Der Pfarrgemeinderat des Pfarrverbands TERRA hatte wieder eingeladen zu einem Seniorennachmittag ins Nadlerhaus in Rögling. Zahlreiche Gemeindemitglieder aus den Pfarreien des Pfarrverbands waren der Einladung gefolgt. Die Veranstaltung bot Raum für Begegnung, Austausch und einen eindrucksvollen Einblick in ein bewegtes Ordensleben.
Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Marion Dopfer, begrüßte die Gäste herzlich und eröffnete den Nachmittag. In geselliger Atmosphäre nutzten die Anwesenden bei Kaffee und Kuchen die Gelegenheit zu Gesprächen und zum Wiedersehen.
Höhepunkt des Nachmittags war der Vortrag von Schwester Isentrud Eigen aus Neuburg an der Donau, die eindrucksvoll aus dem Leben ihrer Ordensgemeinschaft berichtete. Die Elisabethinerinnen blicken auf eine lange Geschichte zurück: ihre Ursprünge reichen rund 400 Jahre zurück bis zur Gründung durch Mutter Apollonia Radermecher.
In Neuburg wurde bereits 1622 ein Krankenhaus von den Barmherzigen Brüdern errichtet, das jedoch ausschließlich Männer versorgte. Erst im Jahr 1840 kamen drei Elisabethinerinnen aus Straubing nach Neuburg, um sich gezielt um die Pflege von Frauen zu kümmern.
Die Gemeinschaft entwickelte in den folgenden Jahrzehnten wichtige Einrichtungen: 1948 wurde eine Krankenpflegeschule gegründet, 1954 folgte eine Kinderkrankenpflegeschule, und 1960 entstand eine eigene Kinderklinik.
Ein einschneidender Moment war schließlich das Jahr 2017, als das Krankenhaus in andere Trägerschaft überging.
Auch aus ihrem persönlichen Leben berichtete Schwester Isentrud Interessantes. Sie trat 1957 in den Orden ein und war zunächst als OP-Schwester tätig. Später wirkte sie als Ausbildungs-Schwester und über viele Jahre hinweg als Oberin der Gemeinschaft. Danach übernahm sie den Dienst als Krankenhaus-Seelsorgerin. Heute ist sie als Mesnerin sowie im Pfortendienst tätig. Die 86-jährige Ordensschwester konnte im vergangenen Jahr ihr 65-jähriges Professjubiläum feiern.
Besonders bewegend schilderte sie ihre Berufungsgeschichte. Aufgewachsen in einer kleinen Landwirtschaft in Burgheim, arbeitete sie als junges Mädchen im Altenheim in Rain in der Küche. Dort begegnete sie einer älteren Ordensschwester, die häufig leise vor sich hin sagte: „Heiland, alles Dir zuliebe“. Diese Worte hinterließen einen tiefen Eindruck und begleiteten sie innerlich, bis sie schließlich selbst den Weg in den Orden fand.
Abschließend gab Schwester Isentrud Einblicke in den heutigen Alltag der Gemeinschaft. Dieser sei inzwischen weniger streng geregelt als früher. Derzeit leben noch elf Schwestern in der Gemeinschaft in Neuburg.
Die Besucherinnen und Besucher des Seniorennachmittags dankten Schwester Isentrud mit großem Applaus für ihren persönlichen und zugleich informativen Vortrag. Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Dopfer überreichte der Referentin ein kleines Geschenk.
Besonderer Dank gilt, neben den Helferinnen und Helfern vom Pfarrgemeinderat des Pfarrverbands sowie den Kuchenbäckerinnen, auch den fünf Firmbewerbern, die beim Seniorennachmittag fleißig mithalfen.