Tag für den Frieden in Eichstätt: Vier Jahre seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine

Ein vielfältiges Programm aus Gebet, Musik und Lesung setzt ein Zeichen der Hoffnung und Solidarität. Zum Jahrestag laden die Veranstaltenden dazu ein, gemeinsam innezuhalten und der Opfer des Krieges zu gedenken.
Menschen beten auf einem Platz
Seit vier Jahren findet das Friedensgebet für die Ukraine auf dem Residenzplatz statt

Eichstätt. (pde) – Am 24. Februar 2022 hat sich das Leben für die Menschen in der Ukraine schlagartig verändert: An diesem Tag griff Russland sein Nachbarland an. Kurz darauf begannen Gruppen in Eichstätt, einmal in der Woche zu einem Friedensgebet auf dem Residenzplatz einzuladen – zumeist mittwochs um 18 Uhr. Zum vierten Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar findet das Gebet in der kommenden Woche ausnahmsweise an einem Dienstag statt.

Die Veranstaltung entstand 2022 als Kooperation des Collegium Orientale, der Katholischen Stadtkirche und der Evangelischen Erlöserkirche. Seitdem versammeln sich jeden Mittwoch um 18 Uhr zwischen 25 und 30 Menschen auf dem Eichstätter Residenzplatz, um der Menschen in der Ukraine zu gedenken. „Um einen harten Kern herum kommen immer wieder auch neue Menschen hinzu – im Sommer auch Touristen oder Neugierige und Interessierte, die gezielt wegen des jeweiligen Redners kommen“, sagt Gerhard Rott, Leiter der Stabsstelle Referat Weltkirche im Bistum Eichstätt.

Den Jahrestag des Kriegsbeginns nehmen die Veranstaltenden nun zum Anlass, einen ganzen Tag lang unterschiedliche Angebote zu machen. So wird frühmorgens – zum Zeitpunkt der ersten Bomben auf Kiew – eine Friedenskerze in der Johanniskirche entzündet. Dort findet um 7 Uhr auch eine Morgenliturgie statt. Am Nachmittag folgt um 15 Uhr ein Kinderchorkonzert unter dem Motto „Kinderstimmen gegen Kriegsgeschrei“. 

 

Wir wollen auf unterschiedliche Weise viele Menschen dazu ermutigen, sich mit der Gewalt gegen die Ukraine auseinanderzusetzen, und eine Möglichkeit bieten sich zu solidarisieren. Zudem wollen wir den Geflüchteten aus der Ukraine zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen. 
Gerhard Rott.

 

Um 18 Uhr sind alle Menschen eingeladen, gemeinsam am Friedensgebet auf dem Residenzplatz teilzunehmen. Als Rednerin spricht Sonja Scherle-Schobel, Dekanin im evangelisch-lutherischen Dekanat Pappenheim. Den Veranstaltern ist es wichtig, diesen Jahrestag nicht mit Routine zu begehen. Für Gerhard Rott ist es kein Jubiläum, sondern ein trauriger Gedenktag: „Das Friedensgebet ist eine Einladung, an Versöhnung zu denken. Und es ist ein politisches Zeichen, dass wir an der Seite der Opfer stehen.“ Den Abschluss bildet um 19 Uhr ein Gedenkkonzert mit Lesung in der Johanniskirche.