Zum Inhalt springen
15.01.2011

Solidarität mit Christen in Ägypten: Neujahrsempfang des Eichstätter Diözesanrates mit Verleihung der Bistumsmedaille

Ganz im Zeichen der Ökumene stand der Neujahrsempfang des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Eichstätt am 15. Januar. Mit einem ökumenischen Wortgottesdienst im Eichstätter Dom wurde die Gebetswoche für die Einheit der Christen eröffnet.

Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss (Regensburg), Bischof Anba Damian (Höxter) und Bischof Gregor Maria Hanke beim Neujahrsempfang des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Eichstätt

Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss (Regensburg), Bischof Anba Damian (Höxter) und Bischof Gregor Maria Hanke beim Neujahrsempfang des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Eichstätt

Professor Dr. Bernhard Sutor ist der erste Preisträger der neu geschaffenen Bistumsmedaille in Gold, pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Professor Dr. Bernhard Sutor ist der erste Preisträger der neu geschaffenen Bistumsmedaille in Gold, die Bischof Gregor Maria Hanke ihm überreicht hat. pde-Foto: Geraldo Hoffmann

Eichstätt. (pde) – Ganz im Zeichen der Ökumene stand der Neujahrsempfang des Eichstätter Diözesanrats der Katholiken am 15. Januar. Generalbischof Anba Damian, der Oberhirte der koptisch-orthoxen Kirche in Deutschland, berichtete von der Situation der koptischen Christen in Ägypten nach den Anschlägen im Dezember. Christian Gärtner, der Vorsitzende des Eichstätter Diözesanrats, bekräftigt in seiner Ansprache die Absage an eine Legitimierung der Präimplantationsdiagnostik. Für seine Verdienste und sein Engagement im ehrenamtlichen Einsatz verlieh der Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB erstmalig die Bistumsmedaille in Gold. Sie wurde dem früheren Vorsitzenden des Diözesanrates, Professor Dr. em. Bernhard Sutor überreicht. Dem Empfang ging ein ökumenischer Gottesdienst im Eichstätter Dom voraus. Der evangelisch-lutherische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss aus Regensburg würdigte in seiner Predigt die ökumenische Entwicklung der letzten 50 Jahre.  

Gleich zu Beginn seines Grußwortes erinnerte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke  an die Situation der koptischen Christen in Ägypten. Mit eindringlichen Worten forderte er die Christen in Europa auf, Solidarität „mit den bedrängten Brüdern und Schwestern“ zu bezeugen. Voraussetzung für die Zeugniskraft der christlichen Botschaft sei es jedoch, dass diese „in uns selbst lebendig ist“. Bischof Anba Damian, der aus Ägypten stammende Generalbischof für die koptisch-orthodoxe Kirche in Deutschland, drückte seine Freude über die Solidarität der Christen in Deutschland aus. In seinem Grußwort an die Versammlung schilderte er die aktuelle Situation der Christen in seinem Heimatland.

Christen seien, so Bischof Damian, in Ägypten Bürger zweiter oder dritter Klasse, die ums Überleben kämpfen müssen. Man sehe sich mit einer ununterbrochenen Serie von Gewalt konfrontiert. Es sei an der Tagesordnung, dass Christen erschossen würden, ohne dass es Prozesse und Anklagen gebe. Der koptische Bischof fordert von der Regierung einen ehrlichen Umgang mit Christen: „Es kann nicht sein, dass der Islam von Toleranz spricht, aber die Realität ist weit davon entfernt! Wir leben nicht in Ägypten wie in einem fremden Land. Ägypten ist unser Vaterland!“

Auch Christian Gärtner, der Vorsitzende des Eichstätter Diözesanrates, verurteilte in seiner Ansprache die weltweite Intoleranz gegenüber Minderheiten. Daneben waren das im begonnenen Jahr startende Projekt eines Klimaschutzkonzeptes im Bistum Eichstätt und die bevorstehende Abstimmung über ein gesetzliches Verbot der Präimplantationsdiagnostik im Deutschen Bundestag zentrale Themen seiner Rede. Er zitierte dabei das Motto des Deutschen Caritasverbandes, der unter der Überschrift „Kein Mensch ist perfekt“ auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen möchte. Es dürfe für Eltern „auch nicht quasi zur Pflicht werden, unter allen Umständen nur gesunde Kinder zur Welt zu bringen“. Die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik würde jedoch das Lebensrecht des Embryos an Gesundheitskriterien knüpfen, „die weder objektiv aufgestellt noch dauerhaft eingegrenzt werden können.“ Gärtner appellierte deshalb unter dem Beifall der über 200 Gäste aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens an die Bundestagsabgeordneten, für ein gesetzliches Verbot der Präimplantationsdiagnostik zu stimmen.

Bistumsmedaille für Professor Sutor

Professor Dr. Bernhard Sutor ist der erste Preisträger der neu geschaffenen Bistumsmedaille in Gold. Bischof Gregor Maria Hanke würdigte Sutor für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement. Der Politwissenschaftler übernahm 1978 den Lehrstuhl für Didaktik der Politischen Bildung und Sozialkunde an der Geschichts- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt. Noch im selben Jahr wurde er ehrenamtlicher Vorsitzender des Sachausschusses Gesellschaft und Politik im Eichstätter Diözesanrat der Katholiken. Von 1986 bis 1994 war Sutor dann Vorsitzender des Diözesanrates, anschließend bis 2002 Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern.

Die Bistumsmedaille wurde von dem aus Neuburg/Donau stammenden und in München lebenden Bildhauer Max Faller geschaffen. Sie zeigt eine Darstellung der „Dreimal wunderbaren Mutter“ aus dem Ingolstädter Münster, zusammen mit den Bistumspatronen und dem pilgernden Volk Gottes, das sich unter dem Gnadenbild versammelt hat. Faller hat sich mit zahlreichen Arbeiten aus dem Bereich der religiösen Kunst einen Namen gemacht. Zu seinen bekanntesten Werken gehören  die Mariensäule vor dem Landratsamt in Neumarkt/Opf. und die Bronzetüren des Augsburger Domes.

Dem Neujahrsempfang des Eichstätter Diözesanrates geht traditionsgemäß ein ökumenischer Gottesdienst voraus. Dr. Hans-Martin Weiss, evangelisch-lutherischer Regionalbischof aus Regensburg, erinnerte in seiner Predigt im Eichstätter Dom an „erfreuliche ökumenische Aufbrüche“ der letzten 50 Jahre. Dazu gehören etwa die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 oder die Würdigung des Augsburgischen Bekenntnisses  von 1530 durch den einstigen Professor und Kardinal Josef Ratzinger, den jetzigen Papst. Auf die Zukunft gerichtet mahnte Weiss das Bewußtsein an, die verschiedenen Konfessionen seien keine Konkurrenten, „sondern Geschwister unter dem einen Vater im Himmel“. Bei allem Ringen um Wahrheit und Wahrhaftigkeit, müsse die Geschwisterliebe die Basis bilden.

Bildergalerie | Video-Bericht | Interview mit Bischof Damian (Video)



Die Ökumene-Kommission berät den Bischof in allen ökumenischen Fragen. Darüber hinaus hat sie die Aufgabe, die Ökumene in der Diözese zu fördern, ein ökumenisches Netz aufzubauen, weltkirchliche und diözesane Dokumente in die Praxis umzusetzen, ökumenische Bildungsarbeit zu unterstützen. und den überkonfessionellen Dialog zu fördern.

Collegium Orientale

Das Collegium Orientale in Eichstätt ist eine ökumenische Einrichtung: Es ist international und interkonfessional ausgerichtet. Studierende aller orientalischen Schwesterkirchen sind eingeladen, miteinander zu studieren, zu beten und zusammen zu leben, damit in einem offenen Miteinander die Kenntnis und das Gespür füreinander wachsen kann.

Gottesdienste im Collegium Orientale

Simultankirchenradweg in der Oberpfalz

Unter dem Motto "Erleben. Erfahren. Entdecken. Wie Kirche bewegt!" haben die evangelische und die katholische Kirche 2015 gemeinsam den Simultankirchenradweg in der Oberpfalz eröffnet. mehr... | Video

Ökumenischer Pilgerweg

Ein Pilgerweg, den die heilige Walburga und der heilige Willibald zwischen ihren "Hausklöstern" in Heidenheim und Eichstätt zurücklegten. In der Mitte: die Gunthildis-Kapelle im Schambachtal. Video | Weitere Informationen

Neues Leben in altehrwürdigem Kloster: Bildungs-, Begegnungs-, Tagungs-, und Pilgerzentrum in Kloster Heidenheim. Leseprobe der Kirchenzeitung