Weihbischof Bittschi: Papst nimmt altersbedingten Rücktritt an

Papst Leo XIV. hat den Rücktritt von Weihbischof Adolfo Bittschi Mayer angenommen. Der aus dem Bistum Eichstätt stammende Missionar blickt dankbar auf über 40 Jahre Dienst in Bolivien zurück und will weiterhin der Kirche in Bolivien und dem Bistum Eichstätt eng verbunden sein.
Weihbischof Adolf Bittschi im Eichstätter Dom
Weihbischof Adolf Bittschi bei seinem letzten Besuch in Eichstätt. Foto: Geraldo Hoffmann/pde

Eichstätt/Sucre/Rom. (pde) – Papst Leo hat den Rücktritt von Msgr. Adolfo Bittschi Mayer (75) als Weihbischof von Sucre in Bolivien angenommen. Nach dem Kirchenrecht sind Bischöfe mit Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren verpflichtet, ihren Rücktritt anzubieten.

Weihbischof Bittschi wurde am 1. Dezember 1950 in Ingolstadt geboren. Er wuchs in Kipfenberg und Eichstätt auf und studierte dort Philosophie und Theologie, unter anderem auch am Päpstlichen Bibelinstitut in Jerusalem. Am 18. Juni 1977 empfing er im Eichstätter Dom die Priesterweihe für das Bistum Eichstätt. Nach ersten Stationen in der pastoralen Arbeit entschied er sich 1983 für den missionarischen Dienst als „Fidei Donum“-Priester in Bolivien und leitete eine Pfarrei im Hochland, wo er auch die Sprache Quechua erlernte und mit den Menschen arbeitete. 

Am 15. Mai 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Nigizubi und bestellte ihn zum Weihbischof des Erzbistums Sucre. Die Bischofsweihe empfing er am 8. August desselben Jahres durch den Erzbischof von Sucre, Jesús Gervasio Pérez Rodríguez. Sein bischöfliches Leitwort lautete „Pax vobis“ – „Friede sei mit euch“.

In den über vier Jahrzehnten seines Wirkens in Bolivien prägte Bittschi das kirchliche Leben in vielfacher Weise: als Seelsorger, Gemeindeleiter und spiritueller Begleiter in einer Region mit tief verwurzelter katholischer Tradition. Er baute Brücken zwischen den Kulturen, festigte kirchliche Strukturen und stand besonders für den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft.

Gleichzeitig blieb Weihbischof Bittschi seiner Heimatdiözese Eichstätt über all die Jahre eng verbunden. Trotz seines Wirkens in Lateinamerika kehrte er regelmäßig in das Bistum zurück, unter anderem als Firmspender. Viele Gläubige im Bistum Eichstätt erlebten ihn so als Brückenbauer zwischen Weltkirche und Heimatkirche.

"Ich bin dem lieben Gott dankbar"

In einer ersten Reaktion auf die Entscheidung aus Rom zeigte sich Bittschi vor allem dankbar. Der Rücktritt sei mit Vollendung des 75. Lebensjahres erwartet worden und für ihn kein Einschnitt, sondern ein natürlicher Schritt. Rückblickend überwiege für ihn vor allem die Dankbarkeit – für seine Berufung, für den Weg aus der Heimat Eichstätt nach Bolivien und für die vielen Jahre seelsorglichen Wirkens. 

Es war Teamarbeit – im Team mit Jesus Christus, im Heiligen Geist, getragen von den Heiligen, vor allem der heiligen Walburga.

Auch künftig will er der Kirche verbunden bleiben: Seinen Ruhestand wird er in Bolivien verbringen, zugleich aber weiterhin regelmäßig nach Deutschland kommen und im Bistum Eichstätt aushelfen, etwa bei Firmungen oder Gottesdiensten. Die nächsten Flugtickets sind bereits gebucht: So will Weihbischof Bittschi auf jeden Fall zur Priesterweihe Ende April in Eichstätt sein.