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11.08.2025

Ökumenisches Jubiläum in Wendelstein: 25 Jahre Millenniumsstab

Der Millenniumsstab mit seinen Begleiterinnen und Begleitern, darunter Pfarrer Michael Kneißl (kniend). Foto: Thomas Bärschneider

Wendelstein. (pde) – Ob Weltgebetstag der Frauen oder „Eine-Welt-Laden“, im fränkischen Wendelstein wird ökumenische Zusammenarbeit großgeschrieben, schon seit Jahren. Symbolischer Ausdruck davon ist der Wendelsteiner Millenniumsstab, der vor einem Vierteljahrhundert, beim Start in ein neues Jahrtausend (Millennium), erstmals ausgesandt wurde. Im Jahresrhythmus geht er seither auf Wanderschaft und verbleibt für jeweils zwölf Monate in den evangelischen Kirchengemeinden St. Wolfgang und St. Georg sowie in der katholischen Gemeinde St. Nikolaus. Der Wendelsteiner Holzbildhauermeister Norbert Tuffek gestaltete das Kunstwerk aus bemaltem Lindenholz, auf dem die Wendelsteiner Ortspatronin, die selige Achahildis, sowie die Kirchenpatrone Georg, Nikolaus und Wolfgang zu sehen sind.
 

Seit 2001 wird der Millenniumsstab traditionell am Pfingstsamstag von Gotteshaus zu Gotteshaus weitergegeben. Für die 25. Übergabe wurde das Datum nun ausnahmsweise in den Juli verlegt und mit einem ökumenischen Gemeindefest mit Speis, Trank und Kirchenkabarett unter dem Motto „Zammwaxn – zammgehen – zammfeiern“ verbunden. Zu feiern gab es sogar noch einen zweiten Anlass: Zum 20. Mal jährt sich in diesem Jahr die Unterzeichnung der Erklärung „Charta Oecumenica“, in der die katholischen und evangelischen Wendelsteiner Gemeinden ihr ökumenisches Miteinander dokumentierten.

Miteinander verbunden: Gelebte Ökumene

Wie man miteinander verbunden ist, Anteil aneinander nimmt, dafür lieferte die diesjährige Prozession mit dem Millenniumsstab, die dem Gemeindefest vorausging, ein besonders schönes Beispiel: Roland Nusko, ausgebildeter Pilgerbegleiter der evangelischen Kirche, stellte die von ihm geleitete, rund zehn Kilometer lange Tour „Pilger der Hoffnung sein“ unter das Motto des Heiligen Jahres der katholischen Kirche. „Wir holen damit Rom nach Wendelstein“, wünschte sich Nusko. Er hatte Abschnitte aus der Verkündigungsbulle von Papst Franziskus herausgesucht, die an verschiedenen Stationen zur Sprache kamen. So steuerten die Pilger das Rathaus Wendelstein an, um mit zwei Gemeinderäten in den Austausch zu Fragen nach Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie zu kommen. Hatte Papst Franziskus doch geschrieben: „Die Dringlichkeit des Friedens fordert uns alle heraus und verlangt von uns konkrete Projekte.“

Ein zweiter Stopp erfolgte am Heimathaus Wendelstein. Als ehemaliges Armenhaus war es der passende Ort, um sich die Gedanken einer Straßenkreuzer-Verkäuferin anzuhören. Eine Frau aus Rumänien versucht so, ihre Familie über Wasser zu halten. An anderer Stelle erzählte eine Mutter vom Lebensweg ihrer Tochter, die mit einer geistigen Beeinträchtigung auf die Welt kam und sich seither immer wieder Selbstständigkeit und Autonomie erkämpft.

Gabi Gess für [inne]halten – Die Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt