramme können dabei eine wichtige Unterstützung sein und helfen, konkrete Maßnahmen für einen nachhaltigen Gebäudebestand umzusetzen.
Da die Förderlandschaft sehr dynamisch ist, ist es kaum möglich, stets den aktuellen Überblick zu behalten. Um hier zu unterstützen, haben mehrere (Erz-)Bistümer und Landeskirchen die Datenbank Förder.Weg.Weiser entwickeln lassen. Dort finden sich aktuelle Förderprogramme auf EU-, Bundes- und Landesebene – von Klimaschutz und Klimaanpassung bis hin zur Förderung der biologischen Vielfalt (neu seit Januar 2025). Alle Programme sind mit Blick auf die besondere Situation kirchlicher Akteure kommentiert.
Ergänzend empfehlen wir die Förderfibel Umweltschutz und Energie des Landesamts für Umwelt Bayern. Sie bietet ebenfalls eine Übersicht über Förderprogramme von EU, Bund und Land – auch zu weniger beachteten Themen wie Abfall, Altlasten oder Regionalentwicklung.
Die Diözese Eichstätt hat einen Leitfaden mit praktischen Maßnahmen zur Energieeinsparung in den Gebäuden der Kirchenstiftungen veröffentlicht.
Er bietet niederschwellige, schnell umsetzbare und kostengünstige Tipps zum Sparen von Strom und Heizenergie in Kirchen, Pfarrheimen, Büros und Kindergärten.
Neben Hinweisen zum richtigen Lüften und zur Vermeidung von Schimmel enthält der Leitfaden auch Ansprechpartner und weiterführende Informationen. Er soll dazu beitragen, auf die aktuellen Herausforderungen des Klimawandels und steigender Energiepreise mit verantwortungsbewusstem Handeln zu reagieren.
Seit dem 1. Oktober 2016 gelten im Bistum Eichstätt diözesane Bauregeln, die Nachhaltigkeit als zentralen Grundsatz festschreiben. Sie legen Wert auf die Schonung der Bausubstanz, die Minimierung von Umweltbelastungen und den Einsatz umweltverträglicher Materialien bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen.
Die Kirche trägt eine besondere Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen – auch für kommende Generationen. Daher orientiert sich das Bistum bei allen Bauprojekten an den Prinzipien eines ökologisch verantwortungsvollen und ressourcenschonenden Bauens. Aspekte der Schöpfungsverantwortung werden in jedem Planungsschritt geprüft und nach Möglichkeit umgesetzt.
Wie das gesamte Handeln des Bistums orientiert sich auch die Vermögensanlage an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit. Dafür hat das Bistum einen differenzierten Nachhaltigkeitsansatz entwickelt, der ökologische, soziale und ethische Kriterien – die sogenannten ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) – berücksichtigt. Diese gelten sowohl für liquide als auch für illiquide Anlagen.
Grundlage für diese Kriterien sind Empfehlungen der katholischen Kirche, insbesondere die Orientierungshilfe „Ethisch-nachhaltig investieren“, herausgegeben von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Ergänzend werden anerkannte internationale Standards herangezogen, unter anderem die Prinzipien des UN Global Compact.
Das Bischöfliche Ordinariat Eichstätt erfüllt die strengen Anforderungen von EMAS (Eco Management and Audit Scheme ) – der europäischen Norm für freiwilliges Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfungen. EMAS gilt als eine der weltweit strengsten Standards im betrieblichen Umweltschutz. Die Verordnung verlangt neben einer „ökologischen Innenrevision“ auch die jährliche Überprüfung durch unabhängige Umweltgutachter.
Seit der Einführung des Umweltmanagementsystems im Jahr 2014 wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. So bezieht das Bischöfliche Ordinariat über die Stadtwerke Eichstätt ausschließlich nach dem „Grüner Strom Label“ zertifizierten Ökostrom. Allein im diözesanen Rechenzentrum werden dadurch große Mengen klimaschädlicher Gase eingespart.
Einrichtungen, die das EMAS-Logo tragen, verpflichten sich, ihre Umweltbelastungen dauerhaft zu verringern. Die Einführung des Umweltmanagements nach EMAS ist ein wichtiger Baustein der Klimaoffensive 2035.
Auch verschiedene Einrichtungen und Pfarreien im Bistum sind nach Umweltstandards zertifiziert oder streben eine Zertifizierung an. Wenn Pfarrgemeinden und kirchliche Einrichtungen ökologische Themen aktiv bearbeiten, wird die theologische Reflexion über Schöpfungsverantwortung praktisch erfahrbar. Umweltmanagement hat somit nicht nur gesellschaftspolitische, sondern auch theologische Bedeutung: Es macht ökologische Lernprozesse konkret und handlungswirksam und dient zugleich als überzeugendes Zeugnis für den christlichen Schöpfungsglauben und für globale Gerechtigkeit.
Im Rahmen seiner EMAS-Zertifizierung hat sich das Bischöfliche Ordinariat Eichstätt, die Verwaltungszentrale des Bistums, zu folgender Umweltpolitik verpflichtet.
„Von ‚Schöpfung‘ zu sprechen ist für die jüdisch-christliche Überlieferung mehr als von Natur zu sprechen, denn es hat mit einem Plan der Liebe Gottes zu tun, wo jedes Geschöpf einen Wert und eine Bedeutung besitzt.“ (LAUDATO SI’ 76)
„Wenn wir fähig sind, den Individualismus zu überwinden, kann sich wirklich ein alternativer Lebensstil entwickeln, und eine bedeutende Veränderung in der Gesellschaft wird möglich. (LAUDATO SI’ 208)
Das Bischöfliche Ordinariat Eichstätt stellt sich unter diesen Anspruch und übernimmt Verantwortung für sich und die Mitwelt - vor Gott, vor den heutigen Menschen und vor den künftigen Generationen.
Deshalb setzen wir uns dafür ein,
Wir verstehen Schöpfungsverantwortung als eine Kernaufgabe der Kirche
Aus unserer Schöpfungsverantwortung heraus betrachten wir den Schutz der Mitwelt als eine Kernaufgabe, die alle Bereiche kirchlichen Handelns berührt. Dabei halten wir die geltenden Umweltschutzbestimmungen ein und verfolgen das Ziel, unsere Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern.
Wir achten das Lebensrecht künftiger Generationen
Wir berücksichtigen bei unserem Handeln die begrenzte Regenerationsfähigkeit der Ökosysteme und die beschränkte Verfügbarkeit von Energievorräten. Wir suchen Entscheidungen, deren Auswirkungen auch künftigen Generationen Raum zum Leben lassen.
Wir achten das Lebensrecht der Menschen in allen Regionen der Welt
Wir wollen mit den Rohstoffen dieser Erde so umgehen, dass unsere Lebensqualität nicht Umweltzerstörung, Ungerechtigkeit und Armut in der Einen Welt auslöst.
Wir achten und schützen Pflanzen und Tiere
Die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Pflanzen und Tieren und ihren Lebensräumen wollen wir bei unserem Handeln schonen und fördern.
Wir handeln dauerhaft umweltgerecht und sozialverträglich
Wir handeln als lernende Solidargemeinschaft
Wir fördern das Verantwortungsbewusstsein und das aktive Handeln aller Beschäftigten für den Umweltschutz durch Information und Fortbildungsangebote. Damit streben wir eine Organisationskultur an, die maßgeblich auf dem Umwelt- und Qualitätsbewusstsein sowie dem Mitdenken und der Motivation aller Beteiligten aufbaut. Wir fördern einen christlich-solidarischen Lebensstil und damit die Bereitschaft zum Verzicht und zum Teilen, aber auch zum politischen Engagement für die Mitwelt.
Wir fördern ein kirchliches Umweltmanagement
Als Instrument zur Umsetzung unserer Grundsätze führen wir ein Umweltmanagementsystem ein, das einen kontinuierlichen Prozess zur Optimierung unserer Umweltwirkungen begründet.
Wir führen regelmäßig Umweltprüfungen durch, vereinbaren Handlungsprogramme und benennen Verantwortliche, veröffentlichen die Ergebnisse in einer Umwelterklärung und stellen uns damit der öffentlichen Diskussion.