Frau Blumberg, man hört, dass die katholische Kirche in Südkorea wächst. Kann der Weltjugendtag (WJT) dieser Entwicklung noch zusätzlich einen Schub verleihen?
Ja, die Zahl der Katholiken in Korea überstieg Ende 2025 knapp die 6-Millionen-Marke und erreichte damit 11,4 Prozent der Bevölkerung. Obwohl die Geschichte des Katholizismus in Korea im Vergleich zu Europa sehr kurz und noch keine 250 Jahre alt ist, verzeichnet er einen kontinuierlichen Wachstumstrend. Allerdings ist das Wachstum seit dem Jahrtausendwechsel im Vergleich zu früher nicht mehr so stark, und seit Beginn der COVID-19-Pandemie ist es sogar sehr gering. Ich glaube, dass der WJT 2027 in Seoul, bei dem Papst Leo XIV. Korea besuchen wird, eine gute Gelegenheit bieten kann, die koreanischen Katholiken im Glauben zu bestärken, besonders die jungen Gläubigen.
Weltjugendtage gibt es seit rund 40 Jahren. Haben junge Katholiken aus Südkorea von Anfang an diese Begeisterung geteilt? Bekommen Sie die aktuelle Stimmung in Ihrem Geburtsland mit?
Am WJT in Santiago de Compostela (Spanien 1989) nahm die katholische Jugend Koreas erstmals teil. Es handelte sich aber um eine sehr kleine symbolische Gruppe. Seither entwickelte sich auf koreanischer Seite ein großes Interesse und echte Leidenschaft für dieses internationale Glaubensfest. Da der WJT im nächsten Jahr in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul und damit erst zum zweiten Mal seit 1995 – damals auf den Philippinen – in Asien stattfindet, sind die koreanischen katholischen Jugendlichen besonders stolz darauf. Die Diözesen meines Heimatlandes gehen, meiner Beobachtung der sozialen Medien nach, die Vorbereitungen des WJT mit großem Eifer an.
Wie bringen Sie sich konkret bei der Vorbereitung auf den WJT ein?
Ich bin derzeit die einzige Koreanerin in Eichstätt. Da der WJT immer näher rückt, habe ich mich im Mai als Freiwillige dem Vorbereitungsteam angeschlossen, um als Koreanerin zumindest einen kleinen Beitrag leisten zu können. Gemeinsam mit Sarah Hairbucher, der Leiterin des Fachbereichs Jugend im Bistum Eichstätt und Gesamtleiterin der Weltjugendtagsreise der bayerischen Bistümer Würzburg, Regensburg, Passau und Eichstätt, habe ich mir Gedanken gemacht, in welcher koreanischen Diözese unsere Gruppe die diözesanen „Tage der Begegnung“ verbringen könnte. Dort haben wir uns bereits beworben. Jetzt warten wir noch auf die Zusage. Dieses Jahr werde ich noch den angemeldeten Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmern eine Präsentation über die koreanische Geschichte, die katholische Kirche in Korea, die landestypischen Sitten und Bräuche einschließlich koreanischer Alltagsfloskeln geben. Klar ist auch schon, dass ich die Reisegruppe in Korea zusammen mit meinem Mann als Dolmetscherin begleiten werde.