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03.02.2021

Diözesanhaushalt 2021: Diözese Eichstätt startet Strategieprozess gegen sinkende Kirchensteuer

pde-Grafik: Vincent Herb

Eichstätt. (pde) – Das Bistum Eichstätt erwartet für das Jahr 2021 einen defizitären Haushalt. Um einem Minus von 18,7 Millionen Euro im Wirtschaftsplan zu begegnen, startet das Bistum einen Strategieprozess, um pastorale Schwerpunkte zu setzen und seine Strukturen dahingehend auszurichten. „Dabei wird im Fokus stehen, wie wir die Menschen verstärkt erreichen können und wie wir das nachhaltig tun können“, sagt der Amtschef der Diözese Eichstätt, Thomas Schäfers. „So wollen wir als Diözese Schwerpunkte setzen, werden aber auch an einigen Stellen Einschnitte meistern müssen.“ 

Im Rahmen des Strategieprozesses würden mit den Verantwortlichen der Diözese und ihren Gremien bis zum Sommer Handlungspakete 2021 geschnürt, die das Bistum für eine Zukunft mit schwindenden Ressourcen rüsteten, so Schäfers weiter. Der Strategieprozess sei ein Lernprozess und seine Ziele sollen stetig überprüft und nachjustiert werden. Generalvikar P. Michael Huber ergänzt: „Mir ist wichtig, dass wir zuversichtlich in die Zukunft schauen – trotz oder gerade wegen der Herausforderungen, die auf uns warten. Wir müssen unsere Arbeit stets neu ausrichten und an die pastoralen Erfordernisse anpassen.“

Die Verantwortlichen freuen sich über Anregungen und Ideen zum Strategieprozess von allen Menschen im Bistum. Jeder, der einen Beitrag dazu einreichen möchte, kann diesen an aufbrechen@bistum-eichstaett.de senden. Die Vorschläge werden dann gebündelt in den Prozess eingebracht.

Das voraussichtliche negative Ergebnis von 18,7 Millionen Euro im Diözesanhaushalt ist hauptsächlich auf die sinkenden Kirchensteuereinnahmen zurückzuführen. Mit 107,1 Millionen Euro erwartet das Bistum rund 13,4 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Der Grund dafür sind unter anderem der Rückgang der Kirchenmitglieder und die Corona-Krise, die sich auf das Steueraufkommen auswirkt.

Der Wirtschaftsplan der Diözese hat 2021 ein Volumen von 190,2 Millionen Euro. Wie auch im Vorjahr unterstützt das Bistum damit maßgeblich die Pastoral. Rund die Hälfte (49 Prozent) des größten Ausgabenpostens von 89,9 Millionen Euro an Personalkosten sieht die Diözese für die pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor. Damit investiert das Bistum in seelsorgliches Personal in den Pfarreien, aber auch Priester und Laien in der kategorialen Seelsorge. Dazu zählen beispielsweise die Klinik- oder Notfallseelsorge, genauso wie die Pastoral für Kinder, Jugendliche, Familien oder für Menschen mit Behinderung. Weitere 27 Prozent der Personalaufwendungen stellt die Diözese für das Lehrpersonal und die Angestellten in den kirchlichen Schulen zur Verfügung, 24 Prozent sind für die Verwaltung im Bischöflichen Ordinariat vorgesehen. Dazu zählen beispielsweise das Generalvikariat, die Personalverwaltung, die Abteilung weltliches Recht, das Rechenzentrum oder die Diözesanbuchhaltung.

Auch bei den Zuschüssen, die das Bistum vergibt, stehen die Pfarreien im Vordergrund. Mit 60,5 Millionen Euro ist dieser Posten der zweitgrößte im Haushalt. 8,8 Millionen Euro reserviert das Bistum für die Finanzierung der Pfarreien. Für Bauzuschüsse stehen nochmals 11,3 Millionen Euro für die Kirchenstiftungen zur Verfügung. Diese Gelder können nach den Bauregeln der Diözese beantragt werden. Für pastorale Pilotprojekte sieht das Bistum Eichstätt 150.000 Euro vor, die aus einem „Innovationsfonds“ vergeben werden.

An die Emeritenanstalt der Diözese Eichstätt geht ein Zuschuss von 19 Millionen Euro. Dieser ist notwendig, weil die Emeritenanstalt aufgrund des stetig niedrigen Zinsniveaus und der stetig ansteigenden Mitgliederzahlen ihre Rückstellungen aufstocken muss. Die Emeritenanstalt ist für die Ruhestandsversorgung von Geistlichen verantwortlich.

Neben den Einnahmen der Kirchensteuer von 107,1 Millionen Euro nimmt das Bistum Erträge aus verschiedenen Dienstleistungen und diözesanen Einrichtungen ein. Diese erwirtschaften beispielsweise das Rechenzentrum sowie die Tagungshäuser oder sie resultieren aus Telekommunikationsdienstleistungen. Insgesamt belaufen sich diese Einnahmen auf rund 20,2 Millionen Euro. Zudem verbucht die Diözese Eichstätt Zuschüsse von Dritten in Höhe von 31,8 Millionen Euro. Rund 21,7 Millionen Euro werden dabei unter anderem von staatlicher Seite für kirchliche Schulen bereitgestellt.

Für Investitionen hält das Bistum Eichstätt 16 Millionen Euro vor. Davon entfallen insgesamt rund 8,2 Millionen Euro auf Investitionen im Bereich Bau und 2,1 Millionen Euro auf Geschäftsausstattung, zum Beispiel zur verstärkten Ermöglichung von Heimarbeit. 

Der Wirtschaftsplan der Diözese Eichstätt wird nach Grundsätzen des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt, sodass Verwaltungs- und Vermögenshaushalt zusammen erfasst werden. Den Jahresabschluss für das Jahr 2020 nach HGB präsentiert das Bistum Eichstätt Mitte 2021.

Ausführliche Informationen zum Wirtschaftsplan 2021 unter www.bistum-eichstaett.de/haushalt.