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Die Stimme derer, die nicht gehört werden

Rafael Cob García ist Bischof des Apostolischen Vikariates Puyo im Osten Ecuadors. Mit rund 30.000 Quadratkilometern ist es so groß wie Belgien. Die Besiedlung ist dünn, viele indigene Gemeinden sind nicht an das Straßennetz angebunden. Pastorale Arbeit im Amazonastiefland ist eine Herausforderung.

Die Armenviertel am Rande der Provinzstadt Puyo im Osten Ecuadors wachsen stetig. Hier siedeln sich die Indigenen an, die ihre ursprünglichen Lebensräume und Gemeinschaften im Amazonas verlassen haben, um in der Stadt einen Job und ein besseres Leben zu suchen. Für viele erfüllt sich diese Hoffnung jedoch nicht. Sie leben in Armut, Kinder wachsen zwischen Perspektivlosigkeit, Gewalt und Verwahrlosung auf.

Ihnen will das von Dominikaner-Schwestern geleitete Projekt „Encuentro“ – auf Deutsch: „Begegnung“ – eine Chance geben. Die rund 170 Kinder und Jugendlichen gehen hier vormittags zur Schule, nachmittags erlernen sie ein Handwerk, damit sie später beispielsweise als Schreiner oder Schneider arbeiten können. Für Bischof Rafael Cob García ist das „Encuentro“ eines der Vorzeigeprojekte in seinem Vikariat. „Es ist manchmal der einzige Ort, an dem sie Zuwendung erhalten. Wo jemand sie in den Arm nimmt und sich für sie interessiert.“

Monseñor Rafael lebt und arbeitet seit 25 Jahren im Vikariat Puyo. Geboren und aufgewachsen ist er in La Horra, einem kleinen Ort im spanischen Burgos. Nach seiner Priesterweihe hatte ihn sein Bruder, der damals bereits als Ordensmann in Puyo lebte, nach Ecuador geholt. Das war 1990. Neun Jahre später ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Apostolischen Vikar von Puyo.

Der Bischof ist langjähriger Projektpartner des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und auch das Erzbistum München und Freising unterstützt seine Arbeit im Rahmen seiner Partnerschaft mit Ecuador. Im November wird Monseñor Rafael an der Eröffnung der Adveniat-Weihnachtsaktion teilnehmen. Das Leitwort „Bedrohte Schöpfung – bedrohte Völker“ ist für die Menschen in den Amazonasgebieten Wirklichkeit. Davon will er den Menschen in Deutschland berichten und um ihre Solidarität bitten: „Wir brauchen die ausgestreckte Hand der Brüder und Schwestern im Glauben.“

Quelle: Ina Rottscheidt/Adveniat



Die Adveniat-Weihnachtsaktion 2016 zeigt die Bedrohungen und die Hoffnungen am Beispiel der Amazonasregionen in Ecuador, Peru und Brasilien. Mehr über die Aktion 2016

Die traditionelle Weihnachtskollekte, die am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands stattfindet, ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Mehr über Adveniat