Wo bist du, kleiner Schilfrohrsänger?
Die Nächte werden täglich länger.
Es liegt ein Sehnen in der Luft.
Das Gras atmet Spätsommerduft.
Der Wind, er trägt dein Fernweh fort
an einen heimatlosen Ort.
Mein Freund, bald wirst du fliegen.
Lass mir noch eine Feder liegen.
Wenn du die Welt von oben siehst,
über verbrannte Erde ziehst,
werd ich hier hoffen, leise bangen.
Wirst du dein Ziel auch heil erlangen?
Das Schilf verwelkt, es wird vergeh´n
und keinen nächsten Sommer seh´n.
Doch aus den Wurzeln keimt schon bald
ein neuer grüner Schilfrohrwald.
Jetzt hör ich dich, sagst mir Ade.
Ob ich dich jemals wiederseh´?
Mein kleiner Bruder, lass dich segnen.
Mein Herz folgt dir auf deinen Wegen.