Pastorale Ausbildung: Bessere Vernetzung, höhere Qualität

Seit 2024 gibt es eine erfolgreiche Kooperation der vier zur Metropolie Bamberg gehörenden Diözesen Bamberg, Eichstätt, Speyer und Würzburg bei der berufsbegleitenden Ausbildung pastoraler Berufe. Beim mittlerweile dritten Durchgang, der jetzt startete, sind zwei Frauen und zwei Männer aus dem Bistum Eichstätt dabei.
Gruppenfoto
Vier zukünftige pastorale Mitarbeitende im Bistum Eichstätt absolvieren zurzeit eine berufsbegleitende Ausbildung: Carolin Streller und Rebecca Elsinger (2. u. 3. v. r.) und Tobias Walter (2. v. l.) mit ihrer Ausbildungsleiterin Maria Lechner (l.) und Regens Michael Wohner. Nicht im Bild Samson Tesfaye.

Eichstätt - 15 Frauen und Männer stark ist der neue Ausbildungsgang zur Einführung in die pastoralen Berufe Gemeindereferent/Gemeindereferentin, Pastoralreferent/Pastoralreferentin und Priester, in dem Kandidatinnen und Kandidaten aus den vier Bistümern Bamberg, Eichstätt, Speyer und Würzburg zusammenkommen. Zum ersten Mal haben sie sich in der ersten Septemberwoche in Eichstätt getroffen, bis auf wenige Ausnahmen, erstmals. Zusätzlich zur Arbeit an ihren jeweiligen pastoralen Einsatzorten werden sie in dieser Besetzung in den nächsten drei Jahren immer wieder in den Bischofsstädten zusammenkommen, um sich über ihre Erfahrungen in ihren Diözesen auszutauschen, zusammen zu arbeiten und gemeinsam, jeder auf seine Weise und nach seinen Möglichkeiten, fachlich und methodisch für den Berufsalltag dazuzulernen und menschlich und vor allem geistlich zu wachsen. 

Die Bistums-Kooperation, die 2020 im Auftrag der Bamberger Metropolie beschlossen wurde und seit 2024 nun zum dritten Mal zustande kommt, sieht keiner der beteiligten Verantwortlichen als Notlösung in berufungsarmen und auch sonst limitierten Zeiten in der Kirche. Maria Lechner, Ausbildungsleiterin im Bistum Eichstätt, wird nicht müde, den besonderen Rahmen dieser Kooperation mit ihren Möglichkeiten zu loben – aus mehreren Gründen. Die bisherigen Erfahrungen zeigten: die Zusammenarbeit fördere die Vernetzung und erhöhe die Qualität der Ausbildung. Trotz geringerer Ressourcen besser werden – das gelänge am besten so, sagt sie aus Erfahrung. Lechner arbeitet eng mit dem Regens des Eichstätter Priesterseminars, Domkapitular Michael Wohner, zusammen, der sich in besonderer Weise der Priesterkandidaten in der Gruppe annimmt. 

Im Bistum Eichstätt absolvieren zwei Frauen und zwei Männer diese berufsbegleitende Ausbildung, die mit der bundesweit anerkannten zweiten Dienstprüfung abgeschlossen wird. Rebecca Elsinger und Carolin Streller wollen Pastoralreferentinnen werden. Tobias Walter und Samson Tesfaye sind Priesterkandidaten. 

Die Motive und Wege ähneln einander oft und doch ist jede einzelne Vita, jede einzelne Entscheidung letztlich eine ganz persönliche und unvergleichbar. Die Altersspanne lässt das durchaus erahnen, der jüngste Berufseinsteiger ist 24 Jahre, der älteste 51. In der Regel kommen sie aus dem Studium, manche können schon Abschlüsse vorweisen. Einige haben mit oder ohne Ausbildung schon in unterschiedlichen Berufen gearbeitet, Zusatzausbildungen gemacht. Es gibt Einsteiger mit Partner oder Familie, einige haben ausländische Wurzeln. Immer wieder wird die Suche nach einem Sinn, einer Aufgabe im Leben thematisiert. Keiner kommt ohne kirchlichen Hintergrund. Oft ist es die Familie, Verwandtschaft, ein Freundeskreis, eine Person im pastoralen Dienst der Kirche, in der Gemeinde oder in einem Verband, die prägend waren. Einige berichten von markanten Erlebnissen, die sie veranlasst hätten, diesen Berufsweg einzuschlagen, für andere ergab sich diese Entscheidung völlig natürlich und logisch. Der Einfluss hehrer Vorbilder oder sogenannte Damaskuserlebnisse kommen seltener vor, als man meint. Es sind vielmehr ganz normale Begegnungen mit ganz normalen Menschen, alltägliche Erlebnisse und absichtslos geführte Gespräche, die bereichernd gewesen seien und den Entschluss gestärkt hätten, selbst eine Bereicherung zu sein. Maria Lechner spricht hier von der persönlichen inneren Berufung und sieht, wie ihre Kolleginnen und Kollegen, ihre Aufgabe darin, dabei zu helfen, dass die so motivierten Frauen und Männer ihren Platz in der Kirche finden.

Die Startveranstaltung der Berufseinsteiger diente dem Kennenlernen, der Standortbestimmung, auch der Frage, wie jeder und jede die eigene Motivation und Haltung anderen beschreiben und verständlich machen kann. Technisch gesprochen geht es um das Verstehen und Durchdringen des Berufsbilds, der eigenen Rolle in diesem Beruf und die Identifikation damit. Ganz persönlich geht es darum – ob in Gruppenarbeit, Gesprächsrunden oder Rollenspielen – Rechenschaft abzulegen, jetzt und auch zukünftig, sich selbst und anderen. Und das geschah in den vier Tagen in Eichstätt in beeindruckender Lebendigkeit, fanden die Ausbildungsleiter aus den vier Diözesen übereinstimmend. 


	Bild von 
	Michael Heberling
Michael Heberling Redakteur in der Stabsstelle Kommunikation