Willibald und Walburga stammen aus einer adeligen Familie im südenglischen Wessex. Beide widmeten ihr Leben Gott und wurden zu prägenden Gestalten der frühen Kirche in Bayern.
Willibald (um 700–787) unternahm schon als junger Mann weite Pilgerreisen – nach Rom, ins Heilige Land und nach Italien, wo er beim Wiederaufbau des Klosters Montecassino half. Auf Wunsch des heiligen Bonifatius kam er 740 nach Bayern. In Eichstätt gründete er ein Kloster, aus dem das Bistum Eichstätt hervorging. Bonifatius weihte ihn zum Priester und später zum Bischof. Willibald wirkte als Missionar und Seelsorger und legte den Grundstein für die Kirche in der Region. Er starb am 7. Juli 787 und wurde im Eichstätter Dom beigesetzt.
Seine Schwester Walburga (um 710–779) trat ebenfalls früh in ein Kloster ein und kam um 750 nach Germanien. Der Überlieferung nach rettete sie während einer stürmischen Überfahrt durch ihr Gebet die Schiffsmannschaft – daher gilt sie bis heute als Schutzpatronin der Seeleute. Nach dem Tod ihres Bruders Wunibald übernahm sie in Heidenheim die Leitung des dortigen Klosters und gründete zusätzlich ein Frauenkloster. Als Äbtissin leitete sie das Doppelkloster mit großer Weisheit und Frömmigkeit. Walburga starb am 25. Februar, ihrem heutigen Gedenktag.
Willibald und Walburga stehen bis heute für Glauben, Mut und Aufbruch – Werte, die das Bistum Eichstätt seit seiner Gründung prägen.
700 Willibald wird in Wessex in Südengland geboren. Zur Familie gehören fünf Kinder, allerdings sind nur die Namen seiner Geschwister Walburga und Wunibald bekannt. Die Familie ist begütert und zählt zur Schicht der Grundherren.
705 Aufgrund eines Gelübdes der Eltern wird Willibald nach einer schweren Erkrankung in das Kloster "Waldheim" gebracht. Hier erhält er seine Ausbildung und wird in das klösterliche Leben eingeführt.
721 Willibald und sein Bruder Wunibald beginnen gemeinsam mit ihrem Vater Richard eine Wallfahrt nach Rom. Der Vater stirbt in Lucca. Die beiden Brüder reisen nach der Beisetzung ihres Vaters in Lucca weiter nach Rom.
723 Willibald beginnt eine Pilgerfahrt nach Palästina
727 Er lebt in Konstantinopel als Einsiedler in einem Anbau der Apostelkirche
729 Willibald reist nach Italien und hilft mit beim Aufbau des zerstörten benediktinischen Ursprungskloster Montecassino.
739 Willibald reist nach Rom. Papst Gregor III. lässt sich ausführlich über das heilige Land berichten. Auf die frühere Bitte des hl. Bonifatius wird Willibald nach Germanien geschickt.
740 Willibald reist zum heiligen Bonifatius. Dieser schickt ihn nach Eichstätt. Noch im selben Jahr wird er von Bonifatius zum Priester geweiht. Willibald beginnt mit dem Bau eines Klosters und betreibt Seelsorge bzw. Mission.
741 In Sülzenbrücken wird Willibald am 22. Oktober durch Bonifatius zum Bischof geweiht.
742 Willibald nimmt am "Concilium Germanicum" in der ostfränkischen Reichshälfte teil.
um 745 Das Bistum Eichstätt entsteht und Willibald beginnt mit dem Bau der Bischofskirche.
777 Willibald erhebt die Gebeine seines Bruders Wunibald.
778 Die Nonne Hugeburc schreibt die Berichte aus Willibalds Leben nieder.
787 Willibald stirbt an einem 7. Juli, wahrscheinlich 787, und wird im Chor des Domes beigesetzt.
710 Walburga wird in Wessex (Südengland) geboren und im christlichen Geist ihrer wohlhabenden Familie, die mit dem hl. Bonifatius und der hl. Äbtissin Lioba nahe verwandt ist, erzogen.
Vermutlich kommt sie bereits früh in ein Frauenkloster, wie viele ihrer Zeitgenossinnen. Die britischen Klöster, auch die Frauenklöster, waren Stätten echten monastischen Lebens und einer guten Bildung.
727 bis 730 Ihr Bruder Wunibald kommt für drei Jahre aus Rom zurück.
Um 750 Walburga reist nach Germanien. Was sie dazu bewegt hat ist unklar. Vielleicht die Werbung ihres Bruders Wunibald für das Ordensleben oder die wiederholten Bitten des Bonifatius? Die Überfahrt verläuft stürmisch. Der Legende nach soll Walburga die ganze Zeit im Gebet kniend an Deck verbracht haben, bis das Schiff heil in den Hafen von Antwerpen einlief. Daher gilt sie bis heute als Schutzpatronin der Seeleute und Schutzheilige gegen Sturm.
Ebenfalls um 750 findet sie Aufnahme in ein mainfränkisches Kloster, nahe Heidenheim, das von ihrer Verwandten Lioba geleitet wird.
761 Nach dem Tod ihres Bruders Wunibald geht sie nach Heidenheim und übernimmt das von Wunibald gegründete Kloster. Zusammen mit den Nonnen, die mit ihr gekommen waren, gründet sie noch ein Frauenkloster und führt das Doppelkloster als Äbtissin.
779 Der Überlieferung nach stirbt Walburga am 25. Februar.
Nach ihrem Tod geriet Walburga für die nächsten 100 Jahre in Vergessenheit. Dann aber wurde sie zu einer der beliebtesten Heiligen im deutschen Raum und darüber hinaus.