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17.11.2021

KAB-Theater

Königlich bayerisches Amtsgericht in Altdorf

Altdorf – Fröhlich, wortgewandt lustig, originell, humorvoll und unkonventionell führt die KAB-Theatergruppe ihr Publikum auf einen Weg zwischen Recht und Gerechtigkeit ins Königlich Bayerische Amtsgericht.

Beim ersten Fall ist zwar klar, dass es dringend gilt zwischen den Parteien zu schlichten, aber selbst die Anklage steht nicht wirklich fest. Geht es um Tierquälerei, oder gar um Mord? Und an wem? Das Opfer ist der Gockel der Stadlbäuerin, der Nachbarin zum Pfarrgarten (Sabine Vorbach), die mit beiden Beinen im Leben steht und sehr viel Verständnis für die Hühner und ihren Gockel hat. Sie nennt manches beim Namen, was ihre Kontrahentin Fräulein Marianne, die angeklagte Pfarrersköchin (Andrea Müller), bis zur Schnappatmung bringt. Verzweifelt versucht die Angeklagte das hohe Gericht zu überzeugen, dass sich sowohl ihre Hühner als auch der Nachbarsgockel im Pfarrgarten nur höchst moralisch verhalten dürften. Der lebhafte Zwist zwischen den beiden Frauen, fordert den schnupfenden Amtsrichter (Markus Karklis) und seinen Staatsanwalt (Felix Schädlich) sehr. Um die ein oder andere Seite zu bestätigen, soll Franz Lachner (Philipp Christl), der Bürgermeister von Hagenhausen, als Person des öffentlichen Lebens Klarheit in die Angelegenheit bringen. Doch dieser, eher vom Typ Leberkäsjunkie, sorgt sich am meisten um die nächste Essenseinladung im Pfarrhaus. Trotz viel hin und her findet der Amtsrichter zu einem Urteil, mit dem das Publikum durchaus einverstanden ist.

Auch im zweiten Fall prallen Weltbilder aufeinander. Der Betbruder Max Hawerer (Andreas Vorbach), der im Altdorfer Armenhaus lebt, schlägt sich mit Wettessen und Rosenkranz gegen Bezahlung beten durch. Die Anklage lautet auf Mundraub und Unfallverursachung. Als erfahrenes Schlitzohr weiß er auf jeden Tadel des findigen Amtsrichters eine Antwort. Dagegen erscheinen die Kläger, ein Münchner Honoratiorenehepaar (Doris Karklis und Werner Troidl) wie aus einer anderen, mondäneren Welt. Mit einem Automobil waren die beiden angereist und glauben an allgegenwärtige, geradezu eingebaute Vorfahrt. Obendrein sind die beiden über einen Vorfall in der Gastwirtschaft zutiefst brüskiert. Die eigentlich als Entlastungszeugin geladene Kellnerin, Fräulein Ziska (Laura Barabas) bestärkt die überkandidelten Münchner auch noch, so dass der Hawerer Max erst mal gar nicht gut dasteht. Der schlussendlich herbeigerufene Ökonomierat (Felix Schädlich) klärt die Rechtslage und sogar der Amtsrichter selbst verändert zu guter Letzt die Beweislage.

Wie schon Gustl Bayrhammer sagte: „Das Leben geht weiter: „Ob Freispruch oder Zuchthaus. Eine liebe Zeit – trotz der Vorkommnisse, menschlich halt – im Königlich Bayerischen Amtsgericht.“

Herzliches Lachen und viel spontanen Applaus haben sich alle unter der Spielleitung von Phillipp Christl auf und hinter der Bühne Mitwirkenden wirklich verdient: Für eine so großartige schauspielerische Leistung, viel komödiantisches Talent, sehr authentische Rollenbesetzung, schöne Kostüme, gute Maske (Monika Guth) und eine perfekt zum Stück passende musikalische Umrahmung (Julian Seitz).

Weitere Aufführungstermine sind: 20./27.11. um 20:00, sowie 21.11. um 15:00 im Roncallihaus, Bayernstraße 4 in Altdorf.

Es gelten die aktuellen Coronaauflagen. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.