PV Heideck-Laibstadt-Liebenstadt-Thalmässing

Pfarrer Lesch feiert sein 10-jähriges Weihejubiläum in Heideck

Die Stadtpfarrkirche St. Johannes erlebte am Sonntag Nachmittag mit einer besonderen Eucharistiefeier einen Höhepunkt in ihrer jahrhundertealten Geschichte. Stadtpfarrer Sebastian Lesch hatte anlässlich seiner Priesterweihe in Eichstätt vor 10 Jahren ein barockes Kruzifix erneuern lassen. Restaurator Marcus Hohmann und seine Tochter Antonia hatten es ermöglicht, dass es bei einem Festgottesdienst wieder am Triumpfbogen in neuem Glanz erstrahlt. Die Gläubigen aus dem Pfarrverband Heideck-Laibstadt-Liebenstadt-Thalmässing zeigten daran großes Interesse und füllten sowohl die Kirche, wie in vergangenen Zeiten, als auch das Bürgerhaus St. Benedikt bei der anschließenden weltlichen Feier.

Die Stadtpfarrkirche St. Johannes erlebte am Sonntag Nachmittag mit einer besonderen Eucharistiefeier einen Höhepunkt in ihrer jahrhundertealten Geschichte. Stadtpfarrer Sebastian Lesch hatte anlässlich seiner Priesterweihe in Eichstätt vor 10 Jahren ein barockes Kruzifix erneuern lassen. Restaurator Marcus Hohmann und seine Tochter Antonia hatten es ermöglicht, dass es bei einem Festgottesdienst wieder am Triumpfbogen in neuem Glanz erstrahlt. Die Gläubigen aus dem Pfarrverband Heideck-Laibstadt-Liebenstadt-Thalmässing zeigten daran großes Interesse und füllten sowohl die Kirche, wie in vergangenen Zeiten, als auch das Bürgerhaus St. Benedikt bei der anschließenden weltlichen Feier.

Seit Sebastian Lesch im Dezember 2020 in das Pfarrhaus am Marktplatz in Heideck als neuer Seelsorger eingezogen war, entdeckte er in Abstellräumen und auf Dachböden kircheneigener Gebäude einige sakrale Gegenstände, die seine Vorgänger hier abstellen ließen. Seine konservative Überzeugung in Glaubensangelegenheiten ist inzwischen bekannt geworden. Konsequent setzt er sich aber auch für die Bewahrung und Restaurierung von Kulturgütern ein. Erinnert sei hier nur an die Wiederöffnung des Brunnens im Pfarrhof, die Restaurierung der Bäckerengel in der Stadtpfarrkirche und des Hängeleuchters in der Kapell. So erbarmte er sich unlängst eines Kruzifixes, das er in einem miserablen Zustand fand. Das Holzkreuz war bereits von Schädlingen zerfressen. Wie Restaurator Marcus Hohmann herausfand, stammt der Korpus aus dem 17. Jahrhundert. Ab 1685 konnte der damalige Stadtpfarrer Matthias Burkmayer die Kirche nach dem 30-jährigen Krieg und mit Unterstützung der 1667 gegründeten Rosenkranzbruderschaft im Sinne des Konzils von Trient wieder ausstatten. Dieses Kreuz hing somit Jahrhunderte im Chorbogen der Stadtpfarrkirche. 1983 wurde es abgenommen und fehlte seither. In Absprache mit den Vertretern des Denkmalschutzes fasste Marcus Hohmann den Korpus und das Kreuz, das seine Tochter Antonia als Schreinerin in barocker Form anfertigte, neu und ergänzte es mit einem Titulus. Die Kosten dafür übernahm Pfarrer Sebastian Lesch als Geschenk an die Kirchengemeinde. Einige von ihnen fragten den Pfarrer, warum er denn schon sein 10-jähriges Priesterjubiläum so groß feiert. Da man ja nie wisse, ob man sein 25-jähriges Jubiläum noch feiern werde, antwortete Lesch meist und erklärte fröhlich: „An einem Jubiläum soll man sich freuen. Vielleicht steckt diese Freude auch andere an.“

So begann um 15 Uhr, zur Todesstunde von Jesu am Kreuz, in Heideck diesmal der Sonntagsgottesdienst. Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehr Heideck, des Katholischen Deutschen Frauenbunds, der DJK Laibstadt und der KAB Heideck, ein achtköpfiger Marianischer Rat der Rosenkranzbruderschaft mit ihren Stäben, neun Kommunionkinder, 21 Ministrantinnen und Ministranten, ein Diakon und 10 Priester zogen im langen Festzug in die Stadtpfarrkirche ein. Organist Franz Stengl dirigierte den Kirchenchor, der in bewährter Weise von Musikern des Nürnberger Staatstheaters bei Sätzen aus der Missa brevis von Wolfang Amadeus Mozart unterstütz wurde. Darunter war auch wieder Bariton Konrad Messerer, der mit „Sie schallt, die Posaun“ aus dem Messias von Georg Friedrich Händel als Solist zu hören war. Händels weltberühmtes, erhebendes „Halleluja“ erklang kraftvoll zur Freude aller Baockmusikliebhaber am Schluss.

Zu Beginn des Gottesdienstes wurde das in 12 Metern Höhe am Chorbogen angebrachte Kreuz, das man wieder als Triumpfbogenkreuz bezeichnen kann, von Marcus Hohmann durch Herablassen des Tuches vom Dachboden aus enthüllt. Pfarrer Sebastian Lesch nahm daraufhin die Segnung von unten mit Weihwasser und Weihrauch vor. Mit ihm feierten neun Priester, darunter der frühere Heidecker Stadtpfarrer Dr. Josef Schierl, der aus Heideck stammende Kaplan Armin Drechsler, Pfarrvikar Jimmy Koottala und Leschs Kurskollege, Stadtpfarrer Ulrich Schmidt, die Hl. Messe. Aus seiner ersten Wirkungsstätte, der Pfarrei Herz-Jesu in Ingolstadt, waren auch Diakon Daniel Heinle und Pfarrer Klaus Meyer, der seit einem halben Jahr Stadtpfarrer von Roth-Büchenbach ist, gekommen. Meyer erinnerte in seiner Predigt, dass 2014 Sebastian Lesch neues Leben in das Pfarrhaus von Herz-Jesu brachte. Die 10-jährige Tätigkeit des Priesters Sebastian Lesch setzte Pfarrer Meyer in Verbingung mit dem Evangelium des Tages. Nach seinem Kreuzestod erschien Jesus zum dritten Mal seinen Jüngern. Diesmal am Ufer, als sie erfolglos vom Fischfang zurückkamen. „So unterschiedlich, wie die Sieben in dem Boot waren, so unterschiedlich sind wir heute in der Kirche,“ gab Meyer zu bedenken. Jesus ermutigte die enttäuschten Jünger, ihre Netzte auf der rechten Seite des Bootes auszuwerfen, das danach übervoll mit Fischen war. „Jeder von uns darf zunächst das vor Jesus bringen, was er bringen kann. Gott hat uns aber schon alles bereitet,“ sagte Meyer, den der anschließende Text im Evangelium stets tief berührt, wo Jesus am Kohlenfeuer bei Brot und Fisch dreimal Petrus fragt, ob er ihn liebt. „Herr, Du weißt alles. Du weißt, dass ich Dich liebe,“ lautete die Antwort des Apostels. „Die Freude an Ostern soll unser ganzes Leben prägen,“ appellierte Meyer an die Gläubigen und an Sebastian Lesch gewandt: „Auch in 10 Jahren sollt Du sagen: Ja, wir waren im Boot mit dabei.“

Stadtpfarrer Sebastian Lesch freute sich sichtlich über die vielen Gottesdienstbesucher. Der geschnitzte Herrgot habe ihn sehr beeindruckt, als er ihn fand. Es war ihm ein Anliegen, dieses Kreuz wieder zu erhöhen. „Hat das Kreuz in unserem Leben noch einen Platz?“ fragte er deshalb die Gemeinde. Sein Dank galt seiner Verwandtschaft, die aus seiner polnischen Heimat angereist war, um das anschließende Fest im Bürgerhaus St. Benedikt zusammen mit dem Frauenbund, der ein Kuchenbuffet organisiert hatte, vorzubereiten. Auch dem Ehepaar Max und Franziska Schmidt, den Eltern seines Freundes Ulrich, dankte er besonders. In Reichertshofen habe er bei ihnen eine zweite Heimat während seines Studiums in Eichstätt gefunden. Den Musikern und allen Ehrenamtlichen dankte er für ihr Mitwirken an diesem Fest und ludt anschließend ins Bürgerhaus ein, wo sich alsbald schon im Treppenhaus eine Schlange vor dem Kuchenbuffet im 1. Stock bildete. Dort warteten im vollbesetzten großen Saal auch der Chor Klangvoll auf den Jubilar, um ihm mit Liedern zu erfreuen.