Pflanzen ziehen sich wie ein grüner Faden durch die Texte der Bibel. Das beginnt bereits in der Schöpfungsgeschichte im Buch Genesis, in der Gott spricht: „Die Erde lasse junges Grün sprießen, Gewächs, das Samen bildet, Fruchtbäume, die nach ihrer Art Früchte tragen mit Samen darin auf der Erde.“ Zahlreiche religiöse Riten, Feste, Gebote und biblische Gleichnisse beziehen sich auf Pflanzen, ihren Anbau und ihre Verwendung.
Mit etwa 2.500 Pflanzenarten ist die Flora Israels beziehungsweise des Heiligen Landes sehr vielfältig, obwohl rund die Hälfte des Gebiets aus Wüste besteht. In der Bibel werden etwa 110 Arten erwähnt. Eine Auswahl daraus, insbesondere solche, die auch in unseren Breitengraden gedeihen, stellen der ehemalige Technischer Leiter der Botanischen Lehr- und Versuchsanlagen der Universität Kassel, Wolfgang Kawollek, und der Gartenbautechniker Henning Falk in ihrem Buch „Die Pflanzen der Bibel kennen und kultivieren“ vor. Sie beschreiben die wichtigsten Bäume, Sträucher und Kräuter und vermitteln Wissenswertes zu ihrer Bedeutung in verschiedenen Kulturkreisen, zu Nutzung und Verbreitung. Ergänzt wird dies durch praktische Hinweise für die Kultivierung im Garten, auf dem Balkon oder im Haus. Zu jeder Pflanze gibt es einen Steckbrief mit Informationen zu Wuchs, Laub, Blüte, Früchten, Herkunft, Bezugsquellen sowie zu Kultur- und Pflegehinweisen.
Das mit 94 Farbfotos und neun historischen Abbildungen illustrierte Buch lädt zugleich zu einer Reise durch die Heilige Schrift ein, indem es kulturhistorisches und gärtnerisches Wissen mit passenden Bibelstellen verbindet. „Zahllose Anspielungen, Gleichnis- und Bildworte in der Bibel zeugen davon, welchen Rang die Pflanzen im Alltag des Volkes Israel einnahmen und wie eng die biblischen Völker mit der Natur verbunden waren“, schreiben die Autoren. Ein Beispiel dafür ist die Geschichte der Israeliten, die nach ihrer vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste das gelobte, fruchtbare Kanaan besiedeln – das Land der „sieben Arten“: Weizen, Gerste, Wein, Granatapfel, Olive und Dattel. „Sie galten in biblischen Zeiten als wichtige landwirtschaftliche Produkte und als Ausdruck von Gottes Segen“, so Kawollek und Falk. Weizen und Gerste zählen noch heute zu den wichtigsten „Früchten des Feldes“. Gerstenbrot, „das Brot der Armen“, aßen auch die 5.000 Menschen bei der Brotvermehrung am See Genezareth, von der alle vier Evangelien berichten.