Meinen Platz finden

Meinen Platz finden - ein Impuls von Martina Baum
Sonnenblume

Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Lk 14,11)

„Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer ist die Schönste im ganzen Land?“*
Die Frage der stolzen Königin aus dem Märchen der Gebrüder Grimm kam mir beim Lesen des Evangeliums in den Sinn. Sie will die Schönste sein. Niemand soll ihr diesen Ehrenplatz streitig machen.

In Jesu Gleichnis geht es nicht darum, der Vornehmste oder die Schönste zu sein, sondern sich realistisch einzuschätzen und sich einzuordnen. Es geht nicht um Hierarchie, untere Plätze, Ehrenplätze, sondern um meinen Platz: den Platz, der für mich bestimmt ist, den ich mit meinen Fähigkeiten und Begabungen ausfüllen kann.

Um diesen persönlichen Platz am Tisch zu finden, muss ich mich kennen und einschätzen, muss ich um meine Stärken und auch um meine Schwächen wissen. Der ständige Blick in den Spiegel und das Heischen um Anerkennung helfen nicht weiter.

Mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen und einer ebenso gesunden Portion Demut lässt sich das Rennen um die vermeintlich besten Plätze gut beobachten.
Für mich wird sicher einer frei bleiben!
Im Festsaal.
In geschwisterlicher Gemeinschaft.

* Gebrüder Grimm, Schneewittchen

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