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13.09.2018

Wertebewusst erziehen und bilden: 16.000 junge Menschen in Kitas und Schulen der Diözese Eichstätt

Morgenkreis vor dem Sportunterricht in der Maria-Ward-Realschule Rebdorf. pde-Foto: Anette Stößl

Morgenkreis vor dem Sportunterricht in der Maria-Ward-Realschule Rebdorf. pde-Foto: Anette Stößl

 Instrumententest im musischen Gnadental-Gymnasium Ingolstadt. pde-Foto: Ronja Hora

Instrumententest im musischen Gnadental-Gymnasium Ingolstadt. pde-Foto: Ronja Hora

Hans-Peter Sandner, Leiter der Knabenrealschule, und Barbara Staudigl, Schuldirektorin der Maria-Ward-Realschule im diözesanen Schulzentrum Rebdorf. pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Hans-Peter Sandner, Leiter der Knabenrealschule, und Barbara Staudigl, Schuldirektorin der Maria-Ward-Realschule im diözesanen Schulzentrum Rebdorf. pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Eichstätt. (pde) – Insgesamt 3.155 Mädchen und Jungen sind in den Schulen der Diözese Eichstätt in das neue Schuljahr gestartet. Zudem werden rund 13.000 Kinder in Kindertageseinrichtungen in katholischer Trägerschaft im Bistum Eichstätt betreut. Auch mit Angeboten für Ganztagschule sowie in der Schulpastoral und in der Krisenseelsorge engagiert sich die Kirche im Erziehungs- und Bildungsbereich.

Hochzufrieden mit der Entwicklung der Schülerzahlen zeigt sich Hans-Peter Sandner, Leiter der Knabenrealschule Rebdorf. Zum Schuljahresbeginn konnte er diese Woche 112 Fünftklässler in seiner Schule begrüßen. Insgesamt besuchen 593 Schülerinnen und Schüler die Knabenrealschule Rebdorf. Sie ist in diözesaner Trägerschaft – wie drei weitere Realschulen, ein Gymnasium und eine berufsbildende Schule. Ziel dieser staatlich anerkannten katholischen Schulen, die vormals alle in Ordensträgerschaft standen, ist es, ein christliches Weltbild zu vermitteln. Es können sich jedoch Kinder jeden Bekenntnisses und konfessionslose anmelden. „Bei uns ist jeder willkommen, der bereit ist, tolerant und respektvoll unsere christlichen Grundwerte mitzutragen“, sagt Sandner. Die Knabenrealschule Rebdorf möchte ihren Schülerinnen und Schülern von Anfang an persönliche Erfolgserlebnisse ermöglichen. In den ersten beiden Schuljahren dürfen sie zum Beispiel entscheiden, ob sie lieber eine Sport- oder eine Bläserklasse besuchen. Auch Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema in der Schule, die über ein eigenes Wasserkraftwerk, eine Fotovoltaikanlage und eine Hackschnitzelheizung verfügt. „Dadurch können wir Nachhaltigkeit anschaulich in den Unterricht integrieren, die Schüler erleben es live und können Ideen dazu mit nach Hause nehmen“, sagt Sandner.

In der Maria-Ward-Realschule Rebdorf, die 2019 ihr 150-jähriges Jubiläum feiert, werden im neuen Schuljahr 720 Mädchen und Jungen unterrichtet. „Bedingt durch Geburtenrückgang nimmt die Schülerzahl leicht ab, soll sich in ein paar Jahren wieder etwas erhöhen“, teilt Schuldirektorin Barbara Staudigl auf Anfrage mit. Schulalltag, Unterrichts- und Prüfungsformen werden hier vom Marchtaler Plan, einem reformpädagogischen Konzept nach christlichem Menschenbild, geprägt. Dazu gehören unter anderem ein Morgenkreis am Montagmorgen, freie Stillarbeit in den Klassen 5 bis 8, freie Studien in den 9. Klassen und vernetzter Unterricht in den Ganztagesklassen. Im vernetzten Unterricht werden die Inhalte nicht nach Fächern, sondern nach Themen der sogenannten „Sachfächer“ – vor allem Geschichte, Erdkunde, Biologie, Religion, in höheren Jahrgangsstufen Wirtschaft und Sozialkunde – erarbeitet. „Wichtig ist dabei auch die Verknüpfung von religiösen und ethischen Fragestellungen mit Sachthemen“, erklärt Staudigl.

Das Gnadenthal-Gymnasium Ingolstadt beginnt das Schuljahr 2018/2019 mit 710 Schülerinnen und Schülern, davon 112 Fünftklässler. „Musisch, kirchlich, pädagogisch innovativ“ lautet das Motto der Schule. „Als musisches Gymnasium haben wir einen unserer Schwerpunkte im musikalischen und künstlerisch kreativen Bereich, ohne die anderen Fächer der Stundentafel zu vernachlässigen. Wichtig sind uns außerdem die Werteerziehung und die ganzheitliche Persönlichkeitsbildung“, sagt Schulleiter Vitus Lehenmeier. Auch Elemente des Marchtaler Plans seien in den Schulalltag integriert.

„Familiäre Atmosphäre“

Die Gnadenthal Mädchenrealschule Ingolstadt besuchen zu Beginn des Schuljahres 678 Schülerinnen und Schüler. „Wir sind eine offene, familiäre Schule, in der das Miteinander und aufeinander Schauen sehr wichtig ist“, betont Schuldirektorin Camilla Hering. Neben 56 Lehrkräften, die im Unterricht eingesetzt werden, sind fünf Mitarbeiterinnen in der offenen Ganztagesbetreuung tätig. „Unsere offene Ganztagesbetreuung erfreut sich großer Beliebtheit und so wird Schule immer mehr zu einem Lebensraum für unsere Schülerinnen und Schüler“, berichtet Hering. Durch eine Kooperation mit dem Gnadenthal-Gymnasium, das sich unter dem gleichen Dach befindet, werden in einer „Brückenphase“ die Übergänge vom Gymnasium an die Realschule aber auch von der Realschule ans Gymnasium erleichtert. Im Rahmen der Brückenphase besuchen 19 Jungen die Mädchenrealschule.

Mit derzeit 204 Schülerinnen – etwa die Hälfte in der Ganztagsbetreuung – ist die Mädchenrealschule Marienburg in Abenberg die kleinste weiterführende Schule in Trägerschaft der Diözese Eichstätt. Auch sie erfreut sich eines für ihre Verhältnisse großen Zulaufs, „so dass im Schuljahr 2018/2019 zwei 5. Klassen gebildet wurden“, wie Schulleiterin Doris Hengster berichtet: „Was unsere Schule dennoch auszeichnet ist die sehr familiäre Atmosphäre bedingt durch die Kleinheit der Schule“. Außerdem zeige die Schule ihr christliches Profil weit über den Religionsunterricht hinaus. Das geht laut Hengster von der Schulhausgestaltung nach dem Kirchenjahr über die Teilnahme an Wallfahrten und anderen großen kirchlichen Veranstaltungen und Aktionen bis hin zu jährlichen Spenden an Ordensschwestern in Tansania zur Unterstützung der Missionsarbeit.

Mit 250 Studierenden – darunter 52 Neuzugänge – ist die Maria-Ward-Fachakademie für Sozialpädagogik der Diözese Eichstätt in das neue Schuljahr gestartet. „Dreierlei möchten wir den zukünftigen Erzieherinnen und Erziehern für ihren Beruf mitgeben: eine breitgefächerte sozialpädagogische Fachkompetenz, Herzensbildung und fundierte christliche Überzeugungen“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Rupert Murböck. Seit Juni ist die Fachakademie nach dem Qualitätssiegel Wahrnehmungs- und Wertorientierte Schulentwicklung (WWSE) zertifiziert. Derzeit werden zudem Zertifizierungen als Kneipp-Schule und als ökologische Schule nach dem Umweltmanagement-System Grüner Gockel vorbereitet. Viele Absolventinnen und Absolventen der Maria-Ward-Fachakademie finden einen Arbeitsplatz als Erzieherinnen oder Erzieher in den rund 190 katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Eichstätt. Etwa ein Viertel dieser Einrichtungen stehen in diözesaner Trägerschaft, die übrigen werden von den Kirchenstiftungen der Pfarreien verwaltet. Alle Einrichtungen werden fachlich und pädagogisch vom Referat Kindertageseinrichtungen des Diözesan-Caritasverbandes Eichstätt unterstützt. „Wir vermitteln unsere Leute gerne an die kirchlichen Kitas, aber sie werden auch von anderen Trägern sehr geschätzt“, sagt Murböck.

Insgesamt 230 kirchliche Religionslehrkräfte beschäftigt die Diözese Eichstätt. Zudem erteilen rund 100 Geistliche Religionsunterricht an verschiedenen Schularten. „Das Engagement der Kirche in Erziehung und Bildung geht weit über den Religionsunterricht hinaus“, betont Barbara Buckl, stellvertretende Leiterin der Schulabteilung der Diözese Eichstätt. Rund 20 Lehrkräfte sind in der Krisenseelsorge im Schulbereich tätig. Weitere Mitarbeitende engagieren sich in Ganztagesklassen sowie in der Schul- und Jugendpastoral. Mit vielfältigen Angeboten gestalten Religionslehrkräfte, die in der Schulpastoral tätig sind, den Lebensraum Schule an allen Schularten mit. Der breitgefächerte Einsatz hat laut Buckl einen einfachen Grund: „Als Kirche ist unser Platz immer da, wo die Menschen sind. Deshalb gehen wir als Kirche in die Schule“.

Video: Pädagogik nach dem Marchtaler Plan in der Diözese Eichstätt

Video: "Compassion-Projekt": Gnadenthal-Schüler besuchen soziale Einrichtungen