Eichstätt. (pde) – Mit mehreren Veranstaltungen beteiligt sich die Diözese Eichstätt am Monat der Weltmission, der weltweit im Oktober gefeiert wird. In diesem Jahr steht das Engagement für Frieden und Menschenrechte auf den Philippinen im Mittelpunkt. Als missio-Gast kommt dazu Jocelyn Aquiatan in die Diözese. Sie setzt sich auf der Insel Mindanao für Gerechtigkeit, interreligiösen Dialog und die Rechte indigener Völker ein.
Der Auftakt ist am Donnerstag, 16. Oktober, mit einem Gottesdienst um 17.30 Uhr in St. Klara in Nürnberg. Am Samstag, 18. Oktober, wird sie in Eichstätt beim Aktionstag für Frieden, Nachhaltigkeit und fairen Handel vor Ort sein und für Gespräche beim Markt der Möglichkeiten in der Johanniskirche zur Verfügung stehen. Um 16.30 Uhr findet im Eichstätter Dom das Konzert „The Peacemaker“ statt, bei dem Aquiatan ihr Netzwerk ICON-SP (Inter-Cultural Organizations’ Network for Solidarity & Peace) vorstellt. Anschließend berichtet sie um 19 Uhr im Domcafé (Marktplatz 5) in einem Workshop über ihre Arbeit. Dabei werden asiatische Spezialitäten serviert. Am Sonntag, 19. Oktober, ist sie in Herrieden zu Gast: Nach dem Gottesdienst um 10 Uhr spricht sie ab 11 Uhr im Pfarrzentrum über ihre Erfahrungen.
Einsatz für Frieden, Menschenrechte und indigene Rechte
„Wenn du dich in diesem Land für Frieden, Menschenrechte oder Umweltschutz einsetzt, wirst du von der Regierung als Feind angesehen“, sagt Jocelyn Aquiatan. Seit über 15 Jahren engagiert sich die studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit ihrer Organisation ICON-SP für Solidarität und Frieden zwischen Christen, Muslimen und Indigenen auf Mindanao. Ein besonderes Anliegen ist ihr der Schutz der Rechte indigener Gemeinschaften, deren Lebensräume durch Landraub und Rohstoffabbau bedroht sind.
„Manchmal habe ich Angst um unsere Sicherheit, aber die Erfolge unserer Arbeit inspirieren mich immer wieder, weiterzumachen“, betont die Aktivistin. Sie und ihre Mitstreiter werden oft von Behörden als sogenannte „Red-Tagged“ – also als angebliche Sympathisanten extremistischer Gruppen – diffamiert und überwacht. Trotzdem setzt sie ihre Arbeit fort, um durch Bildung, Aufklärung und Dialog Wege zum Frieden zu öffnen.
Weltmission und Solidarität
Das Referat Weltkirche der Diözese Eichstätt unterstützt das Projekt ICON-SP seit vielen Jahren finanziell und ideell. Bereits 2016 und 2019 war Jocelyn Aquiatan zu Gast in Eichstätt, um über ihre Friedensarbeit zu berichten. ICON-SP bietet Workshops zur Friedenskultur, politischen Mitbestimmung und nachhaltigen Landwirtschaft an. Ausgebildete Friedensmoderatoren vermitteln in Konflikten und fördern den interreligiösen Austausch.
Der Monat der Weltmission ist die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. Er steht in diesem Jahr im Zeichen des Heiligen Jahres und damit unter dem Leitwort „Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“ (Röm 5,5). Höhepunkt ist der Sonntag der Weltmission am 26. Oktober. Die Kollekte an diesem Tag unterstützt Projekte von missio, die sich für Frieden, Menschenrechte und pastorale Arbeit in den ärmsten Regionen der Welt einsetzen.