In der religiösen Umweltbildung verbinden wir christliche Werte mit der Notwendigkeit, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht das Evangelium als Grundlage für einen christlichen Lebensstil, der Verantwortung für die Schöpfung übernimmt und soziale Gerechtigkeit fördert. Wir laden dazu ein, sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen und umweltspezifischen Themen auseinanderzusetzen – stets aus der Perspektive des christlichen Glaubens.
Unser Ansatz geht über die reine Wissensvermittlung hinaus: Wir möchten Menschen dazu ermutigen, aktiv zu handeln und ihren Beitrag zu einer ökosozialen Transformation zu leisten. Dies schließt die Förderung von Klimagerechtigkeit sowie das Bewusstsein für globale Zusammenhänge ein.
Wir bieten zu unterschiedlichsten Fragestellungen aus dem Themenbereich „Schöpfungsverantwortung wahrnehmen“ vielfältige Veranstaltungsformate für verschiedene Zielgruppen an. In Studientagen, Workshops, Vorträgen und Diskussionen eröffnen wir Räume für Dialog und die Entwicklung praktischer Lösungen für eine nachhaltige Zukunft – für alle Menschen und insbesondere für kommende Generationen. Hier können Sie gemeinsam mit anderen erfahren, wie der christliche Glaube als Handlungsmotiv für einen nachhaltigen Lebensstil sowie für Klima- und Umweltschutz ineinandergreift und wie Sie sich aktiv für die Schöpfung einsetzen können.
Diözesane Veranstaltungsformate im Jahreslauf
Bei diesem eintägigen Veranstaltungsformat werden aktuelle umweltpolitische Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Veranstaltung findet traditionell im Priesterseminar Eichstätt statt und wird stets in Kooperation mit dem Bildungswerk der Katholischen Landvolkbewegung Bayern, dem Bund Naturschutz Bayern sowie dem Diözesanbildungswerk durchgeführt.
Das Programm des Studientags richtet sich gezielt an alle Menschen guten Willens, die am jeweiligen Thema interessiert sind, um so den Dialog unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zu ermöglichen.
Das diözesane Umweltforum findet jeweils im Herbst statt und dient als Fortbildungs- und Informationsveranstaltung, insbesondere für die ehrenamtlichen Umweltbeauftragten in den Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen. Im Mittelpunkt stehen meist praktische Hinweise zur Verbesserung der Umweltleistungen der Pfarreien und Kirchenstiftungen.
Christinnen und Christen glauben an Gott, den Schöpfer – und sehen den Raubbau an der Natur mit großer Sorge. Aus diesem Grund rief der Ökumenische Patriarch Dimitrios I. im Jahr 1989 die „ganze orthodoxe und christliche Welt“ dazu auf, am 1. September für die Schöpfung zu beten.
Diese Initiative wurde in der Charta Oecumenica aufgegriffen, die den Kirchen empfiehlt, „einen ökumenischen Tag des Gebets für die Bewahrung der Schöpfung“ einzuführen. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland machte sich diese Empfehlung 2009 zu eigen und proklamierte auf dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 in München feierlich den Ökumenischen Schöpfungstag.
Bundesweit wird dieser Tag jedes Jahr am ersten Freitag im September gefeiert. Im Mittelpunkt stehen das Lob des Schöpfers, die Umkehr angesichts der Zerstörung der Schöpfung und konkrete Schritte zu ihrem Schutz.
In den Gemeinden kann der Schöpfungstag auch an einem anderen Termin innerhalb des Zeitraums vom 1. September bis 4. Oktober gefeiert werden – in Rücksicht auf lokale Traditionen und Ferientermine.
Im Rahmen der von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen festgelegten Schöpfungszeit feiert die Diözese Eichstätt seit dem Jahr 2011 den diözesanen Schöpfungstag mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Im Mittelpunkt jedes Schöpfungstages steht der ökumenische Schöpfungsgottesdienst, um insbesondere die Freude über das Geschenk der Schöpfung zum Ausdruck zu bringen.
Der nächste diözesane Schöpfungstag findet am 27. September 2026 im Kloster Plankstetten statt.
Eine gute Möglichkeit, Schöpfungsspiritualität zu leben, ist es, alte kirchliche Traditionen des geistlichen Lebens unter der Perspektive der Schöpfungsverantwortung zu gestalten. Die ökumenische Aktion „Klimafasten“ knüpft an die Tradition der Fastenzeit an. In den knapp sieben Wochen vor Ostern besinnen sich viele Menschen auf das Fasten und üben Verzicht. Die Fastenzeit lädt dazu ein, Gewohnheiten zu hinterfragen, achtsam mit sich und der Umwelt umzugehen und alltägliche Dinge bewusst anders zu gestalten.
Klimafasten greift diese Tradition auf und verbindet sie mit dem Aufruf, im eigenen Alltag durch kleine Schritte einen Beitrag zur Klimagerechtigkeit zu leisten. Die Diözese Eichstätt gehört zu den Mitinitiatoren der Aktion, die seit 2017 durchgeführt wird. Sie ist eine gemeinsame Initiative von 24 Partnerinnen und Partnern, darunter evangelische Landeskirchen und Freikirchen, (Erz-)Bistümer, Diözesanverbände sowie die Hilfswerke MISEREOR und Brot für die Welt.
Die nächste Klimafastenaktion findet unter dem Motto „So viel Du brauchst“ vom 18. Februar bis 5. April 2026 statt. Sobald die aktuellen Materialien für die Diözese Eichstätt vorliegen, werden sie hier zum Download bereitgestellt.
Am 3. Juli 2025 hat Papst Leo ein neues Messformular „Für die Bewahrung der Schöpfung“ veröffentlicht. Mit der besonderen Aufnahme der Verantwortung für die Schöpfung in das Römische Messbuch setzt das Messformular eine sichtbare Verbindung zwischen dem Bekenntnis zur Schöpfung und dem in der Eucharistie gefeierten Glauben. Die Gottesdienstvorlage sieht mehrere biblische Lesungen, Gebete und Fürbitten vor, in denen die Schöpfung und die Verantwortung des Menschen für den Erhalt des Planeten Erde thematisiert werden.
Das internetbasierte ökumenische Kooperationsprojekt „nachhaltig predigen“ wurde im Jahr 2005 gegründet. Über 200 Theologinnen und Theologen untersuchen Bibelstellen auf ihren Bezug zur Nachhaltigkeit. Grundlage sind dabei die Bibelstellen der katholischen Leseordnung und der evangelischen Perikopenordnung für Sonn- und Feiertage.
Ein wichtiger zusätzlicher Baustein sind die Schwerpunktthemen. Sie liefern Hintergrundinformationen zu ausgewählten Themen, die in der Erwachsenenbildung oder im Religions- und Gesellschaftskundeunterricht genutzt werden können. Die Predigtanregungen sind nicht an ein jährliches Schwerpunktthema gebunden.
Mit diesen Materialien leisten die Kirchen einen wichtigen Beitrag, um nachhaltige Lebensstile in der Gesellschaft zu thematisieren und zu fördern. Die Vorlagen stehen kostenlos zum Download bereit.
Das gemeinsame Zentrum für Schöpfungsspiritualität (ZfS) der Diözese Eichstätt und der Benediktinerabtei Plankstetten möchte Menschen darin unterstützen, konkrete Wege zu einem ökologisch verantwortlichen Lebensstil zu entdecken, zu gestalten und eigenständig umzusetzen.
Als Fortbildungs- und Beratungszentrum bietet das ZfS in Kooperation mit vielfältigen Partnern ein breites Spektrum an Veranstaltungen an.
Eingeladen sind alle, die sich für ökologische Fragen interessieren – unabhängig von ihrer kirchlichen Zugehörigkeit.
Hier geht es zum ZfS auf der Website des Klosters Plankstetten