Geschichte des Bistums Eichstätt

Ein kurzer Überblick über eine lange Geschichte

Renaissance-Figur Hl. Willibald aus Stein von Loy Hering um 1514 auf der Rückseite des Willibaldaltars

Das Bistum Eichstätt entstand im 8. Jahrhundert. Ein genaues Gründungsjahr ist nicht bekannt. Erster Bischof war Willibald, ein Mönch aus England und Verwandter des heiligen Bonifatius. Auf dessen Bitte kam Willibald um 740 nach Bayern und gründete in Eichstätt ein Kloster – den Ursprung des Bistums.
Seine Geschwister Wunibald und Walburga unterstützten ihn. Sie gründeten und leiteten das Kloster in Heidenheim. Bald folgten weitere Klöster, etwa in Herrieden, Monheim, Plankstetten und St. Walburg in Eichstätt.
Im Mittelalter gewann das Bistum an Bedeutung. Bischof Gebhard I. wurde sogar Papst Viktor II. (1055–1057). Sein Nachfolger Gundekar II. stärkte das kirchliche Leben im Bistum.
Um 1300 entstand mit dem Hochstift Eichstätt ein eigenes kleines Kirchenfürstentum. Es bestand bis zur Säkularisation 1806, als das Gebiet an das Königreich Bayern fiel.
Während der Reformation blieb nur ein Teil des Gebiets katholisch. Erst im 17. Jahrhundert wurde vieles wieder katholisch geprägt – vor allem durch Jesuiten und Kapuziner. Die Barockzeit brachte zahlreiche Kirchenneubauten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Katholikinnen und Katholiken stark an – vor allem durch Heimatvertriebene. Es entstanden viele neue Pfarreien und Kirchen, besonders in Ingolstadt, Nürnberg und Mittelfranken.
Heute verbindet das Bistum Eichstätt seine reiche Geschichte mit einer lebendigen Kirche für die Menschen von heute.

Bildseite aus dem Gundekarianum, welche die besonderen Patrone Gundekars. Obere Reihe (v. l. n. r.): Willibald, Bonifatius, Wunibald; untere Reihe: Walburga Vitus, Gunthild zeigt

Chronologische Übersicht

740 Willibald († 787), ein angelsächsischer Mönch, wird von Bonifatius in Eichstätt zum Priester und 741 in Sülzenbrücken bei Erfurt zum Bischof geweiht. Bischofsweihe und endgültige Niederlassung in Eichstätt markieren die Anfänge des Bistums. 

751/52 Wunibald († 761), der Bruder Willibalds, gründet das Kloster Heidenheim.

761 Walburga († 779), die Schwester Willibalds, wird Äbtissin in Heidenheim. Etwa 100 Jahre nach ihrem Tod werden ihre Gebeine nach Eichstätt überführt. Seit dem 10. Jh. verbreitet sich ihre Verehrung weit über Mitteleuropa hinaus.

1035 Bischof Heribert und Graf Leodegar gründen 1035 am Grab der hl. Walburga in Eichstätt ein Benediktinerinnenkloster, das ununterbrochen bis heute besteht.

1042-57 Bischof Gebhard I. ist als Papst Victor II. (1055-57) einer der wenigen deutschen Päpste.

1057-75 Bischof Gundekar II. vollendet den romanischen Dom in Eichstätt und weiht im Bistum über 100 Kirchen.

1305 bis 1802 Bischöfe sind gleichzeitig Fürsten. Der "weltliche" Besitz (Fürstbistum oder Hochstift) umfasst ein Drittel des Diözesangebietes.

2. Hälfte 14. Jh. Bau des gotischen Doms.

ab 1524 Einführung der Reformation in zwei Dritteln der Diözese, ab 1614 kehrt ein Teil des Gebiets wieder zur alten Kirche zurück.

1564 Gründung des Collegium Willibaldinum, des ersten Klerikalseminars nach den Reformvorschriften des Konzils von Trient im deutschen Sprachgebiet.

1802 Säkularisation: Das Fürstbistum wird von Bayern in Besitz genommen, 1806 werden Domkapitel, Stifte und Klöster säkularisiert.

1843 Bischöfliche Philosophisch-Theologische Hochschule in Eichstätt; überregionale Bedeutung im Kulturkampf, in der NS-Zeit und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

1932-35 Bischof Konrad von Preysing, 1935-50 Bischof von Berlin, ab 1946 Kardinal, entschiedener Gegner des Nationalsozialismus.

1935-48 Bischof Michael Rackl, wendet sich ebenfalls entschieden gegen den Nationalsozialismus.

1948-67 Bischof Joseph Schröffer, ab 1967 an der Kurie in Rom, ab 1976 Kardinal († 1983).

1968-84 Bischof Alois Brems († 1987).

1980 Kirchliche Gesamthochschule Eichstätt wird zur Katholischen Universität erhoben, der einzigen im deutschsprachigen Raum.

1984-95 Bischof Karl Braun (1995 - 2001 Erzbischof von Bamberg).

1996-2005 Bischof Walter Mixa (2005 - 2010 Bischof von Augsburg).

2.12.2006 bis 8.6.2025 Bischof Gregor Maria Hanke OSB.

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Liste aller Bischöfe

1. Hl. Willibald 741-787(?)

2. Gerhoh 787(?)-806(?)

3. Agan 806(?)-822(?)

4. Adalung 822(?)-837(?)

5. Altwin 837(?)-847(?)

6. Otgar 847(?)-880(?)

7. Gottschalk 880(?)-882(?)

8. Erchanbald 882(?)-912

9. Uodalfried 912-933

10. Starchand 933-966

11. Reginold 966-991

12. Megingaud 991-1015(?)

13. Gundekar I. 1015(?)-1019

14. Walther 1020-1021

15. Heribert 1022-1042

16. Gezmann 1042

17. Gebhard I. 1042-1057; 1055-1057

Papst Viktor II.

18. Gundekar II. 1057-1075

19. Udalrich I. 1075-1099

20. Eberhard I. Graf von Hildrizhausen 1099(?)-1112

21. Udalrich II. 1112-1125

22. Gebhard II. von Grögling-Dollnstein 1125-1149

23. Burchard 1149-1153

24. Konrad I. von Morsbach 1153-1171

25. Egelolf 1171-1182, + vor 1189

26. Otto 1182-1196

27. Hartwig von Grögling-Dollnstein 1196-1223

28. Friedrich I. von Haunstadt 1223-1225, + ?

29. Heinrich I. von Zipplingen 1225-1228

30. Heinrich II. von Dischingen 1228-1231

31. Heinrich III. von Ravensburg 1232-1237

32. Friedrich II. von Parsberg 1237-1246

33. Heinrich IV. von Württemberg 1247-1259

34. Engelhard von Dolling 1259-1261

35. Hildebrand von Möhren 1261-1279

36. Reinboto von Meilenhart 1279-1297

37. Konrad II. von Pfeffenhausen 1297-1305

38. Johann I. von Zürich 1305-1306; 1306-1328 Bischof von Straßburg

39. Philipp von Rathsamhausen OCist 1306-1322

40. Marquard I. von Hagel 1322-1324

41. Gebhard III. Graf von Graisbach 1324-1327

42. Friedrich III. von Leuchtenberg OCist 1328-1329

43. Heinrich V. Schenk von Reicheneck 1329-1344

44. Albrecht I. von Hohenfels 1344-1351; 1351-1353 Administrator; + 1355

45. Berthold von Zollern OT 1351-1365

46. Raban Truchseß von Wildburgstetten 1365-1383

47. Friedrich IV. von Oettingen 1383-1415

48. Johann II. von Heideck 1415-1429

49. Albrecht II. von Hohenrechberg 1429-1445

50. Johann III. von Eych 1445-1464

51. Wilhelm von Reichenau 1464-1496

52. Gabriel von Eyb 1496-1535

53. Christoph Marschall zu Pappenheim 1535-1539

54. Moritz von Hutten 1539-1552

55. Eberhard II. von Hirnheim 1552-1560

56. Martin von Schaumberg 1560-1590

57. Kaspar von Seckendorff 1590-1595

58. Johann Konrad von Gemmingen 1595-1612; 1594-1595 Koadjutor und Titularbischof von Hierapolis

59. Johann Christoph von Westerstetten 1613-1637

60. Marquard II. Graf Schenk von Castell 1637-1685

61. Johann Euchar Graf Schenk von Castell 1687-1697

62. Johann Martin von Eyb 1698-1704

63. Johann Anton I. Knebel von Katzenellenbogen 1705-1725

64. Franz Ludwig Freiherr Schenk von Castell 1725-1736

65. Johann Anton II. Freiherr von Freyberg-Hopferau 1737-1757

66. Raymund Anton Graf von Strasoldo 1757-1781

67. Johann Anton III. Freiherr von Zehmen 1781-1790

68. Joseph Graf von Stubenberg 1791-1821; 1821-1824 Erzbischof von Bamberg und Administrator von Eichstätt

69. Petrus Pustett 1824-1825

70. Johann Friedrich Oesterreicher 1825-1835; 1823-1825 Titularbischof von Doryla und Weihbischof von Bamberg

71. Johann Martin Manl 1835; 1827-1835 Bischof von Speyer

72. Karl August Graf von Reisach 1836-1846; 1841-1846 Koadjutor von München und Freising; 1846/56 Erzbischof von München und Freising; 1855 Kardinal; 1868-1869 Kardinalbischof von Sabina

73. Georg von Oettl 1846-1866

74. Franz Leopold Freiherr von Leonrod 1867-1905

75. Johannes Leo von Mergel OSB 1905-1932

76. Konrad Graf von Preysing 1932-1935; 1935-1950 Bischof von Berlin; 1946 Kardinal

77. Michael Rackl 1935-1948

78. Joseph Schröffer 1948-1967; Sekretär der Hl. Kongregation für das kath. Unterrichtswesen 1967, 1968-1976 Titularerzbischof von Volturno; 1976 Kardinal; + 1983

79. Alois Brems 1968-1983; Apostolischer Administrator 1983-1984; +1987

80. Karl Braun 1984-1995; 1995-2001 Erzbischof von Bamberg

81. Walter Mixa 1996-2005; 2005-2010 Bischof von Augsburg

82. Gregor Maria Hanke OSB 2006-2025