Mit Christus unterwegs: Fronleichnam bringt die Kirche auf die Straße

Festliche Prozessionen, geschmückte Altäre und gemeinsame Gottesdienste prägen das Fronleichnamsfest im Bistum Eichstätt.
Fronleichnamsprozession
Mit dem Allerheiligsten in der Monstranz zieht die Fronleichnamsprozession durch die Stadt, wie hier auf dem Eichstätter Marktplatz. Archivfoto: Geraldo Hoffmann/pde

Eichstätt. (pde) – Am Donnerstag, 4. Juni, feiert die katholische Kirche das Fest Fronleichnam. An vielen Orten im Bistum Eichstätt ziehen dann wieder festliche Prozessionen durch die Straßen, vorbei an den geschmückten Häusern und an mit Blumen verzierten Altären. Im Mittelpunkt des „Hochfests des Leibes und Blutes Christi“, das jedes Jahr in der zweiten Woche nach Pfingsten begangen wird, steht die Verehrung der Gegenwart Christi in den eucharistischen Gestalten des Brotes und Weines. 

Im Pfarrverband Eichstätt beginnen die Feierlichkeiten mit einer Messfeier im Dom. Diözesanadministrator Alfred Rottler hält den Gottesdienst um 8 Uhr. Anschließend laufen Kommunionkinder, Ortsgruppen, Verbände und Gläubige jeden Alters in einer Prozession durch die Stadt. Dabei wird der Leib Christi in Form einer Hostie von Altar zu Altar getragen. Der Zug führt vom Dom über die Schutzengelkirche und die Abtei St. Walburg bis hin zum Willibaldsbrunnen am Marktplatz und schließlich wieder zurück zum Dom. Zum Abschluss des Fronleichnamstages lädt das Eichstätter Domkapitel um 18 Uhr zur feierlichen Vesper im Dom ein.

In Nürnberg findet die zentrale Fronleichnamsfeier auch in diesem Jahr wieder in ökumenischer Verbundenheit statt. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr in der evangelischen St.-Sebaldus-Kirche. Anschließend zieht die Gottesdienstgemeinde in einer Prozession zur katholischen Frauenkirche, wo die Feier mit dem eucharistischen Segen ihren Abschluss findet. Der Fronleichnamsgottesdienst wird unter Leitung von Stadtdekan Andreas Lurz gefeiert, der auch die Predigt hält. 

Ein besonderes Ganztagsprogramm unter dem Motto „Stay & Pray“ bietet die katholische Pfarrgemeinde in Schwabach an: Der Tag beginnt um 9 Uhr mit dem Fronleichnamsgottesdienst in St. Peter und Paul. Anschließend zieht die Prozession nach St. Sebald. Dort wird ab 13 Uhr in der Arche die Möglichkeit zur eucharistischen Anbetung angeboten. Parallel dazu sind die Besucherinnen und Besucher zu Begegnung und Austausch im Archehof eingeladen. Weitere Programmpunkte sind der Barmherzigkeitsrosenkranz um 15 Uhr sowie die Vesper als Abendgebet der Kirche um 17 Uhr in St. Sebald. Den Abschluss bildet um 20 Uhr ein Worship-Abend mit moderner Lobpreismusik. Gegen 22 Uhr endet der Tag mit der Komplet, dem Nachtgebet der Kirche, sowie dem eucharistischen Einzelsegen.

Die Gottesdienst- und Prozessionszeiten in vielen weiteren Gemeinden des Bistums Eichstätt sind auf den Internetseiten der jeweiligen Pastoralräume veröffentlicht.

Das Fest Fronleichnam geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich zurück. Sie sah die Gestalt eines Mondes mit einer dunklen Stelle. Diesen Fleck deutete sie als das Fehlen eines Festes zu Ehren der Eucharistie. Juliana fand in ihrem Anliegen Unterstützung beim Lütticher Bischof, der das Eucharistiefest für seine Diözese einführte. 1264 zog Papst Urban IV. mit einer Bulle für die Gesamtkirche nach. Das Wort Fronleichnam stammt vom Mittelhochdeutschen „vronlichnam“, wobei „vron“ so viel wie „Herr“ bedeutet und „lichnam“ den „lebendigen Körper“ bezeichnet.