Zwei plus Zwei ist nicht Vier - BDKJ Eichstätt äußert sich zum kirchlichen Transformationsprozess

Der Diözesanvorstand des BDKJ Eichstätt zeigt sich enttäuscht über die nun vom Bistum Eichstätt angekündigte „2+2-Lösung“ im sogenannten Transformationsprozess rund um die Jugendstellen und den Fachbereich Jugend.

Im Februar 2025 wurde die vollständige Schließung der Jugendstellen angekündigt, woraufhin sich unter dem #KeineJugendOhneStellen breit Protest regte. Nach zwei als "Denkfabrik" betitelten Austauschrunden präsentierten ehrenamtlich Engagierte aus der gesamten Diözese ihr Zukunftsmodell, das auf ihren Erfahrungen in der Jugendarbeit fußt und das sie für die zukunftsfähigste Lösung halten. Gleichzeitig haben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen betont, dass es sich bei den 4 über die Diözese verteilten Jugendstellen um eine Minimalanforderung handelt. Diese Einschätzung unterstützte der neue Bistumsrat in seiner konstituierenden Sitzung im Dezember. 

Wir nehmen wahr, dass es innerhalb der Entscheidungsebenen des Bistums Eichstätt ernsthafte Bemühungen gab, unterschiedliche Positionen abzuwägen und Kompromisse zu suchen, wenn auch in unterschiedlichem Maß bei den beteiligten Verantwortlichen. Mit der nun vorgestellten Entscheidung, lediglich zwei Jugendstellen dauerhaft zu sichern und zwei weitere nur bis zur Umsetzung der pastoralen Raumplanung 2030+ zu erhalten, weicht das Bistum von diesem qualifiziert entwickelten Vorschlag ab. 

Zusätzlich ist ein erheblicher Abbau im Bereich der Verwaltungsfachkräfte vorgesehen. Dies wird zu einer deutlichen Mehrbelastung für Haupt- und Ehrenamtliche sowie für die Jugendreferentinnen und -referenten führen.

Der veröffentlichte Beschluss gefährdet damit die Qualität und Verlässlichkeit der kirchlichen Jugendarbeit vor Ort: 

  • Planungssicherheit fehlt. Befristete Strukturen erschweren langfristige Begleitung, Projektentwicklung und die Gewinnung von Ehrenamtlichen. 
  • Vertrauen wird weiter beschädigt. Jugendliche und Ehrenamtliche haben sich aktiv und verantwortungsvoll eingebracht – ihre Ergebnisse werden dennoch nicht umgesetzt. 
  • Pädagogische Begleitung wird erschwert. Durch immer weiter wachsende Aufgabenbereiche können sich Jugendreferentinnen und -referenten zunehmend seltener ihrer eigentlichen Kernaufgabe widmen: der pädagogischen Begleitung junger Menschen. 

Die pädagogische und pastorale Begleitung, die Jugendliche und in der Jugendarbeit engagierte Ehrenamtliche durch die Jugendstellen mit ihren vielfältigen Angeboten erhalten, ist nicht ersetzbar durch allgemeine pastorale Aufgaben in den Pfarreien. Jugendstellen bieten spezialisierte Expertise, regionale Vernetzung, qualifizierte Begleitung von Ehrenamtlichen und niedrigschwellige Zugänge für junge Menschen – Aufgaben, die ohne beziehungsfähige, stabile, hauptberufliche Strukturen nicht im gleichen Umfang geleistet werden können. 

Der BDKJ Diözesanverband Eichstätt tritt weiterhin dafür ein, dass die Entscheidungstragenden im Bistum Eichstätt die Ergebnisse der Denkfabrik sowie die demokratischen Beschlüsse des Bistumsrats ernst nehmen und die dauerhafte Sicherung aller vier Jugendstellen weiterhin prüfen sollen. Eine zukunftsfähige kirchliche Jugendarbeit braucht stabile Strukturen, echte Beteiligung und Verlässlichkeit – nicht nur in Worten, sondern auch in Entscheidungen.

Der BDKJ Diözesanverband Eichstätt ist der Dachverband der katholischen Jugendverbände im Bistum Eichstätt. In ihm gestalten junge Menschen Jugendarbeit und bringen sich in Kirche, Gesellschaft und Politik ein.