Zum Inhalt springen
21.12.2020

Gott will mit uns gehen: Weihnachtsgrüße des Dekanates

Neumarkt (dbnm) - In einem sehr nachdenklichen Weihnachtsgruß wenden sich Dekan Artur Wechsler, seine beiden Stellvertreter Wingen und Fuch sowie Dekanatsreferent Christian Schrödl an die Mitarbeiter im Dekanat und bedanken sich für das große Engagement im zurückliegenden Corona-Jahr.

Foto: pixabay


"Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt" - dieser Satz aus dem Johannesevangelium wird an den kommenden Weihnachstagen wieder in unseren Gottesdiensten vorgetragen. Vielleicht passt er in diesem Jahr besser in die Zeit als jene oft schon als lieblich empfundene Erzählung vom kleinen Kind in der Krippe. Unser Gott hat eine menschliche Gestalt angenommen, wie es die Theologen ausdrücken, und stieg in die Unwägbarkeiten des Lebens hinab. Das Leben des neugeborenen Kindes führt uns vor Augen: Unsicherheit und Angst, Trauer und Verzweiflung, Schmerz und Tod - nichts scheint unserem Gott fern zu sein. Und immer wieder wollen uns die Texte der Bibel bezeugen, dass Gott gerade auch im Unheil und in den finsteren Momenten da ist und da bleibt.

Finsternis fühlen wir vielleicht in diesen Tagen, wenn wir die Geburt des Herrn, das Weihnachtsfest, nicht auf jene Weise feiern können, wie wir es uns wünschen oder wie wir es gewohnt sind: in unseren Familien und Gemeinschaften, aber auch in unseren Pfarrgemeinden. Nicht jede und jeder kann unsere Weihnachtsgottesdienste mitfeiern und viele werden in den Kirchen das gemeinschaftliche Singen vermissen. Weihnachten ohne eine gewohnte Festlichkeit und das übliche Miteinander zu begehen, stellt uns als Christen vor eine große Herausforderung.   

So viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich in den letzten Wochen und Monaten bemüht, dass Menschen in diesen Tagen zur Feier ihres Glaubens zusammen kommen können. Viele von Ihnen strengten sich an, in der Gestaltung der Advents- und Weihnachtszeit oder auch des Sternsingens neue Ideen zu entwickeln und ungewöhnliche Wege zu beschreiten, dabei aber gleichzeitig auf das Wohl und die Gesundheit unserer Mitmenschen zu achten. Durch neue Rechtsvorschiften zur Corona-Pandemie sind diese Bemühungen und Planungen oftmals innerhalb weniger Tage oder Stunden wie ein Kartenhaus zusammen gefallen. Viele von uns sind auch deswegen traurig und betrübt.        

Vielleicht ging es Ihnen so manches Mal wie uns: Wir hatten im vergangenen Jahr häufig den Eindruck, auf Sicht zu fahren, und zweifelten bisweilen am Sinn all unserer Anstrengungen. Die gewohnte Gemeinschaft haben wir schmerzlich vermisst. Viele Bereiche des kirchlichen Lebens sind zum Erliegen gekommen und manchmal hatte es den Anschein, als würden die Infektionsschutzmaßnahmen unser kirchliches Leben bestimmen.    

Doch wir haben aber auch immer wieder Wachstum und kleine Lichtblicke erleben dürfen: Spontane Solidaritätsaktionen und neue digitale Angebote, die Wertschätzung offener Kirchen, die hohe Bedeutung der Hauskirche, eine entgegenkommende Berichterstattung in den Medien, viele wohlwollende und einfühlsame Gespräche und vor allem auch der stille Dienst der Ordnerinnen und Ordner an unseren Kirchentüren.  

Wir sind dafür sehr dankbar und wollen uns auf diesem Weg für Ihr Engagement, Ihr Mitdenken und Mittun  - ofter unter enorm widrigen Bedingungen - und für manch schwierige Entscheidung, die Sie in den zurückliegenden Monaten der Pandemie zu fällen hatten, bedanken. Für uns Christen ist diese Krise keine Zeit der Sinn- und Hoffnungslosigkeit, sondern eröffnet uns auch neue Wege und bisher ungeahnte Perspektiven, einander nahe zu sein und die frohe Botschaft in Worten und Taten zu verkünden.

Eine helfende Hand, eine zärtliche Geste, ein freundliches Wort, ein ermutigender Blick, ein unauffälliger Dienst, eine wegweisende Idee, eine mutmachende E-Mail, ein solidarischer Verzicht - unser Dekanat, unsere Pfarrgemeinden und unsere Gemeinschaften sind so reich daran. Sind dies nicht kleine Lichtpunkte in den Dunkelheiten dieser Zeit und Stützen in den Unwägbarkeiten unseres Lebens? Wird darin nicht spürbar und sichtbar, wie Gott zu uns Menschen herabsteigt, in unser Leben treten und mit uns unterwegs sein will?

Dass Sie an Weihnachten und im neuen Jahr 2021 diese Erfahrung immer wieder machen dürfen und dass Sie, Ihre Angehörigen und Familien, Ihre Gemeinschaften an Leib und Seele gesund bleiben, wünschen Ihnen

Dekan Artur Wechsler, Pfarrer Stefan Wingen, Pfarrer Martin Fuchs und Dekanatsreferent Chistian Schrödl