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07.01.2019

Kunstwerk des Monats: Ein Herz-Jesu-Bild von Johannes Michael Franz in Dietfurt

Herz-Jesu-Bild von Johann Michael Franz in der Stadtpfarrkirche St. Ägidius in Dietfurt. pde-Foto: Emanuel Braun

Herz-Jesu-Bild von Johann Michael Franz in der Stadtpfarrkirche St. Ägidius in Dietfurt. pde-Foto: Emanuel Braun

Eichstätt/Dietfurt. (pde) – Ein Herz-Jesu-Bild von Johann Michael Franz stellt der Fachbereich Kultur- und Denkmalpflege der Diözese Eichstätt auf der Homepage des Diözesanmuseums als Kunstwerk des Monats Januar vor. Das Altarbild aus dem 18. Jahrhundert spiegelt eine in dieser Zeit besonders beliebte Form der Frömmigkeit wider. Zugleich markiert die Gestaltung des Altars einen Wandel der Kunstform. Für Dr. Emanuel Braun, Leiter des Eichstätter Diözesanmuseums, ist es ein typisches Beispiel, wie im 18. Jahrhundert architektonische Elemente des Aufbaus aufgelöst werden zugunsten von dekorativen Bestandteilen.

Gestiftet wurde der Herz-Jesu-Altar von Stadtpfarrer Niklas Bayer, die Ausführung übernahm der Künstler Hans Georg Waller aus Parsberg. „Im Altarblatt begegnet uns eine innige Schilderung in frommer Haltung der unendlichen Liebe Jesu Christi zu den Menschen, für die sein durchstoßenes Herz steht, aus dem die Flammen der Liebe flackern“, so Emanuel Braun. Christus erscheint in Halbfigur und öffnet mit beiden Händen sein Gewand. Ihm zugeordnet sind Putten, die in kindlich spielerischer Art das Herz Jesu präsentieren, und andere, die neugierig das Geschehen beobachten. Das Altarbild ist signiert als Werk des Eichstätter Hofmalers Johann Michael Franz und auf das Jahr 1772 datiert.

Die Herz-Jesu-Verehrung entstand im hohen Mittelalter und wurde besonders gefördert durch die Vorstellungen der deutschen Mystiker. Zu dieser Zeit lassen sich in anderen Ländern nur wenige Belege dafür finden. Ausschlaggebend für die allgemeine Durchsetzung der Herz-Jesu-Verehrung waren die Visionen der hl. Maria Margareta Alacoque in den Jahren 1673-1675. Im 18. Jahrhundert wurde die Herz-Jesu-Verehrung mehr und mehr zu einer volkstümlichen Frömmigkeitsform. 1865 wurde das Fest für die Kirche allgemein vorgeschrieben.

Die Stadtpfarrkirche St. Ägidius in Dietfurt ist eine stattliche spätbarocke Saalkirche mit eingezogenem Chor und seitlich angeordnetem Turm. In der Zeit um 1400 wird im Zentrum von Dietfurt eine Pfarrkirche errichtet. Im frühen 18. Jahrhundert verschlechtert sich der Bauzustand so sehr, dass der Eichstätter Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli im Auftrag des Fürstbischofs einen Umbau plant. Das bestehende Mauerwerk wurde zum großen Teil übernommen, jedoch das Gesamte so verändert, dass sich ein Bauwerk in den damals modernen Proportionen entwickelt hat. Die Ausführung erfolgte in den Jahren 1733/34 unter der Leitung von Giovanni Domenico Barbieri. 1736 konnte der Kirchenbau geweiht werden. Erst im Jahr 1772 wurden die letzten Ausstattungsgegenstände angeschafft. Der Herz-Jesu-Altar befindet sich in einer Seitenkapelle, die dem hl. Sebastian gewidmet ist.

Bei der Forschung und Erfassung der Kunstwerke im Bereich des Bistums Eichstätt kommt es immer wieder zu neuen Erkenntnissen und überraschenden Entdeckungen. Mit der Reihe „Kunstwerk des Monats“ werden auf der Homepage des Domschatz- und Diözesanmuseums (www.dioezesanmuseum-eichstaett.de) einige dieser in der Öffentlichkeit bisher wenig bekannten Erkenntnisse vorgestellt.