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Verantwortung für die Schöpfung und Ökologie des Herzens

Bischof Gregor Maria Hanke im Wortlaut

Ökologie des Herzens

"... moralisieren und drohen schaffen keine Umkehr und Änderung der Haltung in unserer Gesellschaft. Sie vergraulen eher die Menschen, die sich nach Leben sehnen und dies allzu vorschnell im Genuss suchen, im Lebensstandard. Wir müssen beginnen neu nachzudenken, über das, was Leben ist. Leben ist Geschenk - Geschenk Gottes zu unserer Freude und zum Dienst aneinander und für Gott. Die Schönheit des Lebens gilt es wieder neu zu unterscheiden von bloßem Genuss. Die Schönheit des Lebens geht dem Menschen auf, wenn er sich als ein Gegenüber eines Größeren erfährt, eines Größeren, der ihn liebt und umfasst, als Gegenüber Gottes. Diese Haltung der Ökologie des Herzens wollen wir durch unsere vielfältigen Dienste immer wieder und immer wieder auf’s Neue wachrufen." (Ansprache beim Neujahrsempfang 2013)

Einheit mit der Schöpfung

"... Die Schöpfung ist kein Materiehaufen, kein Steinbruch für die Bedürfnisse des Menschen. Durch Christi Kommen im Fleisch offenbarte Gott, dass die Schöpfung ein Ziel hat. Sie ist auf Christus hingeordnet. Die Schöpfung gehört zu Christus, wiewohl sie dem Mensch auch Grundlage seiner Existenzsicherung bieten soll. Wir, die wir auf Christus Jesus getauft sind, sind Brüder und Schwestern dessen, dem alles im Himmel und auf Erden zugeführt wird. Aus unserer Christus-Beziehung erwächst eine Geschwisterlichkeit mit der Schöpfung. Das unterscheidet uns Christen in unserem Einsatz für die Schöpfung von jenen ökologischen Ansätzen, die aus Angst vor der Zukunft zum Ressourcensparen aufrufen und den Menschen Verhaltensweisen vorschreiben möchten, die primär den Erhalt der Ressourcen zum Ziel haben...."  (Predigt bei der Jahrestagung der Umweltbeauftragten der Diözesen Deutschlands 2014)

Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag

"...Unsere Erde ist Gottes gute Schöpfung für alle Menschen. Diejenigen, die diese Güter besitzen, haben die Pflicht, Ärmeren Zugang zu den Gütern zu gewähren und gerecht zu teilen. Denn alle Menschen haben das Recht auf Zugang zu den Gütern der Erde. Der Mensch hat folglich jeder Maßlosigkeit zu wehren und die Schöpfung achtsam zu behandeln. Das negative Verhalten des Menschen gegenüber der Schöpfung verursacht Unheil. ...

Christliches Engagement für die Bewahrung der Schöpfung entstammt keinem christlichen Knigge, der als Handbuch neben der Bibel und dem Katechismus stünde. Dieser Einsatz für die Schöpfung kann als genuin christlicher Lebensstil praktiziert werden, der im Glauben an den Schöpfergott wurzelt, der seine Schöpfung nicht für einige wenige, sondern für alle Menschen geschaffen hat, für die Heutigen und für die, welche noch kommen. Weil die irdischen Güter allen gehören, braucht es ein Verhalten, das dem gerecht wird und ein Zeugnis des Glaubens an den Schöpfergott ist." (Vortrag beim Studientag Klimawandel 2019)